Güstrower LMB GmbH & Co.KG in Insolenz.....

Hallo Jan,

dass ist wirklich sehr bedauerlich.Zumal die Produkte auch echt durchdacht und auf Flächenleistung getrimmt sind.

Auf der anderen Seite stelle ich immer wieder fest, dass die ostdeutschen Landmaschinenbauer so gut wie garnicht im westdeutschen Vertriebsnetz von Händlern usw. vertreten sind.

Und das 25 Jahre nach der Wende!

Bei uns in Bayern kennt die so gut wie keiner. So etwas kann doch nicht sein!

Denn Amazone, Rauch & Co. verkaufen hier auch Großflächentechnik... Und warum? Sie sind im Vertriebsnetz der Händler, egal wie groß dieser ist.

Unverständlich ist auch, warum keiner der Ostdeutschen Landmaschinenhersteller es schafft, mal seinen Fuß in eine Hessische, Bayrische oder NRW-Landmaschinenmesse zu setzen.

Wurde das in der Vergangenheit mal versucht und ist fehlgeschlagen?

Wie ist es mit dem Service und der Verfügbarkeit von Ersatzteilen??

Auch das spielt heutzutage eine sehr große Rolle.

Ich sehe bei uns immer nur die einheimischen Produkte oder die großen Full-Liner wie Fendt, John Deere usw..

Meine Meinung ist:

Klappern gehört zum Handwerk.

Und wenn man gut ist, dass aber niemand weiß, ist das umso trauriger.

Ich drück den Güstrowern auf jedenfall die Daumen das Sie es wieder aus der Kriese schaffen.

schönen Abend noch,

Daniel
 
Das sind die Folgen der Amerikanisierung! Da war die Woche auch ein interessanter Bericht bzgl Lebensmittelimporte in Russland dran. Eigentlich können die auf uns scheißen.
 
Ja das denke ich auch das die Russen nur aus guter Laune bei uns kaufen. Nötig hätten sie es nicht. Aber warum die Produkte aus Güstrow nicht weiter im Westen verkauft werden liegt denke ich an der Werbung. Ich habe in meiner Landwirt Lehre im Betriebswirtschafts Unterricht mal gelernt das gute Werbung ca 30% des Umsatzes sind. Denn wenn man von jemanden nichts hört kauft man auch nichts. Auch wenn sie auf Austellungen wie Mela (werde ich auch wieder hin) zu sehen sind. Das bringt den Leuten aus Bayern nichts, die kommen deswegen sicher nicht extra her. Deswegen denke ich kann man auch Amazone nicht mit dem Betrieb aus Güstrow vergleichen. Die haben Deutschlandweit Stützpunke und ein Ausgebautes Händlernetz. Sowas fehlt leider bei vielen Ostbetrieben. Das ist ein wenig der Mut der da fehlt was neues auf zubauen. Und warscheinlich auch nocht etwas die Verbohrtheit der Geschäftsführer was neues anzugehen. Denn gerade bei manchen Ossis ist die Grenze in den Köpfen noch immer da, daher wird Richtung Westen nichts investiert. Das Ende vom Lied sehen wir ja nun.
 
Hallo,

man muss aber auch erstmal die Finazreserven haben um den Westen zu erobern. Ich denke ehe da was rein kommt, ist eine ganz schöne Durststrecke zu überstehen.

Gruß

Uwe
 
Hallo Uwe,

dass stimmt schon.

Aber ein LKW mit Tieflader, ein Pavillion als Stand mit 2 Prospektständern und dann noch 2 Maschinen aus dem Programm, dazu 2-3 Mann vom Service/Vertrieb kosten kein Vermögen! Und wer nichts wag, der nichts gewinnt. Und nur so macht man Geschäfte... OK, die Standmiete kommt noch mit dazu. Aber auch die ist je nach Veranstaltung und Größe kalkulierbar. Und wenn daraus nur 4-5 Vorführungen generiert werden und im Anschluss 2 Maschinen verkauft werden, sind die Messekosten drin und man macht Werbung mit den Maschinen die beim Landwirt laufen. Und gerade in der kleinstrukturierten Landwirtschaft sind die Bauern sehr, sehr stark vernetzt. Also Freitagsabend-Stammtisch usw. sollte man da nicht unterschätzen.

MfG,

Daniel

 

 
 
Das sehe ich genau so wie Daniel. Wenn ich nicht mal durch Zufall die bei der Mela gesehen hätte, würde ich sie gar nicht kennen. Und das obwohl ich von Güstrow nicht mal sooo weit weg wohne. Habe hier oben noch nie Maschinen von denen laufen sehen. Wie gesagt, Werbung ist alles. Bei uns kam Amazone auf den Betrieb gefahen und hat uns ihre neue Selbstahende Spritze vorgeführt. Wir hatten zwar dann nicht die aber eine gezogene gekauft. Auch andere Namenhafte Hersteller kamen und haben Bilder gebracht, aber Zeitungen und Zettel sind nun mal nicht alles.
 
