LPG/P "Fortschritt" Grünlichtenberg - Frühjahr 1990

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Hallo,

im Frühjahr 1990 drehte ein Team des BR, in der LPG Grünlichtenberg, eine Reportage über die Landwirtschaft in der DDR.

Ich finde ein sehr interessantes Zeitdokument, der Bericht beginnt bei etwa 7:35 Minuten,

inclusive einer bemerkenswerten Anmoderation.

Doch seht selbst:

LPG Grünlichtenberg

Gruß Thomas
 
Hallo

Schönes Zeit Dokument! Da wird man mal erinnert wie damals so war.

Gruß Timo
 
....genau....was auch einige schon lange wieder vergessen haben....sehr schöner Film...

Danke für´s einstellen.... :-) :-)

Viele Grüße ,der Ingo

Achtung: Dieser Beitrag kann Spuren von Sarkasmus, Ironie und schwarzen Humor enthalten...auch unsichtbare Smilies sind möglich...deshalb alle Angaben ohne Gewehr
 
Hallo Thomas,

oh, da hast Du ja wirklich ein schönes Zeitdokument verlinkt. Am interessantesten war für mich der S-4000-Kipper mit dem W-50-Motor. Sie haben das aber als sehr wiedersprüchlich bewertet, einfach so von den Rahmenbedingungen in Bayern auf die Rahmenbedingungen in der DDR, im politischen System der DDR umgelegt. Da klang schon etwas Siegerjournalismus durch. Eine Frage habe ich zu dem Tankwagenfahrer: War das ein Brigadier? Oder, hatten die LPGs für die Tankwagen/Tankanhänger extra Fahrer?

Gruß Andreas
 
Hallo Andreas 

Bei uns war der tankwagenfahrer auch der Tankwart und öl/ fett spezi.um nicht zu sagen Pflegestützpunkt Chef.

Mfg Roland 
 
Ein sehr schönes Zeitdokument, halt DDR live....

Zum S4000 Kipper: Ein durchaus recht häufiger realisierter Umbau mit W50 Motor aus unterschiedlichsten Gründen, so wurden 90 durch 125 PS ersetzt. Schwungscheibe muß getauscht werden, ansonsten passt fast alles..., nur die Ölwanne hängt halt etwas kritisch tief. Die ersten W50 hatten ja den auf 110 PS getrimmten S4000 Motor drin. Solche Umbauten sieht man auch heute noch auf Treffen.

Zum Tankwagen: Auch zu DDR-Zeiten gab es so eine Art Gefahrgutschein.

Zur Subventionierung: Den Laden leer zu kaufen, um Viecher zu füttern, war durchaus üblich. Ich kenne genug Bauern, die sich dafür LKW-weise Speisekartoffeln haben liefern lassen und da ging auch noch manches abenteuerliche Wege... An den Aufkaufstellen haben auch die Kleingärtner ihr Zeug abgegeben und anschliessend wieder zurückgekauft. Geldmaschine Made in GDR!!!

Die Futterbezugsscheine gab es nur, wenn man bei der VEAB Schlachtvieh für gutes Geld abgeliefert hat, wobei das Großvieh ja natürlich kostenfrei abgeholt wurde, bei uns war auch regelmäßig der Viehwagen zu Gast, welcher auch einem privatem Fuhrunternehmer gehörte.

VG Gerd
 
Hallo Roland und Gerd,

danke für die Infos, ich kenne mich mit den wirtschaftlichen Dingen in der Landwirtschaft nicht so gut aus. Ich kann mich nur daran erinnern, dass die Baubrigade in der LPG, in der mein Opa tätig war, auch so einen S 4000 mit W-50-Motor hatte. Ich habe einmal mit erlebt, wie man einen Hächsler auf dem Feld repariert hat, zum Tanken kam ein ZT mit einem Tankanhänger auf das Feld zum Hächsler. Und die Werkstatt war auch ein S 4000 als Pritsche mit W-50-Motor.

Gruß Andreas
 
hallo

das ist ja mal ein zufall

wir waren mit unserem landhandel 2005 auf der agrargenossenschaft grünlichtenberg.

ein sehr interesanter betrieb mit

Milchviehhaltung, schweine im geschlossenen system, biogasanlage, Kartoffellagerhalle mit schälbetrieb, eigener schlachterei, eigener getreidelagerung und eigener spedition ink kühlfahrzeuge zum fleich und wurstwaren transport.

mfg alexander
 
hallo gemeinde,

schöner beitrag und schön zu hören das es die genossenschaft noch gibt.

jetzt mal noch ne frage zum tanklaster und gefahrengut etc. kann das sein das die orange tafel falsch beschriftet war oder hat er in den russen benzin gekippt?

mfg tino
 
Eine Erklärung könnte sein, daß der Tanker ab und an auch Benzin umherfährt und Umstecktafeln gab es in der DDR nicht.

Auch könnte die Kennzeichnung in der DDR etwas abweichend gewesen sein, wie so manches.

