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Kombinatsdirektor
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Wer sich diese unfangreiche Sammlung noch nicht angeschaut hat, sollte sich beeilen, denn vor Weihnachten wird diese schließen.
Leider wird es eine Fortführung an einem anderen Standort in der bisherigen Form nicht geben. Mehr dazu in der mir zugeleiteten Pressemitteilung des DDR-Museums in Radebaul.
PRESSEMITTEILUNG
Sehr geehrte Damen und Herren ,
nach dem letzten ergebnislosen Gespräch, bei der sich zeigte, dass die Auffassungen von Herrn Simmel und mir unüberbrückbar sind, ist an der Zeit, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, was in Wahrheit geschehen und beabsichtigt ist. Dem aufmerksamen Beobachter ist bislang sicher nicht entgangen, dass der Gründer und Geschäftsführer des DDR-Museums in den vier letzten Wochen nicht weiter in Erscheinung getreten ist. Das hat seine Gründe, die ich im Folgenden darlege:
Das DDR-Museum geriet 2015 bekanntermaßen in eine finanzielle Schieflage, bedingt durch den drastischen Tourismusrückgang in Sachsen.
Die besondere Rolle des Hauptgesellschafters hier darzulegen, sprengt den Rahmen. Nur so viel, er Herr Dr. K. ist Ex-Eigentümer, Vertreter der spanischen Eigentümer und Hausverwalter im Objekt.
In diesem Zusammenhang sind auch Vorgespräche zwischen Herrn Simmel und dem Hausverwalter Dr.K. gelaufen, die den Ankauf und die Errichtung eines EDEKA-Einkaufzentrums auf Teilen des Wasaparkes zum Inhalt gehabt haben. Das Museum hatte für Herrn Dr. K. nach ertragreichem Verkauf der Immobilie an die Spanier, keinerlei Bedeutung mehr. Herr Simmel lernte dabei das Museum kennen und die beiden sehr gleichdenkenden Herren waren sich zumindest darüber einig, dass das Museum im Simmel-Center in Teilen zur Belebung genutzt werden könnte. Gleichzeitig lief die Abwicklung des Museums aus der Sicht des Hausverwalters.
Nach Prüfung durch vier Anwälte, teilten mir diese im Februar 2016 unabhängig mit, dass ich angesichts der Entwicklung als Geschäftsführer sofort in Insolvenz gehe müsse, um nicht auch noch persönlichen Schaden nehmen zu müssen. Hierfür konnte das Schutzschirminsolvenzverfahren gewählt werden, dass zum Ziel hatte, den Erhalt des Museums zu erreichen. Die ersten Monate waren von den umfangreichen Vorbereitungen und der Einleitung des Verfahrens geprägt.
Die Absicht eine neue Trägerschaft in Form einer gGmbH zu gründen, gelang nicht, da sich die Spanier (Eigentümer der Immobilie) uns gegenüber nicht verhandlungsbereit zeigten. Später änderte sich dies, dazu unten mehr.
Nach der Einleitung des Verfahrens boten sich zahlreiche Interessenten an, die DDV Mediengruppe, Herr C. Dietmann, [BAD]eiss-Daimler, Herr Hofmann (Frankenberg), Herr Müller (Döbeln), ein Webereibesitzer in Mittweida, Frau Gruna mit ihrem Objekt „Tresor am Ring“ und andere hilfsbereite Personen, wie z.B. Wolle Förster, sowie durch die Gründung eines gemeinnützigen Vereines, eine Gruppe von Privatpersonen und Geschäftsleuten aus und um Radebeul.
Die möglichen Umzugskosten waren bei allen Gesprächen das größte Problem. Einhellig die Auffassung, dass dies Museum erhalten bleiben muß!
Die Verhandlungen erforderten viel zeitlichen Aufwand. Die Insolvenzverwalter betrieben ab dem 1.7. das Museum im förmlichen Verfahren, nachdem die Einnahmen des Museums in jedem Falle kostendeckend waren.
