Geschichtsfrage

enesche

Traktorist
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15. Mai 2012
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Hallo, ich bin 1986 in Büren bei Paderborn geboren und hab folgende Frage.
In den 80er Jahren sind bei uns regelmäßig Herbstmanöver von Engländern, Belgiern, Amerikanern und der Bundeswehr durchgeführt worden.
Darbei kam es immer zu erheblichen Flur Schäden sowie als auch an Landwirtschaftlichen Gebäuden und Gerät.
Es konnte passieren das man bei der Bestellung der Felder schonmal plötzlich mitten in der defensiv oder offensiv Bewegung von 30-50 Kampfpanzern stand.
Oder das man auf seinen Hof aufeinmal eine Feldinstandsetzung / Küche oder einen Kompaniefechtsstand hatte.
Was dann natürlich mit erheblicher Verkehrsbelastung einher ging und zu Gebäude schäden führte eingebrochene Güllegrüben weil Bergepanzer zu schwer oder Nachts mit Kampfpanzer über Heuwender gefahren usw.
Gab es das damals im Osten von der GSSD und der NVA auch so oder haben die mehr auf ihren Übungsplätzen geübt.

Ich freue mich auf Antwort und hoffe das das keine Blöde Frage ist.
 
Die Sowjets sind auch bei Ihren Manövern im Land herumgefahren. Wir wohnten damals an einem Feldweg, da kamen dann zu den Manövern tagelang alle Sorten von LKW der GSSD durchgefahren. Man hätte meinen können, die fahren im Kreis. Das war besonders lustig, wenn ich morgens mit dem Fahrrad zur Schule fahren wollte/musste: manchmal stand ich da eine Viertelstunde und habe auf eine Lücke gewartet.
Flurschäden gabs natürlich. Ich habe letztens erst gesehen, dass es eines der verbeulten Brückengeländer noch gibt.
Wenn die was kaputtgefahren haben, wurde das m.W. recht schnell wieder instandgesetzt. Ich kenne da eine Geschichte, bei der das arme Schwein, das ein Buswartehäuschen geplättet hatte, mit Baumaterial für ein paar Tage abgesetzt wurde und das Ding wieder aufbauen musste.
Andererseits haben sie die Fahrspuren (da hatte sich ein ZIL-130 bis zur Hinterachse eingewühlt) in unserer Wiese trotz Versprechens nicht wieder geglättet. Auch die sieht man heute noch.

Besonders vorsichtig und rücksichtsvoll fuhren die Russen ohnehin nicht. Verkehrsregeln nahmen sie oftmals mehr als Empfehlung. 1990 bin ich mit meiner TS-150 hinter einer Schischiga (GAZ-66) mit Schild 50 км/ч hinterhergefahren und konnte nicht überholen (vmax der Tesi etwa 100). Man sagte damals auch: "Weiße Schrift auf schwarzem Grund, fahr rechts ran und bleib gesund."

Dafür waren sie aber sehr kinderfreundlich. Da durfte man auch mal mitfahren bzw. in den Fahrzeugen herumlungern und -spielen.
 
Kann das vorherige nur bestätigen. Die meisten Schäden wurden von den gepanzerten Kameraden verursacht, so hat so mancher Schützenpanzerwagen (SPW) mal dieses oder jenes Verkehrsschild oder auch gleich mal ne Ampel weggeräumt, selber erlebt in Zwickau, ich saß im "Ausguck". Jedoch haben sich die NVA-Fahrer meist etwas vorgesehen, da sie sich auch durch die Schäden am Fahrzeug Arbeit produziert haben. Im Gegensatz dazu die russischen Freunde, da gabs nur über Stock und Stein und ohne Rücksicht auf Verluste Augen zu und durch. Ich hatte mal das "Vergnügen", als Kommandat eines SPW 60 bei einer gemeinsamen kleinen Übung mal einen russischen Fahrer zu haben - das war absoluter Wahnsinn - nie wieder!
Das meiste wurde auf Übungsgeländen abgewickelt, bei Stabsübungen auch irgendwo im Gelände und im Übrigen hatte die NVA überall irgendwelche Anlaufpunkte, auch manchmal mitten in einem Dorf.

VG Gerd
 
Hallo,

zwei Sachen sind mir eingefallen, zu dem Thema: Die erste Episode passierte ca. 1986, ich war in den Sommerferien bei meinen Großeltern in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs, da sagte uns mein Opa, im Wald sind die GSSD-Leute zur Übung, ich habe einmal einen Ural am Grundstück meiner Großeltern vorbei fahren sehen. Eines Abends kamen zwei russische Soldaten vorbei, die auch eine Waffe hatten. Sie haben uns zwei Behälter hin gehalten und ich habe soviel Respekt vor ihnen gehabt, dass ich kein Wort hervor brachte. Ich holte dann meine Oma, die kam dann dazu, nahm ihnen die Behälter ab, füllte sie mit Wasser auf und sagte einfach: "Bitte schön" Als ich nach der Wende das erste Mal in West-Berlin im Wald einen französischen Soldaten begegnet bin, habe ich ihn mit "Helau" begrüßt, da gerade Karneval war. Er hat das ganze locker genommen und mit "Helau" zurück gegrüßt.

