Hallo und Guten Morgen,
Andreas, ich glaube nicht, daß die Wende zu einem früherem Zeitpunkt den Untergang der Marke Schlüter verhindern hätte können, leider

.
Ich fand diese Traktoren damals wegen ihrer fortschrittlichen Technik sehr interessant! Doch Schlüter war eine Marke für Individualisten!
Die Produktion war durch die große Typenvielfalt weit weg von einer ökonomischen Serienfertigung und damit die Traktoren im Vergleich zum Wettbewerb zu teuer!
-Analogien zu FAUN- und Kaelble- Lkw und Schwerlastzugmaschinen sind sichtbar.-
Und mit der Typenvielfalt waren dann auch Probleme in der Ersatzteilversorgung vorprogrammiert.
Ein Erlebnis:
Im Sommer 1990, am Wochenende vom 30.06. zum 01.07., -es wurde nicht nur die D-Mark eingeführt

,- fand in Markkleeberg eine "agra" statt.
Anwesend waren alle namhaften Hersteller von Landmaschinen aus dem In- und Ausland. Mit der D-Mark war ja jetzt der Markt geöffnet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

.
Ich war war auf der Suche nach einer Anstellung, vorzugsweise im Vertrieb.
"Westunerfahren", war ich damals längere Zeit am Stand von Schlüter im Gespräch mit einem -damals- älteren Mitarbeiter. Er hatte Zeit, denn das Interesse der Besucher an der Fa. Schlüter war überschaubar ... Schade.
In dem aus heutiger Sicht, doch eher vertraulichem Gespräch, schilderte er mir genau diese Nachteile. Für den von mir angedachten Ersatz der K 700-Flotte mit Schlüter Traktoren, waren diese einfach zu teuer und zu kompliziert. Ich habe auch später keine Schlüter-Traktoren auf den Feldern gesehen

.
Als erste Großtraktoren brachten damals die "West"-Pächter ihre FIAT-Traktoren mit 180 PS mit. Dann kamen John Deere und Case aus den USA ... Fendt & Deutz hatten damals keinen Großtraktor.
Und es wurden weiterhin K700 importiert

.
Gruß Wolfram