Deutschland 2013 - Zwangsumsiedelungen oder Enteignungen

Nordhausen-fan

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02. Mai 2009
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Hallo,

1990 empörten sich bundesdeutsche Politiker über den Raubbau an Natur und Umwelt und die Vertreibung der Bürger aus ihrer Heimat wegen der Braunkohle, in der DDR.

Über 20 Jahre später soll der sorbische Kulturraum um Schleife den Baggern zum Opfer fallen, einschließlich des Naturschutzgebietes "Urwald Weißwasser".

Und ein Sorbe ist sächs. Ministerpräsident...

seht selbst

Aber wehe Du sägst zur falschen Zeit, am falschen Ort, einen Baum um...

Gruß Thomas
 
Hallo,
ich selbst lebe nur ca. 300 m von einem Tagebau entfernt.
Das Problem dieser Sache ist ganz einfach so, dass die Menschen ihren Strom aus der Steckdose bekommen und nicht wirklich Interesse daran haben, wo er eigentlich herkommt.
Man möchte keine Atomkraftwerke, keine Braunkohle und auch nicht solche "Spargel"(Windräder) und es wird stets und ständig gegen irgend etwas protestiert und demonstriert. Aber Sonne und Wasserkraft bringen es auch nicht alleine. Von daher bleibt die Braunkohle nach der Abschaffung der AKW‘s als einzige Hauptkraft übrig. Dies wird sich auch in den nächsten Jahrzehnten nicht ändern.
Von daher muss man sich damit auch abfinden. In diesem Film ist einiges sehr überspitzt dargestellt. Auch Vattenfall hält sich an Fällzeiten und man darf auch nicht vergessen, dass die umgesiedelten Menschen ihre Gehöfte nach eigenen Wünschen wieder hergerichtet bzw. aufgebaut bekommen. Und das NEU. Das gab es niemals zuvor. In der DDR wurde in der nächsten Stadt eine Blockwohnung zur Verfügung gestellt.
Ich möchte nicht bestreiten, dass Kulturgegenden dadurch unwiederbringlich zerstört werden und die Heimat vieler Menschen zerstört wird. Doch jeder von denen, die ihr Haus und Hof verlieren, gebraucht auch Strom, der nicht nur aus der Wand kommt. Des Weiteren sollte man auch nicht vergessen, dass durch die Tagebaue zig tausend Arbeiter beschäftigt werden, die auch brav ihre Steuern zahlen. Wenn so wie nach der Wende die Tagebaue und Kraftwerke, sowie dessen verbundenen Betriebe, geschlossen würden, dann stehen diese ganzen Menschen auf der Straße und es wir für den Staat richtig eng.
Ich komme aus der Lausitz und kenne die Thematik mit den Tagebauen zur genüge. Man sollte alles etwas relativieren und sich selbst davon ein Bild verschaffen und sich nicht von so einem etwas übertriebenen Film hetzen und beeinflussen lassen.
So ist meine Meinung zu diesem Thema und ich arbeite nicht in der Braunkohle.

Gruß
Tobias
 
Moin Moin

meine Güte so viele geballte Halbwahrheiten hab ich lange nicht gehört.
Diese Menge von Hass und Hetzetiraden, da rollen sich ja die Fussnägel hoch.
’Zurück in die Steinzeit aber der Farbfehnseher muss mit.’
Kann dem Tobias nur beipflichten.
vG Fiete
 
Hmm, auch ne Sichtweise,
aber wenn jemand partout nicht den "Haufen" Geld will, und das nach eigenen Wünschen NEU errichtete Gehöft in fremder Umgebung, das die Heimat in der alten "Bude" nicht ersetzt? Und wie ist der persönliche Beitrag von den Millionen anderen die davon profitieren.
Die Problematik ist mir durchaus aus dem eigenen Umfeld bekannt.
Der Farbfernseher und der Strom aus der heimischen Steckdose sind warscheinlich eher nicht die Ursache für diese Dimensionen.

Ein kleiner Einblick in meine Sicht der Dinge.

