IFA + Mercedes beim RBB

Das Projekt ist nicht unbekannt, der Wahnsinn dahinter auch nicht.

Analog zum Wartburg 1,3 und dann noch zum Trabant 1,1 kommt mit dem L 60 ein IFA - Produkt, welches technisch durchaus akzeptabel ist und optisch nahe zu unverändert. Nach 1989 sollen dann hastig erzeugte Nachfolger den Übergang retten.

Dagegen ist der Nachfolger der Simson Schwalbe (motor-)technisch unverändert (oder veraltet?) - aber optisch bis heute m. E. up to date. Auch chancenlos.

Interessanterweise überlebt am Ende Multicar...

Vermutlich gab es mehr als genug freie Produktionskapazitäten dort ’’Tief im Westen’’, den IFA bzw. dessen Nachfolger brauchte niemand mehr. Und wollte auch niemand mehr brauchen.

MfG Uwe
 
Hallo Uwe,

die Mercedes-Kabine, die auf dem IFA L 60 zu finden ist, wurde 1984 eingeführt. Also hat Mercedes ein veraltetes Fahrerhaus auf den IFA gesetzt. Wie es der DDR wirtschaftlich ging, weiss ich nicht, aber, man hätte ja zumindest ein eigenes neues Fahrerhaus entwickeln müssen, vielleicht wäre es damit gelungen, den Übergang zu schaffen. Oder, man hätte ein Produkt entwickeln müssen, wie den Multicar, da es solche Fahrzeuge im Westen nicht gab. Wahrscheinlich wollte Mercedes sich den Standort sichern, um die modernsten Hallen in Ludwigsfelde zu haben. Ein trauriges Ende für unsere Fahrzeugbauer, finde ich zumindest.

Gruß Andreas
 
Schön das man nicht nur das letzte DDR-LKW-Projekt sieht, es ist auch der erste W50  am Ende mit im Bild zu sehen.

Vieles Brauchbare wurde seinerzeit aber auch bewusst plattgemacht...

VG Gerd
 
zetor5011:

Hallo Uwe,

die Mercedes-Kabine, die auf dem IFA L 60 zu finden ist, wurde 1984 eingeführt. Also hat Mercedes ein veraltetes Fahrerhaus auf den IFA gesetzt. Wie es der DDR wirtschaftlich ging, weiss ich nicht, aber, man hätte ja zumindest ein eigenes neues Fahrerhaus entwickeln müssen, vielleicht wäre es damit gelungen, den Übergang zu schaffen. Oder, man hätte ein Produkt entwickeln müssen, wie den Multicar, da es solche Fahrzeuge im Westen nicht gab. Wahrscheinlich wollte Mercedes sich den Standort sichern, um die modernsten Hallen in Ludwigsfelde zu haben. Ein trauriges Ende für unsere Fahrzeugbauer, finde ich zumindest.

Gruß Andreas
Das war das aktuellste Fahrerhaus in dieser Klasse, was Daimler im Regal hatte, die Nachfolger wurden erst 1996 Actros und 1998 Atego präsentiert. Hier war vorallem der Zeitdruck Vater des Projektes, denn Entwicklungen dauern und kosten, deshalb werden gerade Grundfahrerhäuser mehrfach verwendet und das markenübergreifend. Für den L60 gab es ja schon mal ein eigenes Haus... bevor dann das W50 Update zum Einsatz kam.

Wer die Geschichte kennt, weiß, daß das Werk 1936 von Daimler errichtet wurde. Man sollte sich aber auch daran erinnern, daß 1990 die meisten LKW-Hersteller auf dem deutschen Markt utopische Lieferzeiten auch im Standardpogramm hatten, fast nur DAF konnte sofort liefern. So waren die Ludwigsfelder Kapazitäten sicher sehr willkommen. 

VG Gerd
 
Hallo Gerd,

na klar kennen wir die Geschichte, auch den Versuch mit dem Volvo-Haus und die Wellblechbude für Robur/L60 - Prototypen. Wobei letztere nicht uninteressant waren.

Idiotischerweise dürfte das Ummodeln der W50-Hütte wohl fast so teuer gewesen sein wie eine Neukonstruktion, das war dann das gleiche Elend wie beim Trabant 1,1. 

Denkt man dann an den Trabant 610 oder den Wartburg 355, wird klar, welche Potentiale vorhanden waren und verdaddelt wurden. Da wäre auch im NKW-Bereich einiges möglich gewesen.

MfG Uwe
 
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