Das Ende des DDR-Museums in Radebeul rückt näher - leider...

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Wer sich diese unfangreiche Sammlung noch nicht  angeschaut hat, sollte sich beeilen, denn vor Weihnachten wird diese schließen.

Leider wird es eine Fortführung an einem anderen Standort in der bisherigen Form nicht geben. Mehr dazu in der mir zugeleiteten Pressemitteilung des DDR-Museums in Radebaul.

 PRESSEMITTEILUNG                                               

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren ,

nach dem letzten ergebnislosen Gespräch, bei der sich zeigte, dass die Auffassungen von Herrn Simmel und mir unüberbrückbar sind, ist an der Zeit, die Öffentlichkeit  darüber zu informieren, was in Wahrheit geschehen und beabsichtigt ist. Dem aufmerksamen Beobachter ist bislang sicher nicht entgangen, dass der Gründer und Geschäftsführer des DDR-Museums in den vier letzten Wochen nicht weiter in Erscheinung getreten ist.  Das hat seine Gründe, die ich im Folgenden darlege:

Das DDR-Museum geriet 2015 bekanntermaßen in eine finanzielle Schieflage, bedingt durch den drastischen Tourismusrückgang in Sachsen.

Die besondere Rolle des Hauptgesellschafters hier darzulegen, sprengt den Rahmen. Nur so viel, er  Herr Dr. K. ist Ex-Eigentümer, Vertreter der spanischen Eigentümer und Hausverwalter im Objekt.

In diesem Zusammenhang sind auch Vorgespräche zwischen Herrn  Simmel und dem Hausverwalter Dr.K. gelaufen, die den Ankauf und die Errichtung eines EDEKA-Einkaufzentrums auf Teilen des Wasaparkes zum Inhalt gehabt haben. Das Museum hatte für Herrn Dr. K. nach ertragreichem Verkauf der Immobilie an die Spanier, keinerlei Bedeutung mehr. Herr Simmel  lernte dabei das Museum kennen und die beiden sehr gleichdenkenden  Herren waren sich zumindest darüber einig, dass das Museum im Simmel-Center in Teilen zur Belebung genutzt werden könnte. Gleichzeitig lief die Abwicklung des Museums  aus der Sicht des Hausverwalters.

Nach Prüfung durch vier Anwälte, teilten mir diese im Februar 2016 unabhängig mit, dass ich angesichts der Entwicklung als Geschäftsführer sofort in Insolvenz gehe müsse, um nicht auch noch persönlichen Schaden nehmen zu müssen. Hierfür konnte das Schutzschirminsolvenzverfahren gewählt werden, dass zum Ziel hatte, den Erhalt des Museums zu erreichen. Die ersten Monate waren von den umfangreichen Vorbereitungen und der Einleitung des Verfahrens geprägt.

Die Absicht eine neue Trägerschaft in Form einer gGmbH zu gründen, gelang nicht, da sich die Spanier (Eigentümer der Immobilie) uns gegenüber nicht verhandlungsbereit zeigten.  Später änderte sich dies, dazu unten mehr.

Nach der Einleitung des Verfahrens boten sich zahlreiche Interessenten an,  die DDV Mediengruppe, Herr C. Dietmann, [BAD]eiss-Daimler, Herr Hofmann (Frankenberg), Herr Müller (Döbeln), ein Webereibesitzer in Mittweida, Frau Gruna mit ihrem Objekt „Tresor am Ring“ und andere hilfsbereite Personen, wie z.B. Wolle Förster, sowie durch die Gründung eines gemeinnützigen Vereines, eine Gruppe von Privatpersonen und Geschäftsleuten aus und um Radebeul.

Die möglichen Umzugskosten waren bei allen Gesprächen das größte Problem. Einhellig die Auffassung, dass dies Museum erhalten bleiben muß!