Gruß Thomas
 
Hallo Tobias,
feiner Beitrag, wohl der beste, den ich hier seit Monaten lesen durfte. Vielen Dank.
Balsam für die Augen nach dem vielen inhaltlichen und muttersprachlichen Sondermüll, der mittlerweile im Forum verklappt wird. Tendenz steigend. Und die Legasthenie und geistige Impotenz feiern teils fröhliche Auswüchse.
Da Du in der Nähe eines Tagebaues wohnst, weißt Du, was es bedeutet. Bist also authentisch und schreibst das auch sehr schön unsentimental.
Die Problematik ist natürlich sensibel, aber wie immer - die Medaille hat zwei Seiten. Und mit leeren Händen verläßt keiner der Akteure die Arena. Nur macht sich diese Feststellung sicher in dem MDR - Beitrag nicht so gut. Früher siedelte man in die Platte um, heute läuft das anders, nicht jeder wird sich dabei verschlechtern...
Immer gut ist ein Hinweis auf irgendwas aus dem Dritten Reich, hier das Bergrecht, unser täglich Adolf gib uns heute.
Und sonst hätten es die Nächsten gemacht, also das mit dem Bergrecht.
Den Vögeln im gezeigten Urwald ist die ganze Geschichte wahrscheinlich völlig egal, die brüten auch an einem anderen Ort. Und irsinnigerweise ist ja auch dieser Urwald nur eine Kulturlandschaft, hat also eine andere / ursprünglichere + ältere Landschaft ersetzt, und wenn der Kohlebagger durch ist, folgt eigentlich nur die nächste Kulturlandschaft. Hört sich unsentimental an, ist aber so.
Die Kohle war auch mal eine Landschaft oder Pflanzenwelt, nach ihr kam ja sicher nicht umgehend der nunmehr zerstörte Urwald, wahrscheinlich waren aber auch die kohleliefernden Pflanzen nicht der Erstbewuchs hier, also wenn man es dann ganz genau betrachtet, ist alles immer in Veränderung begriffen, panta rhei.
War sonst noch was?
Ach ja die Höfe, für deren Errichtung war es zwangsläugig nötig, Wald zu roden und die Landschaft zu verändern, kultivieren nennt man es.
Oder man sagt, egal wo der Mensch sich ansiedelt, beeinflußt er die Landschaft. Das hat er aber schon immer getan.
MfG Uwe
 
Hallo,

man will die Vorzüge von Strom nutzen, wenn es dann aber darum geht, dass eine Gegenleistung verlangt wird, dann wollen die Betroffenen auf einmal nicht mehr. Da sie ja Entschädigungen bekommen, ist es keine Enteignung wie zu DDR-Zeiten, denke ich. So lange, wie es kein alternatives Stromgewinnungskonzept zur Braunkohle gibt, muss man mit den Enteignungen leben. Gegen so eine Enteignung zu klagen ist auch nicht sinnvoll, weil es dann heißt, das öffentliche Interesse hat Vorrang vor den Privatinteressen.

Gruß Andreas
 
Hallo,
in das Thema Tagebau durfte ich auch schon einigemale hinneinschaun. Klettwitz-Nord wurde erschlossen, war kurz vor der Wende abbaureif, doch dann hat man zurückgerudert und alles nach nur 3 Jahren Förderung wieder zugeschüttet, nun siedelt man woanders Leute um......!? Sowas verursacht nur Kopfschütteln, auch wenn klar ist, daß Strom nicht aus der Dose kommt! Aber ich glaube mittlerweile soll es Überlegungen geben Klettwitz-Nord erneut aufzubaggern.......

Die große Förderbrücke F60 ist übrigens ein echt imposantes Teil, kann man glaube auch besichtigen.

Mfg Webmaster Jan

http://www.ostkohle.de/html/klettwitz.html
 
Tolle Sache wo wäre der Strom bloß die letzten Monate hergekommen Sonne gabs sehr selten und Wind na ja und Wärme machen wir ja aus Rohstoffen der gelben Tonne von diesen Anlagen wurden ja genug in der Lausitz gebaut bzw alte Kraftwerke umgestaltet vieles wurde ja schon durch Tobias RS09 gesagt und was wird aus der Lausitz wenn die Kohle weg ist dann sind die Rentner hier allein und es wird nicht ein Dorf geopfert sondern sehr viele wenn die Jugend und die mittlere generation fehlt wer das mahl sehen will dem kann ich ein paar Regionen zeigen aber wir haben in hudert jahren auch noch keinen Urwald zurück weil die ERNEUERBARENENERGIEHAIE den wald trozdem abholzen um Pelletz un Hackschnitzel zu machen geht natürlich ohne Riesentagebaumaschienen aber der Vorrat reicht bei diesem RAUBBAU nicht mal für eine Generation wenn wir diese Politik nicht bald ändern sind wir schneller am Ende wie uns diese GR...e partei und deren Koalitonspartner einreden .
Ich wohne in der Kohleregion und lebe wie ALLE hier mit vom Tagebau auch Leute die in diesem Film recht lange zu sehen waren leben davon wenigstens hat er die ´´Schnautze,, gehalten aber jedem der die kohle nicht will dem hätte ich nur noch GRÜNEN Strom verkauft aber NUR wenn er momentan verfügbar ist also wenn keine Sonne und kein Wind dann KEIN Strom ,und das futter muß man diesen Menschen auch um den Prozentsatz kürzen welcher mit SOLARFELDERN auf Landwirtschaftlicher Fläche zugebaut wurde dazu noch den Abzug für BIOSPRIT ich glaube einige dürften nur noch 2-3x in Monat was essen

