Fahrzeugrätsel

dutrajens

LPG-Vorsitzender
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495
Hallo,

ich hab hier auch mal ein Rätsel. In oder an welchem Fahrzeug ist dieses Bild entstanden??? Wo wird wohl dieses Schild angeschraubt gewesen sein??? Ein kleiner Tip, es handelt sich um ein Fortschritt-Fahrzeug.



Viel Spaß beim raten

Jens
 
Hallo Jens,

es müsste ein Ikarus sein, der im Fortschritt-Kombinat stand. Die Typennummer ist 255 oder 260.

Gruß Andreas
 
Hallo,

IFA H 6 Bus? Oder ein Sattelauflieger, der als Fahrbücherrei diente und dann umgebaut wurde?

Gruß Andreas
 
Andreas Du hast Recht, daß das so schnell gelöst wird, hätte ich nicht gedacht.

Es ist in einem "Gefängnissbus" H6 SZ (Sattelzugmaschine) verbaut. Ich hatte hier im Forum schon einmal über dieses Fahrzeug berichtet.
Dieses Fahrzeug hat die Inhaftierten täglich von Bautzen nach Bischoffswerda ins Fortschrittwerk gefahren und Abends wieder zurück.
Als Dank nun die Auflösung





MfG Jens
 
Hallo Jens,

ich hatte nur kombiniert, wenn es die beiden Busse nicht sind, dann muss es was anderes sein. Ein Bauwagen ist zu klein, da kam mir die Idee, dass es ein Sattelauflieger sein muss. Bei uns in Berlin lief so ein Sattelauflieger mit einer H-6-Sattelzugmaschine mit einem Doppelstockauflieger. Auf Kuba laufen solche Gespanne, wie Ihr am verlinkten Bild sehen könnt. Und nach Deinem Bericht werde ich suchen, der war mir nicht bekannt.

Das verlinkte Bild stammt von einer LKW-Bilder-Homepage.

Gruß Andreas

http://www.thomas-lkwbilder.de/files/bild034gross.jpg
 
Hallo,

die Busse auf Kuba kenne ich auch persönlich. Habe mal 2 Bilder mit angehängt, die ich in den 1990’er Jahren selbst in Havanna aufgenommen habe. (Damals noch nicht digital, darum nicht so gute Qualität). Man nennt sie dort wegen ihrer Form "Kamel-Busse".





Der bei Fortschritt eingesetzte H6SZ hat eine ewig lange Geschichte hinter sich und ist auch keine reine Werdau-Erfindung. Wenn dieses Fahrzeug sprechen könnte, es hat mehrere Umbauten hinter sich und ist eines von 3 Fahrzeugen was letztlich noch einmal für eine Nutzung als Gefangenentransporter "aufgefrischt" wurde. Seine 2 "Brüder" waren noch am Bau des "Schwarze Pumpe" Werkes beteiligt, danach verliert sich ihre Spur. Wahrscheinlich ist das hiergezeigte Fahrzeug das Einzigste was es davon noch gibt. Es hat übrigens mit den in Berlin gefahrenen Doppelstockaufliegern nichts zu tun. Diese wurden kpl. in Werdau entwickelt und gebaut!

MfG Jens
 
Für alle die den Beitrag damals (Bilder H6-LKW aus 2009) nicht gelesen haben, hier noch einmal eine Kopie davon:

