Guten Abend Fan‘s,
warum mich der Kasi so begeistert, hängt zum 1. mit seiner imposanten Größe zusammen. Den K-700 fand ich als Kind schon gewaltig, als er in die DDR eingeführt wurde, aber der K-700A/ K-701 ist immer noch mein Favorit, bei allem was noch so kam. 2.das Pfeifen des Turboladers, EINMALIG beim A. Beim 701‘er, der 12 Zylinder, ein donnern, der blanke Wahnsinn. Nach der Wende, als die ersten Altbundesländer nach Mecklenburg kamen und die Kasis auf den Feldern sahen waren doch recht sprachlos.

Die waren von der Größe des Traktors sehr beeindruckt und fragten, "Ist das ein LKW?" da hab ich erstmal die Stirn gerunzelt und habe die Frage gar nicht verstehen können, wieso LKW? Sie waren vom Fahrerhaus iritiert, da es so breit war und die Türen aufgehen, wie bei einem LKW und die lange Haube. Ich schmunzelte damals nur und fragte, ob im Westen die LKW‘s so ‘ne großen Räder haben. Das verneinten sie aber dann doch. Die Leute waren sehr von der Schlagkraft begeistert. Manch einer von den Leuten, die sich für unsere Technik interessierten standen da manchmal ne ganze Stunde und guckten und guckten und fotografierten. "So‘n Trecker, so‘n langen Pflug, so‘ne großen Felder haben wir noch nie gesehen. War damals ne schöne Zeit, wenn solche Leute am Feldrand anhielten und staunend guckten.
Als Kind fand ich das immer Spitze, wenn wir umgerückt sind auf ein neuen Schlag und ich links saß und wenn dann ein Bus oder LKW kam, war ich stolz wie Oskar, weil ich glaubte der LKW oder Busfahrer dachte sicher, ich fahre den Kasi.
Ich bin jetzt 44 Jahre alt und hatte mit 5 mein erstes Erlebnis mit dem K-700 und seit dem zieht es mich immer da hin, wo welche zusehen sind. Die Momente sind in den letzten Jahren drastisch zurück gegangen. Hier in Mecklenburg sehe ich sie noch bei Trecker-Treck Veranstaltungen, wo Sie auch die Zuschauer nach wie vor begeistern. Zugkräftig sind sie heute immer noch und lassen hin und wieder modernere Technik mal blas werden.
Zum Thema Raketenschlepper gebe ich Jan recht, das ist nur mal in der Konstruktionphase des K-700 mit einbezogen worden. Diese Idee hat man aber schnell wieder verworfen. Sicher, wäre es soweit gekommen, das erneut ein Krieg ausgebrochen wäre, hätte man sicher die Kasis mit rangezogen. Der hätte mit großer Wahrscheinlichkeit die Stallinorgel da hingeschliffen, wo sie hin sollte. Unsere Nachbar LPG MUSSTE damals zwei K-700 abnehmen, wollten aber gar keine haben. Mag vielleicht auch mit Stratgie zu tun gehabt haben. Wir waren ja mal gerade 30 Kilometer vom Westen weg. Egal wie, am Ende bleiben uns doch nur Spekulationen zu diesem Thema.
Ich habe hier noch zwei Bilder gefunden von zwei kleinen Pippel‘s, der Eine, heute mit 26, immer noch Fan von den Leningradern ist und der Junge im Gelben, dürfte jetzt so 14-15 sein und wir treffen uns alle Drei jedes Jahr auf Veranstaltungen, wo Kasis zusehen sind. Mir gehts also nicht alleine so und das freut mich sehr, dass auch die jüngere Generation Freude und Interesse an diese Boliden hat.
Übrigens Sportsfreund da im Gelben, der Pioniergruß ging aber ganz anders.
So Andreas, das waren mal so meine Eindrücke vom Großen aus der UdSSR.
Dein Bild vom K-700 aus Dargen, schrecklich was sie aus diesem Burschen gemacht haben. Das Fahrerhaus vom K-700A genommen, auwei und von der Malerei mal ganz zuschweigen. Bei meinem Besuch damals, war noch das originale Fahrerhaus drauf, aber die Scheiben auf der Fahrerseite waren kaputt. Der ist mal vom Freilandsilo gekippt. Die Bude war bißchen verbogen und, wie schon geschrieben, die Fenster gingen zu Bruch. Das man nun gleich ein neues Häuschen drauf setzen mußte.

Fällt auf, dass dieses nicht original ist.
So Jungs, gute Nacht.
Jens aus Mecklenburg.