Gruß STEFFEN
 
Hallo nochmal,
um das Thema des Webmasters noch einmal aufzugreifen ist es so, dass eine große Zahl der rekultivierten Tagebaue nicht einmal annähernd ausgekohlt ist. Mit Sicherheit kann man sagen, dass in den nächsten Jahrzehnten wieder Tagebaue aufgeschlossen werden. Man kann es an einem schönen Beispiel sehen. Der Tagebau Nochten bringt den kompletten Kohlebedarf für das Kraftwerk Boxberg. Der kleine Bruder vom Tagebau Nochten ist der Tagebau Reichwalde, welcher in den 90‘er Jahren gestundet wurde. Wenn ich mich nicht ganz irre, wurde der Betrieb in diesem Tagebau im letzten Jahr wieder angefahren. Parallel dazu läuft im Land Brandenburg noch der Tagebau Jänschwald mit der kleineren Grube Cottbus Nord nebenher. Dann läuft bei uns in der Gegend noch der Tagebau Welzow.
Bis auf Cottbus Nord werden alle weiteren Tagebau bis ca. 2035 in Betrieb bleiben. Die Kohlefelder sind in Ostdeutschland alle seit mehreren Jahrzehnten soweit erschlossen. Von daher ist es den Menschen in den betroffenen Gebieten auch bewusst, dass es irgendwann einmal soweit ist und der Ort dem Bagger weichen muss.
Ich selbst habe das in den Medien hochgeputschte Dorf Hornow zum Teil mit abgerissen. Ebenfalls war ich beim Abriss des Dorfes Heidmühl beteiligt. Dazu kann man sagen, dass der überwiegende Teil der betroffenen Anwohner das ganze sehr gelassen gesehen hat. Man wusste ja was passiert. Der größte Teil des Protestes kam immer von einzelnen und von Menschen außerhalb der Orte. Und in den Medien wird dann noch vieles zertreten.
Nun gut, ich habe meine Meinung zum Thema Umsiedlung ja schon kund getan.
Zu dem Argument, dass viele Millionen Menschen von einem Tagebau profitieren aber selbst keinen Beitrag dazu leisten....
Nun ja, es ist halt so, dass nicht jede Gegend mit dem braunen Gold unter der Erde gesegnet ist und nicht überall ist die Qualität der Braunkohle so gut, dass sich ein Abbau rentiert.
Manche Menschen protestieren dagegen, dass in deren Nähe ein AKW steht und nur sie davon betroffen wären. Wiederum demonstrieren Menschen, weil bei ihnen vor der Haustür ein Windrad aufgebaut wird und nur sie von dem ständig wandernden Schatten und dem unheimlichen Krach betroffen sind. Dann gibt es wieder Menschen, welche gegen ein Wasserkraftwerk demonstrieren. Weil wenn die Staumauer bricht, was dann?? Es gibt auch Menschen, die demonstrieren gegen den Neubau einer Bahnstrecke, weil ja nur sie betroffen sind.
Und, und, und....
Was in Deutschland gehetzt und protestiert wird, ist nach meiner Ansicht nicht mehr normal. Sicherlich muss der ein oder andere mal mehr und mal weniger zurück stecken, aber vom Wohlstand möchte keiner etwas abtreten.
Sicher sollte man sich nicht alles gefallen lassen, aber man sollte erst einmal in sich gehen, bevor man den Schnabel aufreißt. Und das scheint nicht mehr zu funktionieren...
Ich könnte noch viel weiter ausholen, aber es hat jeder seine Meinung und ich möchte mich hier nicht über alles auslassen, was ich nicht gut finde. Dies ist ja auch ein DDR-Landmaschinen-Forum und kein Politik-Forum