Hallo,

da werfen sich einige Fragen auf: Warum kaufen russische Kunden nur aus guter Laune bei den Güstrowern ein? Sind die Produktpreise vielleicht zu niedrig kalkuliert? Oder, liegt die Ursache der Insolvenz in der fehlenden Präsenz und Werbung auf anderen Märkten?

Gruß Andreas
 
Jaja, Russland. Hieß es letztes Jahr in unserer Qualitätspresse nicht noch hämisch, unsere Sanktionen würden den Russen massiv wehtun und deren Sanktionen bleiben folgenlos?

Russen kauf(t)en gern in Deutschland. Nur maßen wir uns heute an, sie für etwas bestrafen zu wollen, wo sie nicht mal agierten sondern reagierten. Die Lücke füllen übrigens auch amerikanische Unternehmen.

Danke Herr Obama, danke Frau Merkel.
 
Hallo 

den güstrower ging es auch ohne russensanktionen schlecht ,war schon immer ein auf und ab bei der Truppe. Mit paar grossflächenstreuer und überladewagen is es auch bissel mager sich auf dem Markt zu halten. Und günstiger wie Bredal und Amazone streuer sind die auch nicht 

mfg Roland 
 
Ich denke man hat sich da vlt etwas auf den ehemaligen Kontakten in Ri Osteuropa ausgeruht, hier brauchte man nicht groß werben, der Kunde wußte daß "FORTSCHRITT" damals gut war und heute vlt auch noch. Und es ging nicht nur 1 Teil vom Hof sondern vlt gleich 10 oder 20. So hat man hier auf dem Markt mal eine Maschine, da mal eine....ist zwar Kleinvieh, aber macht eben auch "Mist".

Da heißt es wohl doch umdenken und den Markt komplett erobern!

Viele Grüße Jan
 
Hallo,

ich bin gespannt, ob und wie es dort weiter geht. Mich verwunderte nur die Tatsache etwas, dass der Geschäftsführer nichts von neuen Märkten sagte, die man erschließen möchte.

Gruß Andreas
 
Das erinnert mich an GOMSELMASH, die auch dilletantisch versuchen in den deutschen Markt reinzukommen - obwohl es dafür durchaus gute Argumente gäbe (aber das Team ist bei einer staatlichen Firma unter vertrag und da zählt leider Kreativität nix)Güstrow hätte vielleicht mal bei der Agritechnika zwei formschöne Hostessen (die sich mit Landtechnik auskennen) an den Stand gestellt und aggresiv Werbung gemacht. Schlecht sind die Maschinen ja nicht...
 
Noch hat der Insolvenzverwalter den "Investor" noch nicht zum Vertragsabschluß gebracht, da kann immer noch alles passieren...

Nur ist eine ruhende Firma preiswerter zu bekommen als eine laufende Firma. Das sieht mir immer noch sehr nach Filetierung aus, Know-how übernehmen und den Rest weiterverkaufen, Konzept liegt ja auch noch keines vor...

Das ist nun mal das deutsche Insolvenzrecht, obwohl sich da schon einiges entspannt hat. Gewinner ist in jedem Fall der Verwalter und ein Quote wird niedrig sein.

VG Gerd
 
Man kann aber nicht davon sprechen, dass Güstrow das deutsche Insolvenzrecht unbekannt wäre...
 
ulli-wgs:

Man kann aber nicht davon sprechen, dass Güstrow das deutsche Insolvenzrecht unbekannt wäre...
Das habe ich auch nicht geschrieben und würde es auch keinem unterstellen.
Warm hat der Verwalter den Betrieb eingestellt?  Antwort: Er hat zum seinerzeitigen Standpunkt keine Fortführung durch einen Investor erreichen können und damit den Laden eingestellt. Er ist Verwalter und kein Unternehmer.
Auch wenn es einen "Investor" aktuell gibt, oder besser "Interessenten", wird zum aktuellen Stand der Betrieb ruhen bleiben, es geht im Endeffekt nur noch um das materielle.
 
Hallo,

kann man nur hoffen, da sich noch ein Investor findet, der den Landmaschinenbau mit der Marke fortführt und nicht noch ein Traditionsbetrieb verschwindet.... :(

Viele Grüße Jan
 
:-) :-) wenn das kein Lichtblick ist! Also weiter Daumen drücken!

Viele Grüße Jan
 
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