Die Verhandlungen erforderten viel zeitlichen Aufwand. Die Insolvenzverwalter betrieben ab dem 1.7. das Museum im förmlichen Verfahren, nachdem die Einnahmen des Museums  in jedem Falle kostendeckend waren.  

Der Insolvenzverwalter brauchte ein funktionierendes und ich ein umfassendes Museum für die Verhandlungen über den  Fortbestand mit Interessenten.

Die größte Hoffnung hatten wir auf Herrn Preiss-Daimler und die Stadt Frankenberg gesetzt. [BAD]-D. konnte aber keine geeignete Immobilie erwerben und setzte auf die Hilfe des Museumsvereines. Damit schied er leider aus. Leider scheiterten auch alle Bemühungen, Investoren für den Tresor am Ring ins Boot zu holen.

Ende August sprach Herr Simmel  vor. Nach zwei kurzen Vorstellungen wurde die Kaufverhandlung beim Insolvenzverwalter begonnen. Herr S. sagte hierzu unter Zeugen,  das er das gesamte Museum erwerben wolle, da die Geschichte erhalten werden müsse.  Er stelle dafür in DD das Hochhaus mit mehreren Stockwerken und einen Teil des Simmel-Centers zur Verfügung.

Die Insolvenzverwalter gestalteten daraufhin den Kaufvertrag, um den Weg zu ebnen. Auffällig war, dass Herr Dr.K. sich ruhig verhielt. Gleichzeitig wurden hier in Radebeul Gerüchte gehandelt, dass Herr S. das blaue Haus (Museumsstandort) im Wasapark kaufen wollte, um nach Abriss oder Umbau ein Edeka Center einzurichten. Dies wurde zwischenzeitlich auch bestätigt. Doch sind die Kaufverhandlungen hier wiederum zwischenzeitlich gescheitert.

Nach dem Zuschlag am 15.09. verhielt sich Herr S. sehr distanziert. Dies mahnte mich zu besonderer Vorsicht. Bereits am 8.09.2016 ging an den Insolvenzanwalt und an mich die Mitteilung, dass alle bestehenden, ich betone alle bestehenden Verträge des Museums gekündigt werden sollten. Dies beinhaltete Werbeverträge, Domains, Versicherungen, Telefon, Internetportale usw. Herr Simmel war sich also schon sicher, dass er eine Woche vor Ablauf der Frist den Zuschlag erhalten wird!

Dieses  erste Schreiben des Herrn Simmel ließ mich aufhorchen. Was soll das, wenn man ein Haus retten und übernehmen will? Man zerreißt so alle bislang erarbeiteten bestehenden Netzwerke und die Positionierung am Markt.

Am Montag den 19. September wurde ich zur Pressekonferenz am 22.09.2016 durch Herrn S. ausgeladen.

Man kündigte sich außerdem zu einem Termin am Dienstag den 27.09. an, bei dem man nicht erwähnte, dass ein Museumsplaner mitgebracht werde, den ich allerdings kannte und dessen Kommen mir nicht verborgen geblieben war.

Dieser Planer wurde Herrn Simmel von Herrn Dr.K. empfohlen.

Die am 22.09.angekündigte  Personalversammlung wurde  im Museum am 27.09.2016 durchgeführt. Bei dieser stellte  sich Herr Simmel dem Personal und später dem Museumsverein vor. Die Mitarbeiter und damit auch ich, erfuhren, dass diese sich in das Unternehmen EDEKA Simmel bewerben dürfen, welches von typisch amerikanischer Leitkultur geprägt ist. Alle, auch ich, sollten dazu einen Personalbewerbungsbogen ausfüllen, der Fragen beinhaltet, die bereits von Arbeitsgerichten als unzulässig verworfen wurden.

Den Mitarbeitern wurde die Übernahme zu den bestehenden Konditionen angeboten, in meinem Falle sogar verschlechtert. Dies zeigte mir, dass mein Wissen nicht gefragt war. Die Antwort auf meine Gehaltsvorstellung war, dass ich mich in das bestehende Gehaltsgefüge bei EDEKA Simmel einfügen müsse!