Gruß
Tobias
 
Guten Abend,

Jürgen, man muss nicht immer Ahnung haben um mitreden zu können, siehe Karl Mai ;-)
War nie im wilden Westen aber hat drüber geschrieben. Ich selber bin ebenfalls mit dem Tagebau groß geworden... war schließlich einer der größten Arbeitgeber der ehem. DDR.
Mein Vater war techn. Leiter für SRS, Schreitbagger & Co. Da haben Geschichten über den größten Schaufelradbagger der DDR (stand im BKK Bitterfeld, Abteilung Breitenfeld) Gänsehaut erzeugt...Natürlich war immer ein herber Beigeschmack dabei, wenn es hieß Probe-Bohrungen werden in der Nachbarschaft gemacht. Aber das gehörte/gehört nun mal zum Fortschritt dazu. Meine Meinung ist:
Lieber nach 12 Jahren eine Seenlandschaft, als für 500.000 Jahre Verstrahlt. Denn das ist die Halbwertszeit einiger Radioaktiver Isotope!!
Und Fakt ist, warm wills jeder, doch vor der Tür will keiner ein Kraftwerk haben! Dann lieber weit weg von allem, sollen doch lieber Sibirische Ureinwohner die Torte im Gesicht haben?! Die sehen das sicherlich anders...Fortschritt hat eben seinen Preis! Abschließend kann man sagen, wir alle stecken in einer Energie-Kriese! "Billigen" Strom für jerder Mann gibt es nun mal nicht ohne Kompromisse.

frohe Ostern.
Daniel
 
Hallo
Also ,ich finde das hier ein sehr interesantes Thema und ich bitte darum weiter darüber zuschreiben.!!!
mfg Falk
 
Also ich wohne in nem Dorf, das vor der Wende als mögliches Abbaugebiet für den Tagebau zumindest angedacht war, weil eben Kohle drunter liegt.

Denke, das ist aber auf Grund der örtlichen Infrastruktur kein Thema mehr.

Ach und ich hab selber keine Photovoltaikanlage aufm Dach, aber beziehe ausschließlich "Ökostrom" für 27 Cent / KWh Bruttopreis und bin damit guten 3 Cent unter dem Regionalversorger ENVIA M. Es geht also wenn man will.

Ökostrom ist eine gute Sache, wenn er richtig erzeugt wird. Windkraft, Solar auf dem Dach und nicht aufm Acker, Wasserkraft, Biogas (aber richtig, klein und dezentral) ... Meine Meinung.

Und seit ich mit 3 10 Watt LED Strahlern für je 15 Euro (Warmweiß) 4 herkömmliche 75 Watt Glühlampen in meiner Scheune ersetzen konnte bin ich von der Technik sogar mal angetan. ;-)

Aber um auf das eigentliche Thema zurück zu kommen - ich denke das schlimmste an einer Zwangsumsiedlung ist der Verlust der Heimat, ja eines Stücks eigener Identität und sicher auch ein schrumpfen des gewohnten sozialen Netzwerkes. Das ist immer schlimm und mit Geld nicht zu bezahlen.
Das die ihre kompletten Höfe neu wieder aufgebaut bekommen halte ich übrigens für ein Gerücht. Gibts dafür ernst zu nehmende Quellen?

Gruß, Joachim

http://www.zetor-forum.de
 
Hallo
Ich wohne auch in der Bergbauregion um das Kraftwerk Boxberg, habe selbst 22 Jahre dort gearbeitet. Ich bin selbst nicht von der Umsiedlung betroffen, bei uns ist der Bergbau schon seit langer Zeit abgeschlossen, übriggeblieben ist ein so genanntes "Restloch", welches heute der Halbendorfer See ist 2000m lang, 500m breit, wenn Ihr bei google mal "Halbendorfer See" eingebt oder direkt auf die homepage des "Zweckverbandes Erholungsgebiet Halbendorfer See" kann man sehen, wie es nach dem Kohleabbau aussehen kann. Ein weiteres Beispiel aus jüngerer Zeit ist der Bärwalder See (größter See in Sachsen), dort ist die Rekultivierung noch nicht abgeschlossen, das braucht ebend auch seine Zeit. Es gibt noch einige Beispiele in der Lausitzer Region, die man hier aufzählen könnte. Ich möchte hier wirklich nichts beschönigen, es gibt viele Menschen, denen der Verlust der Heimat trotz Entschädigungen doch sehr schmerzt. Es gibt auch solche, die das mit einem lächeln sehen, Aus einem alten Haus wird so ein neues Haus, nach dem Stand der Technik. Wie sich das verhält mit den 3 und 4-Seiten Höfen weiß ich nicht, das Verhandelt jeder selbst mit dem Bergbauunternehmen. Bei öffentlichen Dingen erfährt man schon eher was, z.B in diesem Beitrag in der Lausitzer Rundschau. Es lohnt sich, auch mal hier reinzuschauen LMBV.

Gruß Klaus
 
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