Der Insolvenzverwalter brauchte ein funktionierendes und ich ein umfassendes Museum für die Verhandlungen über den Fortbestand mit Interessenten.
Die größte Hoffnung hatten wir auf Herrn Preiss-Daimler und die Stadt Frankenberg gesetzt. [BAD]-D. konnte aber keine geeignete Immobilie erwerben und setzte auf die Hilfe des Museumsvereines. Damit schied er leider aus. Leider scheiterten auch alle Bemühungen, Investoren für den Tresor am Ring ins Boot zu holen.
Ende August sprach Herr Simmel vor. Nach zwei kurzen Vorstellungen wurde die Kaufverhandlung beim Insolvenzverwalter begonnen. Herr S. sagte hierzu unter Zeugen, das er das gesamte Museum erwerben wolle, da die Geschichte erhalten werden müsse. Er stelle dafür in DD das Hochhaus mit mehreren Stockwerken und einen Teil des Simmel-Centers zur Verfügung.
Die Insolvenzverwalter gestalteten daraufhin den Kaufvertrag, um den Weg zu ebnen. Auffällig war, dass Herr Dr.K. sich ruhig verhielt. Gleichzeitig wurden hier in Radebeul Gerüchte gehandelt, dass Herr S. das blaue Haus (Museumsstandort) im Wasapark kaufen wollte, um nach Abriss oder Umbau ein Edeka Center einzurichten. Dies wurde zwischenzeitlich auch bestätigt. Doch sind die Kaufverhandlungen hier wiederum zwischenzeitlich gescheitert.
Nach dem Zuschlag am 15.09. verhielt sich Herr S. sehr distanziert. Dies mahnte mich zu besonderer Vorsicht. Bereits am 8.09.2016 ging an den Insolvenzanwalt und an mich die Mitteilung, dass alle bestehenden, ich betone alle bestehenden Verträge des Museums gekündigt werden sollten. Dies beinhaltete Werbeverträge, Domains, Versicherungen, Telefon, Internetportale usw. Herr Simmel war sich also schon sicher, dass er eine Woche vor Ablauf der Frist den Zuschlag erhalten wird!
Dieses erste Schreiben des Herrn Simmel ließ mich aufhorchen. Was soll das, wenn man ein Haus retten und übernehmen will? Man zerreißt so alle bislang erarbeiteten bestehenden Netzwerke und die Positionierung am Markt.
Am Montag den 19. September wurde ich zur Pressekonferenz am 22.09.2016 durch Herrn S. ausgeladen.
Man kündigte sich außerdem zu einem Termin am Dienstag den 27.09. an, bei dem man nicht erwähnte, dass ein Museumsplaner mitgebracht werde, den ich allerdings kannte und dessen Kommen mir nicht verborgen geblieben war.
Dieser Planer wurde Herrn Simmel von Herrn Dr.K. empfohlen.
Die am 22.09.angekündigte Personalversammlung wurde im Museum am 27.09.2016 durchgeführt. Bei dieser stellte sich Herr Simmel dem Personal und später dem Museumsverein vor. Die Mitarbeiter und damit auch ich, erfuhren, dass diese sich in das Unternehmen EDEKA Simmel bewerben dürfen, welches von typisch amerikanischer Leitkultur geprägt ist. Alle, auch ich, sollten dazu einen Personalbewerbungsbogen ausfüllen, der Fragen beinhaltet, die bereits von Arbeitsgerichten als unzulässig verworfen wurden.
Den Mitarbeitern wurde die Übernahme zu den bestehenden Konditionen angeboten, in meinem Falle sogar verschlechtert. Dies zeigte mir, dass mein Wissen nicht gefragt war. Die Antwort auf meine Gehaltsvorstellung war, dass ich mich in das bestehende Gehaltsgefüge bei EDEKA Simmel einfügen müsse!