VG Gerd
 
Sehr schöner Beitrag, aber die Kommentare von der Bayern Moderatorin sind ja wohl mehr als überflüssig...

--- *** ist geil... aber bist Du schonmal ZT gefahren??! ---
 
Man mag es ja kaum noch glauben, aber genau so war es damals.

Mein Opa hatte immer die Eier verkauft, dann Depotatfutter bekommen und ich hatte als Lehrling als erste Tätigkeit die Aufgabe, mit nem 50 er Russen die Depotatkartoffeln auszufahren.....

Schönen Gruß Thomas
 
Ja,die Komentare sind grenzwärtig,teilweise gut beleuchtet,aber auch ziemlich polariesierend.Als wenn im Westen die Landwirtschaft auf eigenen Füßen steht.20%der EU Subwentionen sind Agrarsubwentionen.Ich hab zu DDR-Zeiten auch Kaninchen abgeliefert ect. Wir haben altes Brot vom Becker verfüttert.Das jemand frisches Brot beim Becker gekauft hat um es zu verfüttern ist mir nicht bekannt. Auch das angeblich immer westliches Saatgut gekauft wurde war wohl erst ab der Grenzöffnung so.Sonst ein schöner Erinnerungsbeitrag.mfg Matthias
 
Bloß gut das in Bayern immer alles schön bunt ist und über Durstige Traktoren sollte man nur reden wenn man etwas davon versteht 220PS wer hatte das 1990 im Westdeutschland ?

Subventionen ich sag nur Biogasnlagen wer im Glashaus sitzt.

gruß Steffen
 
Mensch Tonny haste was aus meinem nachbarort gefunden schön zusehen und was man alles wieder erkennt einfach klasse :-)  

gruß Carsten 
 
Sehr schöner Beitrag. Ich hab da nur mal noch paar fragen. 

1.der Boden sieht nach der Bearbeitung so gräulich aus,ist das normal?

2.war die Silage wirklich so schlecht von der Qualität?
 
Silage war zwischen Viehfutter und gleich auf den Mist schieben - je nachdem , wer dafür verantwortlich war (manche konnten das und andere wiederum waren zwar Dipl. agr. Ing. aber ohne Ahnung)...
 
The winner takes it all...

Die DDR war kein Hort der Arbeitsproduktivität, wußten wir damals auch schon, aber wer wollte, hatte Arbeit, war beschäftigt, abends müde und mußte nicht Assi-TV sehen und die Zeit mit Dosenbier totschlagen. Oder sonstiger medialer Verblödung. Oder beim Psychiater, denn ohne Sinn im Leben wird’s irgendwann eng mit dem Lebensmut. Wobei es ja auch kein Dosenbier gab, die Lübzer Brauerei hat selbiges nur exportiert oder an die Forum GmbH geliefert. Prost!

Wenn man dann bedenkt, daß in jeder Woche mehrfach Lastzüge mit TIR - Kennung und Nicht - DDR - Nummernschild  unser örtliches Fleischkombinat verlassen haben, mag man sich fragen, wer davon profitiert hat. Die HO-Kaufhalle sicher nicht, daß wäre mir aufgefallen. Und der Fischladen auch nicht, da sind die Laster ebenfalls vorbei gefahren. Die aus Sassnitz und Lauterbach kamen. Mit TIR und so. Ist dann aber ein anderes Handwerk. Und war das gleiche Prinzip.

Und die (ex NSW-) Landmaschinenindustrie muß doch heimlich laut gejubelt haben, als endlich die Großflächenwirtschaft quasi schutzlos erobert werden konnte, die hatten doch auf den kleinen Höfen der gebrauchten Bundesländer gar kein ernsthaftes Absatzfeld, ich habe so manches interessante Gespräch mit einem sachverständigen Menschen geführt, der nüchtern, sachlich und ohne Bitterkeit den Übergang von einer LPG in einen Betrieb erlebt hat, an dessen Spitze ein Gutsherr neuer Prägung steht, welcher sich auch so aufführt, selbiger zu Geld gekommen durch den Verkauf von Ackerland an den Staat zum Bau einer Autobahn, dann ging es Richtung Osten, wenn ich aber die Erzählungen von einem meiner Großväter retrospektiv betrachte, haben sich die Gutsherren früher doch sehr gemeinnützig verhalten.  Na egal, man soll ja den alten Zeiten nicht nachtrauern. Aber dem Opa schon!

Erwartet bei einem Beitrag vom BR aus jener Zeit keine Objektivität, denkt daran, daß Bayern lange Zeit Agrarland und Subventionsempfänger war. Längst vergessen. Sicher auch zu den Siegern gehörte, die übrigens 1989 ziemlich pleite waren und denen die gesamte Geschichte um 1989/1990 den Arsch gerettet hat. Auch schon vergessen?!

Und den gesunden Menschenverstand - oder eure ideologische Altlastigkeit, an dieser Stelle mag der persönliche Blickwinkel entscheiden - kann euch niemand verbieten. Mir auch nicht und so soll es bleiben.

MfG Uwe
 
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