Frage an die Hydraulikexperten

Lindemann

LPG-Vorsitzender
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08. Juni 2011
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Ich betreibe meinen Holzspalter (Zylinder 110x500) derzeit am MTS 52 mit etwa 130bar, das funktioniert super. Jetzt würde ich mir gerne ein Hydraulikaggregat bauen, um ihn auch elektrisch betreiben zu können. Zur Verfügung steht ein 5,5kw Motor mit ca. 1400 1/min. Ich hätte gerne gewusst, welche Pumpengröße ich dem Motor maximal zumuten kann um den größtmöglichen Förderstrom (Arbeitsgeschwindigkeit vom Zylinder) zu erzielen. Die 130bar würde ich gerne beibehalten und zur Sicherheit hinter die Pumpe noch ein Druckbegrenzungsventil schalten, um den Motor vor Überlastung zu schützen und eine Feinjustierung des Drucks vornehmen zu können.

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen...

Grüße Matze
 
so Mathias...rechnen musst du es selber...




Zur Berechnung der erforderlichen Antriebsleistung nutzen wir folgende Formel: 

antriebsleistung.webp> > > Formel (1)P = Motorleistung [kW] 
p = Pumpendruck [bar] 
Q = Fördermenge [l/min] 
510 = 600*Wirkungsgrad 0,85 

Die Fördermenge der Pumpe wird folgendermaßen berechnet:

foerdermenge.webp> > > Formel (2)Q = Fördermenge [l/min] 
Vg= geometrisches Fördervolumen der Pumpe [cm³/U] 
n = Drehzahl des Antriebsmotores [U/min] 

Für den Antrieb von Zahnradpumpen mit Elektromotoren kommen nur Motoren mit 1000, 1500 oder 3000U/min in Frage. Die optimale Drehzahl ist 1500U/min! 

Bei der Auslegung des Motors ist zu beachten, dass E-Motoren kurzzeitig bis zum 1,4-fachen überlastet werden dürfen. Benzin- oder Dieselmotoren dürfen das nicht. 
Beispiel Holzspalter: Hier genügt ein etwas kleinerer E-Motor, da die benötigte Kraft nur kurz gefordert wird, beim Leer- und Rückhub wird kaum Kraft benötigt und der Motor kann sich wieder abkühlen. 

Beispiel: 
Es soll ein Aggregat für einen Holzspalter ausgelegt werden. 
Gefordert sind ein Druck von 200bar und eine Fördermenge von 20l/min. 

Daraus lässt sich mit Formel (1) die erforderliche E-Motorleistung berechnen: 

P = 200bar * 20l/min / 510 = 7,84kW 

In diesem Fall würde man einen Drehstrom-Normmotor mit 7,5kW und 1500U/min wählen. 

Als nächstes berechnet man das Fördervolumen der Pumpe, in dem man Formel (2) nach Vg umstellt: 

Vg = Q * 1000 / n > > > Formel (3) 

Vg = 20l/min * 1000 / 1500U/min = 13,3cm³/U 

In diesem Fall würde man eine Zahnradpumpe mit 14cm³/U wählen.

:-) :-)

***Grüße Ingo***
Verliere nie den Mut , es gibt so wenig ehrliche Finder.....
 
super, vielen Dank für die Formel :D

Dann kann ich eine gewöhnliche Orsta A16 mit 5,5kw bei 20l/min mit 130bar betreiben, die habe ich noch im Regal liegen ;)

Grüße Matze
 
...ich denk mal, dass sollte gehen....auch mit 25litern könnte  noch gehen....aber zu schnell ist auch nicht sooo gut...

:-) :-)

***Grüße Ingo***
Verliere nie den Mut , es gibt so wenig ehrliche Finder.....
 
noch eine Frage zur Bezeichnung der Orsta-Pumpen:

Ich war immer der Meinung dass die Bezeichnung A16 bzw A20 usw. das Verdrängungsvolumen in cm3 pro Umdrehung angibt, jetzt sagte mir aber jemand, dass es sich um die Literleistung, also 16 bzw 20l/min handelt. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen, da sich ja die Literleistung mit der Drehzahl ändert und das Verdrängungsvolumen ein fixer Wert ist. Dass es bei Hydraulikpumpen eine Nenndrehzahl gibt, worauf sich die Lieterleistung beziehen könnte, ist mir auch nicht bekannt. das ist doch immer ein Arbeitsdrehzahlbereich, von z.B. 500-1500 1/min oder bin ich da falsch?

Grüße matze
 
jop....liter pro min bei angegebener Nenndrehzahl...sprich maximale Förderleistung....und eigentlich das ganze noch mit einem angenommenen Wirkungsgrad von 85-90% rechnen, und dann bist du bei einem reellen Wert des Förderstromes, Mathias!Bei kleinerer Drehzahl auch weniger Förderstrom!

:-) :-)

***Grüße Ingo***
Verliere nie den Mut , es gibt so wenig ehrliche Finder.....
 
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