Eine weitere Aussage zu meinem Verbleib traf man nicht. Die Firma Simmel versuchte sich im Vorfeld alle notwendigen Informationen zu beschaffen, um soweit als möglich einen Überblick über das Museum zu gewinnen. Das wäre an sich legitim, wenn da nicht das sonderbare Auftreten als Beigeschmack bliebe. Nach Besichtigung der Räume und Archive durch Umzugsunternehmen, erhielten wir unterschiedliche Aussagen zur Strategie des Umzuges.
Zwischenzeitlich wurde auch bekannt, dass Herr S. jetzt sehr kurzfristig persönlich über den Kontaktanwalt mit den Spaniern weitere Mietverhandlungen führe, um den Abbau des Museums mit Mietvertrag durchführen zu können.
Der Wirt des Seventies wird plötzlich mit in das Simmel-Center ziehen, das laufende Mietverhältnis kann offensichtlich vorzeitig beendet werden. Auch das wiederspricht der gegenüber uns gezeigten Verhandlungsbereitschaft.
Weder den Insolvenzverwaltern noch mir ist es im Vorfeld gelungen, mit den Spaniern einen vernünftigen Kontakt aufzubauen.
Herr S. plant nun eine Art DDR-Show unter günstigsten Rahmenbedingungen. Hierzu liegen uns auch eine Reihe von Aussagen vor. Nur max. 25 % des alten Ausstellungsumfanges auf einer ca. Ausstellungsfläche von 950 qm Bruttofläche nach Plan 1450 qm)bleiben erhalten. Die neue Planung wurde mir und einem Vertreter des Museumsvereines am 13.10. erstmalig präsentiert. Eine Museumsleitung ist hierfür weder erforderlich noch eingeplant.
In der persönlichen Aussprache zwischen Herrn Simmel und mir an diesem Donnerstag konnte nur festgestellt werden, dass keinerlei Übereinstimmung oder Gemeinsamkeiten erkennbar waren.
Über den Verbleib der restlichen Sammlung herrscht Unklarheit, man spricht auch von Entsorgung oder Flohmarktverkäufen zugunsten des afrikanischen Hilfsprojektes der Firma Simmel. Das wäre an sich wenigstens ein guter Zweck, verdeutlicht aber auch, dass keinerlei Wertschätzung zur Geschichte und deren Bewahrung existent ist. Eine Wertschätzung, die mir und dem Museum entgegen der öffentlichen Auftritte des Herrn S. von Anfang an durch ihn verwehrt blieb.
Verunsicherte Leihgeber, die schon im Vorfeld mit einer Unterbringung ihrer Leihgaben in diesem Center und auch in Dresden nicht einverstanden waren, beabsichtigen die Leihe bis zum 31.10. zurück zu ziehen. Welcher Schaden damit der vorhandenen Ausstellung zugefügt wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Ab 1. 11. 2016 würde damit nur noch eine deutlich geschmälerte Ausstellung zur Verfügung stehen, da, wie schon eingangs erwähnt, die tatsächliche Absicht das Haus in vollem Umfange zu erhalten, gar nicht weiter verfolgt wird.
Herr Simmel hat keinesfalls, wie öffentlich von ihm bekannt gegeben, seine Liebe zur DDR Geschichte gefunden. Er will nur nebenbei sein Center beleben. Er galubt auch, dass er das Vorhaben in Dresden druchaus als Museum entwickeln kann.
Allen, die bislang eine falsche Beurteilung der Lage zugrunde legen, sei einmal folgende einfache Überlegung dargelegt:
Wie viele Museen suchen die Nähe oder gar die direkte gemeinsame Unterbringung mit Einkaufsmärkten in Centern.? Diese zwei artfremden Genre befruchten sich nicht. Jeder von uns kann darauf zurückblicken, dass er privat nie auf die Idee käme, in einem solchen Center ein Museum zu suchen oder zu besuchen oder gar in einer Mall-Bäckerei seinen freien Ausflugstag zu verbringen.