Eine weitere Aussage zu meinem Verbleib traf man nicht. Die Firma Simmel versuchte sich im Vorfeld alle notwendigen Informationen zu beschaffen, um soweit als möglich einen Überblick über das Museum zu gewinnen. Das wäre an sich legitim, wenn da nicht das sonderbare Auftreten als Beigeschmack bliebe. Nach Besichtigung der Räume und Archive durch Umzugsunternehmen, erhielten wir unterschiedliche Aussagen zur Strategie des Umzuges.

Zwischenzeitlich wurde auch bekannt, dass  Herr S. jetzt   sehr kurzfristig persönlich über den Kontaktanwalt  mit den Spaniern weitere Mietverhandlungen führe, um den Abbau des Museums mit Mietvertrag durchführen zu können.

Der Wirt des Seventies wird plötzlich mit in das Simmel-Center ziehen, das laufende Mietverhältnis kann offensichtlich  vorzeitig beendet werden. Auch das wiederspricht der gegenüber uns gezeigten Verhandlungsbereitschaft.

Weder den Insolvenzverwaltern noch mir ist es im Vorfeld gelungen, mit den Spaniern einen vernünftigen Kontakt aufzubauen.

Herr S. plant nun eine Art DDR-Show unter günstigsten Rahmenbedingungen. Hierzu liegen uns auch eine Reihe von Aussagen vor. Nur max. 25 % des alten Ausstellungsumfanges auf einer ca. Ausstellungsfläche von 950 qm Bruttofläche nach Plan 1450 qm)bleiben erhalten. Die neue Planung wurde mir und einem Vertreter des Museumsvereines am 13.10. erstmalig präsentiert. Eine Museumsleitung ist hierfür weder erforderlich noch eingeplant.

In der persönlichen Aussprache zwischen Herrn Simmel und mir an diesem Donnerstag konnte nur festgestellt werden, dass keinerlei Übereinstimmung oder Gemeinsamkeiten erkennbar waren.

Über den Verbleib der restlichen Sammlung herrscht Unklarheit, man spricht auch von Entsorgung oder Flohmarktverkäufen zugunsten des afrikanischen Hilfsprojektes der Firma Simmel. Das wäre an sich wenigstens ein guter Zweck, verdeutlicht aber auch, dass keinerlei Wertschätzung zur Geschichte und deren Bewahrung existent ist. Eine Wertschätzung, die mir und dem Museum entgegen der öffentlichen Auftritte des Herrn S. von Anfang an durch ihn  verwehrt blieb.

Verunsicherte Leihgeber, die schon im Vorfeld mit einer Unterbringung ihrer Leihgaben in diesem Center und auch in Dresden nicht einverstanden waren, beabsichtigen die Leihe bis zum 31.10. zurück zu ziehen.  Welcher Schaden damit der vorhandenen Ausstellung zugefügt wird, ist derzeit noch nicht absehbar.  Ab 1. 11. 2016 würde damit nur noch eine deutlich geschmälerte Ausstellung zur Verfügung stehen, da, wie schon eingangs erwähnt, die tatsächliche Absicht das Haus in vollem Umfange zu erhalten, gar nicht weiter verfolgt wird.

Herr Simmel hat keinesfalls, wie öffentlich von ihm bekannt gegeben, seine Liebe zur DDR Geschichte gefunden. Er will nur nebenbei sein Center beleben. Er galubt auch, dass er das Vorhaben in Dresden druchaus als Museum entwickeln kann.

Allen, die bislang eine falsche Beurteilung der Lage zugrunde legen, sei einmal folgende einfache Überlegung dargelegt:

Wie viele Museen suchen die Nähe oder gar die direkte gemeinsame  Unterbringung mit Einkaufsmärkten in Centern.?  Diese zwei artfremden Genre befruchten sich nicht. Jeder von uns kann darauf zurückblicken, dass er privat nie auf die Idee käme, in einem solchen Center ein Museum zu suchen oder zu besuchen oder gar in einer Mall-Bäckerei seinen freien Ausflugstag zu verbringen.

