Bilder "ERNTEMEISTER"-Mähdrescher

Moin,

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hat mir unser Aussendienstler aus Ungarn zukommen lassen. Auch in Ungarn stehen noch welche. Hier ebenfalls der ERNTEMEISTER 527STS


Mfg Lutz
 
Hallo Lutz,

und was ist mit dem RABA im Hintergrund? 
 
@ Daniel, du hast ja leider kein Facebook, sonst könnte ich dir ein Video von einem mit Terrano dran schicken
 
Da fällt mir noch ein besonderes Projekt ein, der "ERNTEMEISTER 524 Öko-MD"
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MDW hatte mal mit dem Dieselmotorenwerk Schönebeck eine kleine Serie von 10 Stk Erntemeister 524 mit dem 4 Zylindermotor MF 4 RTA, (Hub/Bohrung: 145/128 mm, 160 kW, 218 PS bei 2000 U/min) umbauen lassen. Nannte sich Erntemeister 524 BEL und sollte zum Export nach Weißrussland gehen. Letztlich blieb es bei den 10 Exemplaren, das Projekt kam nicht zum Laufen.

Nach der Wende hat sich Dr. Schmidt (er war einst Direktor für Forschung und Entwicklung im Kombinat) mit 2 anderen Ingenieuren selbständig gemacht (Dr. Schmidt Maschinenbau GmbH, 02681 Kirschau) und hat sich mit der Entwicklung zum Einsatz von Biokraftstoffen (Rapsöl) in Dieselmotoren beschäftigt. Dazu wurde dann ein ERNTEMEISTER 524 ist mit einem 3-Zylindermotor (?) auf Rapsölbasis ausgestattet . Der Einbau erfolgte 1994 oder 1995. Funktioniert ganz ordentlich ,ist aber nie nicht in Serie gegangen ,weil es noch zu viele Unwegsamkeiten gab . Heute wäre das sicherlich kein Thema mehr ,da hätte der Motor sicherlich schon eher die Goldmedaille auf der Agritechnica bekommen und nicht der von Deutz. So blieb es bei dem einen "Erntemeister 524 Öko-MD", ist also auch ein Unikat. Er passte nicht so recht auf den 524 hatte keine gute Laufkultur.
 
Beim Mähdrescher will man Drehmoment haben damit man die Drehzahlen halten kann, dazu laufen die Motoren auch mal 16 Stunden am Tag unter Vollast. Bei aller Liebe, aber es hat wohl einen Grund das oberhalb 150 PS bei Mähdreschern zumeist doch 6 Zylinder verbaut wurden.
Nichts ist ätzender wie ein Drescher dem dauernd die Drehzahlabsackt oder die nur müßig wieder hoch kommt.

Denke daher, das der 4 Zylinder wohl wenn, dann nur für Ertragsschwache Regionen geeignet gewesen wäre, wo der 4 Zylinder vielleicht gerade so genug Puste gehabt hätte.

Aber dennoch schön, auch wieder eine teils mir noch nicht bekannte Geschichte. :-)
 
Hallo Joachim,
ja da haste Recht, es fehlte ihm eindeutig am Drehmoment. Das klang schon komisch wenn der doch mal etwas zu viel reinbekam, man dachte echt er geht aus..... 🫣

Hier mal zum Vergleich die Drehmomente:
- 6 VD 13,5/12 SRF: 634 Nm bei 1250 min⁻¹ (Hub 135mm/ Bohrung 120 mm / 9.160 cm³)
- MF 4RTA: 860 Nm bei 1500 min⁻¹ (Hub 145/ Bohrung 128 mm/ 7.463 cm³)

Aber wie gesagt, im ÖKO war der 3-Zylinder. Leider weiß ich den genauen Typ nicht mehr. Vlt bekomme ich das mal noch raus.....

Die weißrussischen Export MDW 524 hatten dann übrigens Motoren von Volvo mit 125 oder 140 kW bzw. Perkins mit 125 kW. Das ließe vermuten man hat gedacht noch 1 Zylinder weniger könnte auch noch reichen. Der MF 4RTA hatte ja 160 kW, einer weniger käme man bei genau 120 kW raus.......
Ich hatte Günther Klengel mal befragt dazu, aber er wusste auch nicht viel darüber warum die Geschichte mit den EM 524 BEL nicht zum Laufen kam.
 