Darüber sollte man mal nachdenken. Bleibt abzuwarten, was in nächster Zeit passiert.
Herrn Simmel mache ich öffentlich den Vorschlag darüber nachzudenken, sofern sein Geschichtsinteresse nicht vollumfänglich über Nacht entdeckt wurde und er den Bürgern wirklich etwas zurückgeben will, das Museum der Stadt Radebeul und der Region zu erhalten und es z.B. dem Verein zur Fortführung in einer anderen Immobilie anzubieten, den Umzug sowie die Restmietzeit zu finanzieren und so einen wirklichen Beitrag zur Geschichte, zur Schulbildung und für die nachfolgenden Generationen zu leisten.
Nachdem gerade in Sachsen und der derzeitigen Extremismus Diskussion, Fragen zur Lösung diskutiert werden, ist es umso unverständlicher, dass ein DDR-Museum dieser Qualität und diesen Umfanges, das einen Beitrag zur Wirkungsweise von Diktaturen liefern könnte, den Interessen eines privaten Konzernes geopfert wird!
Für mich ist dieser persönliche Verlust, der Nachwelt die Geschichte des anderen Deutschland zu erhalten schwer zu bewältigen. 11 Jahre Kampf in Radebeul und der Verlust der erarbeiteten Anerkennung vieler Partner, auch der BStU, des Goethe Institutes, der politischen Bildung der Bundeswehr und der vielen Schulklassen und deren Heranführung an die Geschichte, schmerzt. Gleiches gilt für alle Mitarbeiter, die sich bislang hier engagiert haben. Ihnen gebührt zudem auch mein ganz persönlicher besonderer Dank.
Radebeul, den 16.10.2016
H.J.Stephan
- Diese Mitteilung erhalten alle bislang beteiligten Personenkreise und Medien zur Verwendung und Kenntnisnahme!
Euch allen dies zur Kenntnis.
VG Gerd
Leider wird es eine Fortführung an einem anderen Standort in der bisherigen Form nicht geben. Mehr dazu in der mir zugeleiteten Pressemitteilung des DDR-Museums in Radebaul.
PRESSEMITTEILUNG
Sehr geehrte Damen und Herren ,
nach dem letzten ergebnislosen Gespräch, bei der sich zeigte, dass die Auffassungen von Herrn Simmel und mir unüberbrückbar sind, ist an der Zeit, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, was in Wahrheit geschehen und beabsichtigt ist. Dem aufmerksamen Beobachter ist bislang sicher nicht entgangen, dass der Gründer und Geschäftsführer des DDR-Museums in den vier letzten Wochen nicht weiter in Erscheinung getreten ist. Das hat seine Gründe, die ich im Folgenden darlege:
Das DDR-Museum geriet 2015 bekanntermaßen in eine finanzielle Schieflage, bedingt durch den drastischen Tourismusrückgang in Sachsen.
Die besondere Rolle des Hauptgesellschafters hier darzulegen, sprengt den Rahmen. Nur so viel, er Herr Dr. K. ist Ex-Eigentümer, Vertreter der spanischen Eigentümer und Hausverwalter im Objekt.
In diesem Zusammenhang sind auch Vorgespräche zwischen Herrn Simmel und dem Hausverwalter Dr.K. gelaufen, die den Ankauf und die Errichtung eines EDEKA-Einkaufzentrums auf Teilen des Wasaparkes zum Inhalt gehabt haben. Das Museum hatte für Herrn Dr. K. nach ertragreichem Verkauf der Immobilie an die Spanier, keinerlei Bedeutung mehr. Herr Simmel lernte dabei das Museum kennen und die beiden sehr gleichdenkenden Herren waren sich zumindest darüber einig, dass das Museum im Simmel-Center in Teilen zur Belebung genutzt werden könnte. Gleichzeitig lief die Abwicklung des Museums aus der Sicht des Hausverwalters.