RE: H6 Sattelzug, 31 Oct. 2009 22:24

Hallo,
bei dem abgebildelen Fahrzeug handelt es sich wahrscheinlich um den letzten Überlebenden seiner Art. Auch wenn er nicht so aussieht ist es aus kultur-historischer Sicht blankes Gold.
Kurz zur Geschichte: 1950 kaufte die Wismut 30 sogenannte Crossley-Züge von der holländischen Eisenbahngesellschaft. Diese hatte 1945, 250 Stück bei DAF in Auftrag gegeben, um den durch ein verherendes Hochwasser verursachten Schienenersatzverkehr abdecken zu können. Bereits Ende 1950 wurden diese Fahrzeuge nicht mehr benötigt und wurden in alle Himmelsrichtungen verkauft. Wie erwähnt wurden dabei 30 Stück von der Wismut erworben. Bereits 1955 sonderte auch die Wismut aus und so kamen 6 Züge nach Dresden zu den Dresdner Verkehrsbetrieben. Dort erfolgte eine Grundinstandsetzung und über die Jahre wurden die originalen DAF Zugmaschinen ausgesondert,da man keine originalen Ersatzteile mehr bekam. 1965 war dann aber Schluß, man konnte die Züge nicht mehr instandsetzen und stellte sie auser Dienst. Die restlich verbliebenen Züge bei der Wismut hatten ebenfalls Ersatzteilprobleme, hier half man sich anders, man liebäugelte mit H6-Zugmaschinen als Ersatz für die DAF-Zugmaschinen. Das Problem war aber die höhere Sattelkupplung des Werdauer´s. Ergebniss war, das die Auflieger bis zur Plattform abgefrackt wurden und einen völlig neuen Aufbau bekamen, der an die H6-Z angepast war. Trotz völligen Umbaus haben diese Züge immer noch die Bezeichnung "Crossley-Züge" erhalten.
Ende der 1960íger Jahre kam aber dann das entgültige Aus für die Personenzüge bei der Wismut. Aber wie ein Wunder wurden nochmals 4 Fahrzeuge für ein weiteres Leben umgebaut. Für den Bau des Chemiekombinates "Schwarze Pumpe" wurden diese Auflieger zum Gefangenentransporter umgebaut. Die Häftlinge wurden so aus den Gefängnissen (u.a. aus dem Gelben Elend in Bautzen) zu den Arbeitsstätten transportiert.
Der oben gezeigte H6 ist einer von diesen 4 Exemplaren, der diese Zeit überlebt hat. Er hat nach Fertigstellung des Chemiewerkes bis zuletzt Häftlinge von Bautzen nach Bischofswerda in die Fortschrittwerke und zurück gebracht. Was aus den anderen H6-Zügen geworden ist, ist nicht bekannt. Fest steht das im Zuge des Umbaus der Züge von DAF auf H6 einige Eigenheiten auch an den Werdauer Zugmaschienen vorgenommen wurde. So haben z.B. nur diese "Crossley"-Zugmachinen 3 Heckfenster zur besseren Sicht nach hinten in den Auflieger bekommen. Weiterhin sind sie auf der Hinterachse mit 10.00x20 und auf der Vorderachse 12.00x20 bereift, die hinteren Kotflügel bestehen aus GFK.
Im Großen und Ganzen ist dieser Zug es Wert restauriert zu werden, denn er hat Geschichte geschrieben und es ist einer der ganz wenigen Fahrzeuge, die nicht dem Schneidbrenner der Wismut zum Opfer gefallen sind.
Vielleicht können wir in ein paar Jahren als Fahrgast in diesem Auflieger mitfahren, denn wenn er restauriert wird, wird es wohl wieder ein normaler Bus-auflieger ohne Gefangenenumbau.

MfG Jens
 
Hallo Jens

Da bin ich woll etwas zuspät von Arbeit rein, um mit zu raten :-) .

MfG Andreas
 
Hallo Andreas,

ich hatte ja die Befürchtung, daß Du es auflöst, da Du ja ein "Insider" bist. ;-)

War halt doch zu leicht :(

Gruß Jens
 
Hallo Jens,

ich habe eine Frage zu den Bildern: Die Zugmaschine sieht sehr amerikanisch aus. Wie ist die denn nach Kuba gekommen, wenn es dort ein Embargo gab für solche Sachen? Dann kann die doch höchstens vor 1959 nach Kuba gekommen sein.

Mir ist nur bekannt, dass Kuba unter Lizenznahme von Pegaso (heute gehört das Werk zu Iveco) eine Lizenz baute, die Marke hieß,glaube ich, Taihino oder so ähnlich.

Gruß Andreas
 
Hallo Andreas,

was das für Zugmaschinentypen sind weiß ich leider nicht, aber ich weiß, daß die Kubaner sehr viel gebrauchte Technik von Japan importiert haben. Auch Reisebusse, mit denen ich selbst mitgefahren bin (waren aber auch schon an die 30Jahre alt), sind so ins Land kekommen. Auch sieht man viele russische Fahrzeuge, z.B. Lada und Belarus egal wie alt, dort rumfahren.

Neufahrzeuge habe ich damals dort fast nicht gesehen, was die These bestärkt, daß ein Großteil Gebrauchtfahrzeuge über Japan eingekauft wurden.

MfG Jens
 
Hallo Jens,

erst mal danke für Deine Auskunft. Ich habe erst jetzt Deine Reaktion gelesen, weil ich heute etwas zu erledigen hatte und jetzt erst wieder online bin.

Gruß Andreas
 
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