Nur mal so...
Der von mir nach dem 516 B gefahrene Case Axial 2188 Mähdrescher:
Motor: Cummins 6TA-830 ein 6 Zylinder, Wassergekühlt, Turbo, aus 1995
Hubraum: 8,3 L
Leistung: 240 PS
Drehmoment: 1.400 Nm (später bis 1.600 Nm)
BohrungxHub: 114x135mm
6
Und das war für das was er an Masse schlucken und ausdreschen konnte knapp bemessen. Spätere Modelle hatten dann erst 280 PS und später bis 340 PS aus dem Grundmotor raus geholt.

Mit dem 2188 und 240 PS, hab ich bei 95 dt Ertrag im Weizen zum Beispiel bis 5,7 kmh mit einem 6,10 m Schneidwerk und Stroh gehäckselt. Das wurde ohne Elektronik Schnick-Schnack per Variatorhebel ausm Arm geregelt bis kurz an die Drückung des Motors und damit hab ich damals richtig was vom Feld geholt. Weizen, Gerste, Mais, Sonnenblumen, Öllein, Soja, Sommer-/Wintererbsen, Raps, Braugerste.
Waren schöne 16 Ernten mit ein und dem selben Drescher, da lass ich nichts drauf kommen, hab den gern gefahren. Einfach aber robust. Einzig die 300 PS hätte ich mir auch gewünscht, das und den verbesserten Axialrotor vom Xclusiv Modell 2388, der hatte dann nicht mehr 2 riesen Schaufeln am Eingang sonern wie eine Art konische Schnecke, damit hat er auch ungleiche Mengen vom Schneidwerk Sahneweich aufgenommen, wo der alte mit 2 Schaufeln noch hör und spürbar ins "rungsen" kam (allerdings ohne dabei Schaden zu nehmen, es kostete halt sinnlos Leistung).

Und ein Klang - zum niederknien. Meiner war einer der ersten, noch ohne jeden Schalldämpfer! Die Abgase gingen ausm Motor direkt in den riesen Turbolader und aus dem mit einem 90° Bogen senkrecht nach oben aus einem 40 cm Rohrstück mit Abgasklappe. Den hast von einem Ortsende zum anderen brüllen gehört wenn ich damit unterwegs war. In der Kabine war er aber sehr leise, die war damals schon echt gut beim Case.

Gehe zu: https://www.youtube.com/watch?v=NUU3jYIxrag


Nur um die Leistungswerte mal ins Bild zu rücken, und warum ich das für chronisch untermotorisiert halte. :-)
 
Hallo Joachim. Ja, die 21er und auch die 23er Serie, waren gute, ehrliche Drescher. Ohne Schnickschnack und Vertriebsgetriebenen Elektronikfirlefanz. Gute und saubere Kornqualität. Ich durfte ein paar Ernten nen JD 2266 fahren. 6-Schüttler, mit 280PS. War auch, wie in den 90ern John Deeretypisch ohne viel Elektronik und ein zuverlässiger Drescher. Nur das 6,1m SW hätte robuster und mit durchgehenden Exenterzinken in der Einzugsschnecke versehen werden können. Da kamen, gerade bei Roggen, immer ordentliche Haufen rein, die den haben rungsen lassen. Mit einer gleichmäßigeren Beschickung, wäre das ne feine Sache gewesen.
 
Moin Joachim,
Du hast schon völlig Recht, aber wie gesagt: Er war für den osteuropäischen Markt, und da ticken die Uhren anders. Siehe Belarus. Da reicht lange das einfachste Modell ohne Schnickschnack. Guck den 82er an, wie lange wurde der parallel zu den erneuerten Modellen gebaut, und wird immer noch gebaut, zum Teil mit altem Blechkleid und Kabine. Die nehmen da lieber 2 billige Traktoren, als 1 teuren mit viel Schnickschnack. Und Arbeitskräfte für den 2 Trecker gibts da auch genug. :p
 
Einfach hin oder her, mich machen die niedrigen Drehmomentwerte stutzig. Aber OK, Saugdiesel halt.

Der Cummins entstammt ja auch schon der 1985 eingeführten Cummins-C Serie mit 8,3 L Hubraum. Also auch einer ohne Schnick-Schnack Elektrik. ;-)
Aber ja... Ladeluftkühler und Turbolader hatte er schon. Dafür war die Verdichtung beim Cummins niedriger wie beim 6VD... ist halt schon ein krasser Unterschied.
 
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