Die zweite Situation erlebte ich 1985, ich war im Sommerferienlager. Wir gingen auf einem Schotterweg spazieren, als hinter uns eine Kolonne Kamas-Muldenkipper kam. Wir bekamen die Anweisung, in den Straßengraben zu hüpfen und die Kamas-Kolonne passierte uns.

Gruß Andreas
 
ich hab mal mit,n häcksler und feldfutterschneidwerk von den russen ein feldtelefonkabel aufgespult , hatten die neben der strasse in die luzerne gelegt, andermal bin ich mit,mrad in son loch rein wo warscheinlich mal n russe sein schützenloch hatte da hab ich ne halbe drehung gemacht, in dresden -nickern war ne grosse russenkaserne , die bunker stehen tum teil noch.
mfg ronny
 
hallo mein vater war major bei der nva er sagte das sie meistens eiegene übungsplätze hatten selten das sie im zivilen sektor übung gefahren haben aber er erzählte mir mal das der genosse ivan mal eine übung gefahren hatt wo se mit scharfer muni geschossen hatten und die haben falsche koordinaten durch gegeben und die russen haben mit dem langrohr ein dorf in polen erwischt war aber nur eine granate und es ist auch keinem was passiert.... gruß david
 
Von zerwühlten Feldern in unserer Gegend ist mir nichts bekannt. Aber bei uns sind die Russen mit der PAK durch Stadt zum Übungsgelände gefahren und wenn in Müllrose die Panzer Eisenbahnverladung hatten lagen in der Kurve an der Mühle die Pflastersteine auf einen Haufen.
Gruß Andreas
 
Also ich weis von meinen Vater das die Engländer ende der 80er jahre bei uns mal 50 Kampfpanzern die Feldmäßige betankung üben wollten. Das sollte so geschen indem dies mitten auf den Feldern stattfinden sollte. Das problem wahr nur darbei das die Felder von Wochenlangen Regenfällen total aufgeweicht wahren und diese übung zu unwiderruflichen Flurschäden geführt hätte . Daraufhin sind mehrer Landwirte ins Feld gefahren und einer ist mit seinen Trecker den Engländern auf den Tankschlauch gefahren . Andere haben den einen Panzer der schon auf den Feld stand blockiert . Daraufhin verlangte man denn Befehlshabenden Offizier der dann nach 2 Stunden kam und die Übung beenden ließ . Also es gab da immer viel ärger vorallendingen mit denn Engländern interessanterweise gab es solche Probleme mit denn Amerikanern ,Belgiern und der Bundeswehr nicht . Wir hatten mal eine Feldinstandsetzung der Belgier auf dem Hof keine Schäden und nach einer Woche hatten sie Diesel und Werkzeug " vergessen " .
 
Hallo,

soweit ich mich erinnere, fanden diverse Gefechtsübungen der NVA (jedenfall´s ab zweite Hälfte der 70iger Jahre) auf dafür vorgesehenen (reichlich vorhandenen) Truppenübungsplätzen statt.
Als Militärkraftfahrer wurde uns immer wieder eingetrichtert, keine Schäden im zivilen Sektor zu verursachen. Das Verlassen von Vekehrsflächen außerhalb von Übungsplätzen war zu unterlassen (außer natürlich auf "Befehl").

Wie Du in Deinem ersten Beitrag schreibst, daß Landwirte bei der Feldbestellung plötzlich mitten in der Bewegung einer, mit Panzern oder SPW, übenden Einheit standen, hab ich nie erlebt bzw. kann ich mir, nach den bei meinem Wehrdienst gemachten Erfahrungen, auch nicht vorstellen.
Das bei diversen Fahrzeugmärschen Schilder, Masten, Brückengeländer, Kraftfahrzeuge, Hausecken, Gartenzäune u.s.w. etwas abbekommen konnten, gehörte so dazu wie auch heute noch Verkehrsunfälle dazugehören. Ich denke mal die höhere Quote davon, war den Kettenfahrzeugen und SPW´s, wegen ihrer "Unhandlichkeit", zuzuschreiben. Solche Schäden wurden auch nicht mit einem Schulterzucken abgetan, im günstigsten Fall kam man mit einem kräftigen "Anschiß" davon.

Übungen auf bestellten bzw. erntereifen Landwirtschaftsflächen hab ich nie erlebt bzw. davon gehört.
Das wäre sicher auch nicht mit dem gewünschten Bild der NVA, gegenüber der Bevölkerung vereinbar gewesen.
Uns wurde immer wieder eingetrichtert, keine Gründe für Beschwerden zu liefern.