Nach Prüfung durch vier Anwälte, teilten mir diese im Februar 2016 unabhängig mit, dass ich angesichts der Entwicklung als Geschäftsführer sofort in Insolvenz gehe müsse, um nicht auch noch persönlichen Schaden nehmen zu müssen. Hierfür konnte das Schutzschirminsolvenzverfahren gewählt werden, dass zum Ziel hatte, den Erhalt des Museums zu erreichen. Die ersten Monate waren von den umfangreichen Vorbereitungen und der Einleitung des Verfahrens geprägt.
Die Absicht eine neue Trägerschaft in Form einer gGmbH zu gründen, gelang nicht, da sich die Spanier (Eigentümer der Immobilie) uns gegenüber nicht verhandlungsbereit zeigten. Später änderte sich dies, dazu unten mehr.
Nach der Einleitung des Verfahrens boten sich zahlreiche Interessenten an, die DDV Mediengruppe, Herr C. Dietmann, [BAD]eiss-Daimler, Herr Hofmann (Frankenberg), Herr Müller (Döbeln), ein Webereibesitzer in Mittweida, Frau Gruna mit ihrem Objekt „Tresor am Ring“ und andere hilfsbereite Personen, wie z.B. Wolle Förster, sowie durch die Gründung eines gemeinnützigen Vereines, eine Gruppe von Privatpersonen und Geschäftsleuten aus und um Radebeul.
Die möglichen Umzugskosten waren bei allen Gesprächen das größte Problem. Einhellig die Auffassung, dass dies Museum erhalten bleiben muß!
Die Verhandlungen erforderten viel zeitlichen Aufwand. Die Insolvenzverwalter betrieben ab dem 1.7. das Museum im förmlichen Verfahren, nachdem die Einnahmen des Museums in jedem Falle kostendeckend waren.
Der Insolvenzverwalter brauchte ein funktionierendes und ich ein umfassendes Museum für die Verhandlungen über den Fortbestand mit Interessenten.
Die größte Hoffnung hatten wir auf Herrn Preiss-Daimler und die Stadt Frankenberg gesetzt. [BAD]-D. konnte aber keine geeignete Immobilie erwerben und setzte auf die Hilfe des Museumsvereines. Damit schied er leider aus. Leider scheiterten auch alle Bemühungen, Investoren für den Tresor am Ring ins Boot zu holen.
Ende August sprach Herr Simmel vor. Nach zwei kurzen Vorstellungen wurde die Kaufverhandlung beim Insolvenzverwalter begonnen. Herr S. sagte hierzu unter Zeugen, das er das gesamte Museum erwerben wolle, da die Geschichte erhalten werden müsse. Er stelle dafür in DD das Hochhaus mit mehreren Stockwerken und einen Teil des Simmel-Centers zur Verfügung.
Die Insolvenzverwalter gestalteten daraufhin den Kaufvertrag, um den Weg zu ebnen. Auffällig war, dass Herr Dr.K. sich ruhig verhielt. Gleichzeitig wurden hier in Radebeul Gerüchte gehandelt, dass Herr S. das blaue Haus (Museumsstandort) im Wasapark kaufen wollte, um nach Abriss oder Umbau ein Edeka Center einzurichten. Dies wurde zwischenzeitlich auch bestätigt. Doch sind die Kaufverhandlungen hier wiederum zwischenzeitlich gescheitert.
Nach dem Zuschlag am 15.09. verhielt sich Herr S. sehr distanziert. Dies mahnte mich zu besonderer Vorsicht. Bereits am 8.09.2016 ging an den Insolvenzanwalt und an mich die Mitteilung, dass alle bestehenden, ich betone alle bestehenden Verträge des Museums gekündigt werden sollten. Dies beinhaltete Werbeverträge, Domains, Versicherungen, Telefon, Internetportale usw. Herr Simmel war sich also schon sicher, dass er eine Woche vor Ablauf der Frist den Zuschlag erhalten wird!
