Hat der ZT Zukunft ???????

Eicherfahrer

LPG-Vorsitzender
Registr.
05. Jan. 2007
Beiträge
484
Hallo!
Ich brauche mal euren Rat! Meine Sammlung besteht aus mehreren Schleppern ( MTS, 3 Eicher, Mc-Cormik, Holder, Güldner, Hanomag und Porsche ), an den meisten Schleppern ist noch einiges zu tun. Ich überlege im Moment mich zu verkleinern. Ich denke da an meine zwei Einzylinder Eicher, den 52ziger und einen ZT 303. Wie sieht denn so die Zukunft für den ZT aus? Werden schon E-Teile nachgefertigt? Wie sieht es überhaupt mit der Ersatzteilversorgung aus? Hat der 303 ( ist doch die Allradvariante ) irgendwelche besonderen " Macken"? Ein kleines Problem habe ich noch, mein Finanzvorstand hat eine ZT-Allergie aber ich denke das wird das geringste Problem.
Schreibt doch mal eure Meinung, wie gesagt ich kann mich nicht so recht entscheiden.
Einen schönen Sonntag
wünscht
Uwe
 
Hallo Uwe,

Also Ersatzteile gibt es zu hauf und es werden auch etliche neu hergestellt. In Sachen wert steigerung wird sich denke ich mal in den nächsten 10 Jahren auchnoch was tun, aber sicherlich werden keine Spitzenpreise wie für andere Classicer gezahlt, was wohl an den hohen Stückzahlen und der größe liegt.

Mfg
Marco
 
Hallo Marco!
Die Wertsteigerung ist mir egal! Mir geht es in erster Linie darum, ob ich mit dem ZT auch in 20 Jahren noch fahren kann.
Beste Grüße
Uwe
 
Hallo Uwe,

ja ich denke schon, außer wir können uns den Diesel nichtmehr leisten weil er in 20 Jahren über 15 Euro pro Liter kostet ;-)

Mfg
Marco
 
Hallo Uwe,

momentan stehen wir in der Oldtimerszene vor einem "Generationswechsel", das heißt, die IFA-Technik rückt nach. Waren es vor noch 10 Jahren die vorallem Vorkriegs- u. Nachkriegsjahre, hat sich das Bild auf Treffen deutlich geändert.
Man muß hier bedenken, daß ein Sammler von Nutzfahrzeugen in den "Nachwendejahren" bei den meisten Leuten als "Spinner" hingestellt wurde. Der damalige Schwerpunkt lag auf Traktoren wie Lanz, Primus, Mc Cormik, Brockenhexe, Normag und natürlich die vielen Eigenbauten. Ein ZT oder MTS war damals fast nirgends zu sehen. Man legte einfach keinen Wert auf diese Marken und diese evtl. für viel Geld zu restaurieren. Einige Jahre später war dies aber anders, man fing an zu überlegen und zu begreifen, daß mit dieser Technik doch auch eine ganze Zeitepoche anfängt auszusterben. Ein sehr großer Vorteil war noch, daß man anfänglich einen ZT,W50 oder Belarus für ein Taschengeld erwerben konnte. Das war natürlich für junge Leute, die eh einen schmalen Geldbeutel hatten, der Einstieg in die Traktorenszene. Wer es platzmäßig konnte, kaufte und restaurierte sich diese Technik. So entstand die heutige "Fangemeinde", die ja auch größtenteils hier im Forum zu finden ist. Die meisten, dieser Leute, hätten sich finanziell nichts anderes (Lanz o.Ä.) leisten können.
Trotzdem sollten wir hier nicht vergessen, die Vorreiter der vielen heutigen Traktorenclubs waren Marken wie die oben genannten, auch im Altbundesgebiet waren es vor allem neben Lanz die Marken Allgaier, Porsche, Hela, Normag, Schlüter und die sehr beliebten Deutz´e um nur einige zu nennen. Sie werden es auch sein, die in Zukunft immer an erster Stelle mit Oldtimertraktoren genannt werden, ohne die IFA-Szene zu beleidigen.
Der größte "Nachteil" unseres ZT ist natürlich seine Größe, aber hier gab es in der Vergangenheit ja auch Traktoren, die es heute zu Kultstatus gebracht haben, wie z.B. Schlüter, Deutz oder auch große Lanzmodelle wie z.B. der 60PS Volldiesel D6006 oder D6007. Aber die Sammler solcher "Großtechnik" sind meist eine Minderheit unter den Sammlern. Der Schwerpunkt liegt auf kleinen- handlichen Traktoren wie z.B. der 11PS Deutz, für den heute bereits mitunter Traumpreise von mehr als 10 000,-€ erzielt werden. Der Grund ist meist die geringe Baugröße und der damit verbundene geringe Aufwand an Unterstellmöglichkeit und Transport.
Wie anfangs bereits gesagt, wir werden in Zukunft immer mehr von ZT und Co auf diversen Oldtimerveranstaltungen sehen, dies ist einfach der Lauf der Zeit. Aus dem Alltagsleben wird der ZT aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit langsam aber sicher verschwinden, genauso wie es der Famulus gemacht hat, der heute ein fast zu 100%iger Hobbytraktor geworden ist. Fast keiner nutzt ihn noch gewerblich. Und genau dies wird auch dem ZT passieren - er wird Kultstatus erreich bei seinen Fans.
Preislich wird er sicher auf einem gleichbleibenden Nivau bleiben, mal etwas höher, mal etwas niedriger, ein Überflieger wie z.B. Lanz oder Hanomag wird er aber sicherlich nie werden. Auch wenn das hier jetzt sicherlich nicht gern gelesen wird.
Ersatzteile wird man auch in 20 Jahren noch bekommen, darüber brauchst Du Dir keine Sorgen machen.