Darüber sollte man mal nachdenken. Bleibt abzuwarten, was in nächster Zeit passiert.

Herrn Simmel mache ich öffentlich den Vorschlag darüber nachzudenken, sofern sein Geschichtsinteresse nicht vollumfänglich über Nacht entdeckt wurde und er den Bürgern wirklich etwas zurückgeben will,  das Museum der Stadt Radebeul und der Region zu erhalten und es z.B. dem Verein zur Fortführung in einer anderen Immobilie anzubieten, den Umzug sowie die Restmietzeit zu finanzieren und so einen wirklichen Beitrag zur Geschichte, zur Schulbildung und für die nachfolgenden Generationen zu leisten.

Nachdem gerade in  Sachsen und der derzeitigen Extremismus Diskussion,  Fragen zur Lösung diskutiert werden, ist es umso unverständlicher, dass ein DDR-Museum dieser Qualität und diesen Umfanges, das  einen Beitrag zur Wirkungsweise von Diktaturen liefern könnte, den Interessen eines privaten Konzernes geopfert wird!

Für mich ist dieser persönliche Verlust, der Nachwelt die Geschichte des anderen Deutschland zu erhalten schwer zu bewältigen. 11 Jahre Kampf in Radebeul und der Verlust der erarbeiteten Anerkennung vieler Partner, auch der BStU, des Goethe Institutes, der politischen Bildung der Bundeswehr und der vielen Schulklassen und deren Heranführung an die Geschichte, schmerzt. Gleiches gilt für alle Mitarbeiter, die sich bislang hier engagiert haben. Ihnen  gebührt zudem auch mein  ganz persönlicher besonderer Dank.

 

Radebeul, den 16.10.2016

H.J.Stephan

 

 

 

- Diese Mitteilung erhalten alle bislang beteiligten Personenkreise und Medien zur Verwendung und Kenntnisnahme! 

Euch allen dies zur Kenntnis.

VG Gerd
 
Das ist echt schade... Wir waren vor zwei Jahren da und es hat sich echt gelohnt, wer die Gelegenheit hat, hinfahren so lange es noch geht
 
Hallo Gerd,

Danke für die Info. Sehr Schade, und wie immer bei solchen "Auflösungen" wird wohl einiges des Ausstellungsgutes in dunklen Kanälen verschwinden..... :(

Viele Grüße Jan
 
Webmaster Jan:

Hallo Gerd,

Danke für die Info. Sehr Schade, und wie immer bei solchen "Auflösungen" wird wohl einiges des Ausstellungsgutes in dunklen Kanälen verschwinden..... :(

Viele Grüße Jan
Deswegen werde ich auch meine Leihgaben dort zurückholen, für einen Raumfüller bei Simmel stehe ich nicht zur Verfügung.

Andere Leihgeber denken ähnlich, so daß hier schon in nächster Zeit die ersten Lücken entstehen werden.

VG Gerd

Und noch der in der SZ erschienene Presseartikel im Link.

http://www.sz-online.de/sachsen/zoff-ums-ddr-museum-3519398.html
 
>Andreas/:

Und was wird nu aus den Ausstellungsstücken!? :(
Wer sich das obige durchliest, sollte den gegenwärtigen Stand hierzu erkannt haben...

Leihgaben werden zum großen Teil zurückgeholt und werden wohl bei den Verleihern verbleiben, was davon in der "neuen" oder in anderen Ausstellungen auftaucht, ist unklar. Diese Leihgaben umfassen ca. 40% des Bestandes der im Museum befindlichen Exponate.

Ein Teil der dem Museum gehörenden Stücke wird in Dresden ausgestellt werden. Zu dem nicht ausgestellten Material kann man oben die derzeitig bekannten Optionen Verkauf und Entsorgung nachlesen. Hier handelt es sich zumeist um Schenkungen aller Art.