Dieses erste Schreiben des Herrn Simmel ließ mich aufhorchen. Was soll das, wenn man ein Haus retten und übernehmen will? Man zerreißt so alle bislang erarbeiteten bestehenden Netzwerke und die Positionierung am Markt.
Am Montag den 19. September wurde ich zur Pressekonferenz am 22.09.2016 durch Herrn S. ausgeladen.
Man kündigte sich außerdem zu einem Termin am Dienstag den 27.09. an, bei dem man nicht erwähnte, dass ein Museumsplaner mitgebracht werde, den ich allerdings kannte und dessen Kommen mir nicht verborgen geblieben war.
Dieser Planer wurde Herrn Simmel von Herrn Dr.K. empfohlen.
Die am 22.09.angekündigte Personalversammlung wurde im Museum am 27.09.2016 durchgeführt. Bei dieser stellte sich Herr Simmel dem Personal und später dem Museumsverein vor. Die Mitarbeiter und damit auch ich, erfuhren, dass diese sich in das Unternehmen EDEKA Simmel bewerben dürfen, welches von typisch amerikanischer Leitkultur geprägt ist. Alle, auch ich, sollten dazu einen Personalbewerbungsbogen ausfüllen, der Fragen beinhaltet, die bereits von Arbeitsgerichten als unzulässig verworfen wurden.
Den Mitarbeitern wurde die Übernahme zu den bestehenden Konditionen angeboten, in meinem Falle sogar verschlechtert. Dies zeigte mir, dass mein Wissen nicht gefragt war. Die Antwort auf meine Gehaltsvorstellung war, dass ich mich in das bestehende Gehaltsgefüge bei EDEKA Simmel einfügen müsse!
Eine weitere Aussage zu meinem Verbleib traf man nicht. Die Firma Simmel versuchte sich im Vorfeld alle notwendigen Informationen zu beschaffen, um soweit als möglich einen Überblick über das Museum zu gewinnen. Das wäre an sich legitim, wenn da nicht das sonderbare Auftreten als Beigeschmack bliebe. Nach Besichtigung der Räume und Archive durch Umzugsunternehmen, erhielten wir unterschiedliche Aussagen zur Strategie des Umzuges.
Zwischenzeitlich wurde auch bekannt, dass Herr S. jetzt sehr kurzfristig persönlich über den Kontaktanwalt mit den Spaniern weitere Mietverhandlungen führe, um den Abbau des Museums mit Mietvertrag durchführen zu können.
Der Wirt des Seventies wird plötzlich mit in das Simmel-Center ziehen, das laufende Mietverhältnis kann offensichtlich vorzeitig beendet werden. Auch das wiederspricht der gegenüber uns gezeigten Verhandlungsbereitschaft.
Weder den Insolvenzverwaltern noch mir ist es im Vorfeld gelungen, mit den Spaniern einen vernünftigen Kontakt aufzubauen.
Herr S. plant nun eine Art DDR-Show unter günstigsten Rahmenbedingungen. Hierzu liegen uns auch eine Reihe von Aussagen vor. Nur max. 25 % des alten Ausstellungsumfanges auf einer ca. Ausstellungsfläche von 950 qm Bruttofläche nach Plan 1450 qm)bleiben erhalten. Die neue Planung wurde mir und einem Vertreter des Museumsvereines am 13.10. erstmalig präsentiert. Eine Museumsleitung ist hierfür weder erforderlich noch eingeplant.
In der persönlichen Aussprache zwischen Herrn Simmel und mir an diesem Donnerstag konnte nur festgestellt werden, dass keinerlei Übereinstimmung oder Gemeinsamkeiten erkennbar waren.