MfG Jens
 
Hallo Uwe
Ich möchte hier mal das was Jens schreibt voll unterstützen.Vieleicht nur mal noch 2 Gedanken dazu:
Bei mir hat das mit der Sammelei dadurch angefangen,daß ich diese Fz. früher noch im Einsatz erlebt habe, und die Traktoristen von damals immer von IHREN Fz. geschwärmt haben.Selbst wenn die mich heute fahren sehen haben wir sehr schnell ein Gesprächsthema.
2.)Habe ich mal auf ner Oldi-Veranstaltung einen älteren Herrn getroffen, und der sagte,daß es die heutigen neuen Marken( wie Fendt,Jonny....) kaum als Oldi geben wird.Denn: Die haben so viel Elektronik das es sehr schwierig wird die mal in 20-30 Jahren zu warten.Dazu brauchst Du dann nen Laptop und die Programme dazu, und die werden die Firmen auch in 30 Jahren wegen Nachbau nicht rausgeben.
Also so gesehen könnte "Dein ZT" schon bald einer der Letzten sein den es überhaupt noch als Oldtimer gibt.

mlg axel
 
Ich kann das vorher geschriebene nur bestätigen, auch von manchen jetzigen Klassikern hätte man früher nicht gedacht, daß sie irgendwann Kult werden. Dies betrifft auch auf manch verpöntes Fahrzeug zu, so wurden früher die DAF-PKW(später von Volvo übernommen, die 3xx er Volvos haben noch DAF-Wurzeln) als Schwiegermutterauto verspottet, heute sind diese Variomatikautos absoluter Kult, auch die Technologie ist überarbeitet noch aktuell. Auch die Mitwirkung von Fahrzeugen in Filmen trägt mit zum Kult um ein Auto bei, so war der Urahn des DAF V400 im James Bond Film "Der Spion, der mich liebte" mit von der Partie, was auch das seinerzeitige Image des Fahrzeuges aufpolierte.

Die Entwicklung eines Fahrzeuges zum Kultobjekt ist manchmal lang, deshalb kann man das eigentlich nirgendwo ausschließen.
Abhängig ist das von den Stückzahlen und vom Interesse an dem Fahrzeug, wie sich das und auch der Wert entwickeln wird. Technisch kann auch aus Schrott noch vieles restaurieren, alles nur eine Frage des Aufwandes. Bei einem aktuell gut erhaltenen Fahrzeug kann man hier einiges einsparen, wenn man es richtig macht.

Bei hohen Fahrzeugstückzahlen sind natürlich auch mehr Teile im Umlauf, auch wird hier so manches nachgefertigt. Natürlich gibt es auch schon Fahrzeuge, wo in D die Stückzahl unter 1000 und teilweise unter 500 Stck gefallen sind, und die sind teilweise nur 15 bis grob 20 Jahre alt.

Auch ist speziell zu DDR-Zeiten manch interessantes aus verschieden Gründen verschrottet worden, Dutra wäre ein Beispiel hierfür. Für ein moderneres Fahrzeug mußte ein anderes ausgesondert werden, weil speziell im privaten Sektor kaum eine Kapazitätserhöhung genehmigt wurde. Diese Fahrzeuge mußten entweder verschrottet oder dem VEB Maschinen- und Materielreserven angeboten werden. So ist auch mancher Büssing, Vomag und so mancher Eigenaufbau-LKW den Weg des alten Eisens gegangen. Wir haben 1970 selbst aus diesem Grund einen Ford France mit H3A Haus und Motor zerlegt, weil er total verschlissen war und durch einen neuen W50 ersetzt wurde. Unser letzter Uralt-Hänger war einer von Christoph&Unmack Niesky BJ 1935, welchen wir 1985 wegen doppelten Rahmenbruches verschrotten mußten, hier kam dann ehemaliger Kraftverkehrsschrott zum Einsatz.

VG Gerd
 
Mein Vater hat nach der Wende im Rahmen einer ABM, die LPG abgewickelt, in der er zuvor gearbeitet hat.
Er hat Technik verkauft (an Bauern, Handwerker, abrückende Rotarmisten, Westdeutsche....) Technik verschrottet und Immobilien außer Betrieb genommen.
Er meint, wenn er damals von meiner Traktormanie gewusst hätte, hätten wir von nahezu jedem dort vorhandenem Gerät eines hinter der Scheune haben können....
Jetzt gebe ich dafür Geld aus....
So ist es.....
Ich frage mich aber selbst auch manschmal, ob es vernünftig ist, für mehrere Fahrzeuge, die man im Jahr nur parmal rausholt, Batterien vorzuhalten und Versicherung zu zahlen....
....Ist es nicht, aber ich mache es trotzdem....

Soviel dazu...

MfG Frank
 
Zurück
Oben