Ich werde nächste Woche noch einige Fotos im Museum machen.

VG Gerd
 
>Andreas/:

Danke!!!! War mir einfach zu viel zu lesen, hi!!!
Na soviel isses nun auch nicht zu lesen gewesen..... du übertreibst etwas ;-)

Ich habe bewusst den Text komplett mit allen Schreibfehlern reingestellt. Kürzen und umschreiben ist was für die Pressefuzzis.

VG Gerd

Am 23. 10. kann man letztmalig die jetzige komplette Sammlung zu sehen, im November und bis Weihnachten gibt es dann die gerupfte Version zu sehen

VG Gerd
 
Es wird weitergehen..... 

VG Gerd

Donnerstag, 27.10.2016



Von Peter Redlich

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weiterIm 1. Stock am Albertplatz wird das DDR-Museum einziehen.© André Wirsig

Radebeul/Dresden.Jetzt wird es ernst. Diese Woche ist Übergabe im DDR-Museum. Allerdings ohne Hans Joachim Stephan, der das Haus eigentlich noch bis zum letzten Oktobertag leitet. „Die Übergabe wird von den Anwälten gemacht. Ich habe damit nichts mehr zu tun“, sagte er auf SZ-Nachfrage.

Zuletzt verschickte Stephan Briefe, in denen er sich vor allem darüber beschwerte, dass der neue Besitzer des DDR-Museums, Peter Simmel, die Ausstellung aus Radebeul zu einer kleinen Show neben seinem Edeka-Markt im Dresdner Hochhaus am Albertplatz zusammendampfe. Die Leihgeber vieler Museumsstücke würden sich abkehren.

Doch wie sieht es wirklich aus? Die SZ hat sich im Simmel Center am Albertplatz mit Gabi Reißig und Werner Steiner getroffen und die neuen Räume zeigen lassen. Reißig ist Mitarbeiterin im Simmel-Unternehmen und für den Neuaufbau der Ausstellung verantwortlich. Steiner ist Grafik- und Ausstellungsdesigner aus Dresden. Ihn hat Simmel als Museumsplaner für die Aufgabe engagiert.

An der Ostseite des Centers, gleich neben der Rolltreppe im ersten Stock, trifft der Besucher auf eine große Glaswand. Hinter der Wand ist ein großer Raum, so groß wie etwa zwei Handballfelder. Von diesem Raum führen Durchgänge in den ersten Stock des Hochhauses. Dort gibt es einen Fahrstuhl und kleinere Räume, die für Sanitäranlagen und Büro vorgesehen sind. Alles zusammen sind knapp 1 500 Quadratmeter. Kahler Beton, unterbrochen von Säulen, in den Decken verlaufen Leitungen für Belüftung und Strom.

Inmitten dieser noch ungestalteten Säle hat Werner Steiner seinen Planertisch aufgebaut. Darauf ausgebreitet Schultafel große Papiere, die die Räume wiedergeben. Vor allem aber, was darin bald sein soll.

Die ganze Nordfront zeigt eine riesige Fotowand. „Hier wollen wir Fotos aus dem DDR-Alltag zeigen – wie ein aufgeschlagenes großes Buch“, sagt Steiner. Mit Fotografen aus Dresden sei auch bereits eine Vorabveranstaltung ab 26. November als Einstimmung auf das neue DDR-Museum abgesprochen, sagt Gabi Reißig.

Direkt unter den Fotos sollen die wesentlichen Fahrzeuge gezeigt werden – klar, der Trabi in Varianten, der P 70, der Wohnwagen „Nürnberger Ei“ aus Dresden und andere. Gleich neben dem Eingang, der direkt vom Simmel-Center abgeht, wird es den DDR-Shop geben. Der große Raum selbst werde inselartig gestaltet. Podeste mit Themengruppen, darauf Stelen mit Ausstellungstücken. Es werde die Kaufhalle, die Post, die Arztpraxis, die Schule genauso wieder geben wie in Radebeul wie auch die Bereiche Uhren, Radios und Schreibmaschinen.