Über den Verbleib der restlichen Sammlung herrscht Unklarheit, man spricht auch von Entsorgung oder Flohmarktverkäufen zugunsten des afrikanischen Hilfsprojektes der Firma Simmel. Das wäre an sich wenigstens ein guter Zweck, verdeutlicht aber auch, dass keinerlei Wertschätzung zur Geschichte und deren Bewahrung existent ist. Eine Wertschätzung, die mir und dem Museum entgegen der öffentlichen Auftritte des Herrn S. von Anfang an durch ihn verwehrt blieb.
Verunsicherte Leihgeber, die schon im Vorfeld mit einer Unterbringung ihrer Leihgaben in diesem Center und auch in Dresden nicht einverstanden waren, beabsichtigen die Leihe bis zum 31.10. zurück zu ziehen. Welcher Schaden damit der vorhandenen Ausstellung zugefügt wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Ab 1. 11. 2016 würde damit nur noch eine deutlich geschmälerte Ausstellung zur Verfügung stehen, da, wie schon eingangs erwähnt, die tatsächliche Absicht das Haus in vollem Umfange zu erhalten, gar nicht weiter verfolgt wird.
Herr Simmel hat keinesfalls, wie öffentlich von ihm bekannt gegeben, seine Liebe zur DDR Geschichte gefunden. Er will nur nebenbei sein Center beleben. Er galubt auch, dass er das Vorhaben in Dresden druchaus als Museum entwickeln kann.
Allen, die bislang eine falsche Beurteilung der Lage zugrunde legen, sei einmal folgende einfache Überlegung dargelegt:
Wie viele Museen suchen die Nähe oder gar die direkte gemeinsame Unterbringung mit Einkaufsmärkten in Centern.? Diese zwei artfremden Genre befruchten sich nicht. Jeder von uns kann darauf zurückblicken, dass er privat nie auf die Idee käme, in einem solchen Center ein Museum zu suchen oder zu besuchen oder gar in einer Mall-Bäckerei seinen freien Ausflugstag zu verbringen.
Darüber sollte man mal nachdenken. Bleibt abzuwarten, was in nächster Zeit passiert.
Herrn Simmel mache ich öffentlich den Vorschlag darüber nachzudenken, sofern sein Geschichtsinteresse nicht vollumfänglich über Nacht entdeckt wurde und er den Bürgern wirklich etwas zurückgeben will, das Museum der Stadt Radebeul und der Region zu erhalten und es z.B. dem Verein zur Fortführung in einer anderen Immobilie anzubieten, den Umzug sowie die Restmietzeit zu finanzieren und so einen wirklichen Beitrag zur Geschichte, zur Schulbildung und für die nachfolgenden Generationen zu leisten.
Nachdem gerade in Sachsen und der derzeitigen Extremismus Diskussion, Fragen zur Lösung diskutiert werden, ist es umso unverständlicher, dass ein DDR-Museum dieser Qualität und diesen Umfanges, das einen Beitrag zur Wirkungsweise von Diktaturen liefern könnte, den Interessen eines privaten Konzernes geopfert wird!
Für mich ist dieser persönliche Verlust, der Nachwelt die Geschichte des anderen Deutschland zu erhalten schwer zu bewältigen. 11 Jahre Kampf in Radebeul und der Verlust der erarbeiteten Anerkennung vieler Partner, auch der BStU, des Goethe Institutes, der politischen Bildung der Bundeswehr und der vielen Schulklassen und deren Heranführung an die Geschichte, schmerzt. Gleiches gilt für alle Mitarbeiter, die sich bislang hier engagiert haben. Ihnen gebührt zudem auch mein ganz persönlicher besonderer Dank.
Radebeul, den 16.10.2016
H.J.Stephan
- Diese Mitteilung erhalten alle bislang beteiligten Personenkreise und Medien zur Verwendung und Kenntnisnahme!
Euch allen dies zur Kenntnis.
VG Gerd