Feldwerkstätten, Befehlsstellen oder ähnliche Einrichtungen wurden auf VEB-Gelände oder LPG-Stützpunkten bzw. in öffentlichen Gebäuden eingerichtet. Privatgrundstücke waren nach meinen Beobachtungen tabu.
Bei den "Freunden" lief es "rustikaler", aber die waren ja auch Besatzungsmacht. Und was die mit den Verursachern gemacht haben, wenn DDR-Bürger körperliche Schäden davontrugen ...???

Übrigens hab ich hier noch paar Zahlen gefunden:
In der BRD soll die Fläche der Truppenübungsplätze ca. 400.000 ha (entspricht etwa 1,6% des Staatsgebietes) betragen haben.
In der DDR soll die Größe 517.000 ha (4,4% des Staatsgebietes) betragen haben.
[517.000 ha wären doch sogar knapp 4,8%?,
hab nicht weiter nachgeforscht.]

(Quelle: Heft 62 - 1993 Der Schriftenreihe des Deutschen Rates für Landespflege)

Gruß Thomas
 
So richtig zerfahrene Felder habe ich damals auch nicht gesehen. Allerdings war ich (so ca. 2. Hälfte der 80er) dabei, als die Sowjets zwischen Neu- Königsaue und Wilsleben mehrere Bergepanzer T-55 von ihren Tiefladern abgeladen hatten. Die Panzer fuhren dann mit einer Traube Kindern drauf (wir leider nicht, wir kamen zu spät dazu) mit Stahlketten über die Landstraße. Da konnte man kleine Brocken der Straße durch die Luft fliegen sehen. Wir mussten uns dann mit Spielen im MAZ-537 zufriedengeben. Ein Offizier sagte dazu nur: "v Mazu nix kaputt". Mein Fahrrad hatte ich solange einem Soldaten gegeben, der fuhr damit bestimmt anderthalb Stunden nur im Kreis und war todtraurig, als wir wieder wegfuhren.
Was mich zu dem Zeitpunkt noch wunderte: Zwei Russen fragten uns, ob wir für sie in den Konsum fahren könnten und Zucker kaufen. Heute ahne ich, was die vorhatten :-)
 
Hallo,
bei uns gab es auch Endloskolonnen der roten Armee in meiner Kindheit und Jugend. Als Knirpse haben wir nach Snatschok (Abzeichen) gefragt und später Sprit für eine Mark je Liter gekauft. Der Bahnhof in Demker war Verladebahnhof, da gab es lange Schlangen. Die meisten Schäden erfolgten meines Wissens durch Panzer, die regelmäßig für Waldbrände sorgten. In Erinnerung sind mir auch die scheinbar vergessenen Regulierer gebliebenen, die manchmal tagelang auf Abholung warteten.

Gruesse Markus
 
Hallo
Ich muss dazu sagen das man für diese Flurschäden auch entschädigt wurde dafür gab es bei der Landwirtschaftskammer eine extra Abteilung mit extra Kasse.
Viel Spass hat das aber nicht gemacht wie ich das von allen beteiligten gehört habe.
Es kam dann wohl drauf an, an welchen Sachbearbeiter oder Gutachter man dann geriet.
Von meinen Vater habe ich gehört das es da welche gab die rauskamen und vom Feldrand recht günstig für den Landwirt schätzen. Die A... allerdings trugen Zollstock und Bandmaß spazieren und errechneten dann anhand von Katasteramt unterlagen denn Prozentualen Ernte Ausfall oder Minderung anhand von überfahrenen Quadratmetern.
Genauso wahr es bei beschädigten Gerät, Gutachter entschied ob Reparatur würdig oder nicht . Total Ausfall konnte da schonmal sehr ärgerlich sein uns haben die Engländer mal einen 1 Jahr alten Heuwender platt gemacht und Gutachter hat gegutachtet das Gerät nicht mehr neu ist und nur noch 70 % vom Neuwert ausgezahlt wird also Rest selber drauflegen um neu zu kaufen.
Was meinen Vater allerdings am meisten und alle anderen Landwirte auch geärgert hat wahr wenn die Engländer mit Panzern durch Rinderherden führen die auf der Weide wahren .
Die Armen Viecher glaubten dann Natürlich der Leibhaftige währe hinter ihnen her und man konnte dann im schlimmsten Fall stundenlang suchen.
Der damaligen Britischen Rheinarmee sind natürlich diese unangenehmen dinge nicht verborgen geblieben und man hat auch versucht gegen zu wirken. Erstens disziplinarisch und zweitens man hat Englische Soldaten als Erntehelfer verteilt.
Was wohl auch ganz gut Funktioniert hat weil meine Angehörigen so wie ich hörte mehrmals die Englische Trinkfestigkeit unterschätzt haben wenn die nach 3 Monaten abschied Feierten.
 
hier mal ein paar bilder aus den 80ern . Das sind Englische , Amerikanische und Belgiesche Manöverschäden . Der trecker war nicht unser Nachbarort . Stand nem Leopard 1 im weg. 
 
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