An der teils von außen durch große Glasscheiben sichtbaren Südseite ist der Bereich Ferien, Freizeit, Sport in den Plänen eingezeichnet. Dort sollen beispielsweise auch Mopeds, der Trabi mit dem Zelt und wirklich berühmte Gegenstände von Sportlern wie Täve Schur und möglichst auch Kati Witt gezeigt werden.

Der Bereich im Hochhaus sei reserviert für alles, was Möbel betreffe, sagt der Museumsgestalter. Das typische DDR-Wohnzimmer mit der Hellerau-Schrankwand und dem Zeulenroda-Sessel. Der Übergang ins Hochhaus stehe für das Thema Haushalt. Dort würden etwa die Waschmaschinen ausgestellt. Steiner: „Nicht alles in der übermäßigen Fülle wie in Radebeul, aber alles Wesentliche.“ Man wolle auch keine Betroffenheitsausstellung machen, sondern eine moderne Schau, die auch junge Leute interessiert.

Für das neue DDR-Museum werde ein neues Logo entworfen, auch um Streit mit Hans Joachim Stephan aus dem Weg zu gehen, der behauptet, er habe die Rechte für das bisherige Logo.

Ob denn die 1 500 Quadratmeter ausreichen, in Radebeul ist mehr als doppelt so viel Fläche belegt? Museumsplaner Steiner sagt: höchstwahrscheinlich. Es gebe allerdings die Möglichkeit, eine weitere Etage einzubeziehen, die problemlos per Fahrstuhl erreichbar sei und weitere rund 1 000 Quadratmeter biete. Große Exponate könnten über große, vorübergehend zu öffnende Fenster ins Haus gehoben werden. Dies solle beispielsweise mit den Barkas Kleinbussen geschehen. „Wir werden nichts wegwerfen. Das ist Kulturgut“, sagt Steiner und betont, dass auch mindestens 1 000 Quadratmeter für ein Depot zur Verfügung stehen. Woraus dann auch kleine Wanderausstellungen zusammengestellt werden könnten.

Steiner weiß ziemlich genau, was im DDR-Museum steht und auch was Hans Joachim Stephan gehört, was dem Museum gehört und was Leihgeber zur Verfügung gestellt haben. Einer der wesentlichen Leihgeber sei ein Herr Meyer. Ein ehemaliger Requisiteur vom DDR-Fernsehen, der mit seiner Sammlung den Kern der Ausstellung im Radebeuler Museum stelle.

Peter Simmel sagte auf SZ-Nachfrage, dass er sich in den nächsten Tagen mit Familie Meyer in Frankreich – wo diese jetzt lebt – treffen wolle. Die Meyers seien bereit, einen großen Teil der Sammlung zu verkaufen. Simmel: „Wir wollen um die Raritäten kämpfen.“

Doch vorerst wird die Simmel-Beauftragte Gabi Reißig diese Woche die Radebeuler Sammlerstücke übernehmen. Sie zeigt ein Buch voller Eintragungen und Telefonnummern und sagt: „Viele Leihgeber haben sich schon an uns gewandt und möchten ihre Stücke in der Ausstellung auch weiterhin belassen.“

Nächste Woche ab 1. November soll das DDR-Museum, nach einer Woche Schließung, wieder öffnen, zu den gewohnten Zeiten Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr. Der Eintrittspreis bleibe gleich bei 9 Euro. Bis zum 23. Dezember bleibe die Schau noch in Radebeul. Nach Weihnachten und vor allem im Januar soll der Umzug nach Dresden stattfinden, sagt Simmel. Der Plan sei es, am 1. Februar 2017 das neue Museum am Albertplatz zu öffnen.
 
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