Maschinen von AGCO (Fendt, Massey-Ferguson, VALTRA, Challenger)

Bisl OT:
Naja, ich vertrau bei den dänischen Museen auf unsere dänischen Freunde - ich glaub ohne die beiden hätten wir Dänemark niemals so kennen und wertschätzen gelernt.
Gerade als fanatische Oldtimer-Urlauber ist Dänemark halt eine regelrechte Oase in Europa wo man sich bestens von Deutschland erholen kann. ;-)

So sah das diesen Sommer aus wie wir zu dritt nach DK in den Urlaub sind. :D ;)
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Und so haben wir mit unseren Freunden Henrik und Eva Aalsen unsicher gemacht (ein wenig).
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Beide auch im hohen Alter aber mitten im Leben, er ständig am schrauben an irgendeinem Oldtimer-Projekt, sei ein der VW-Bus seiner Frau, ein Willys Jeep oder auch zwei, oder Zetor 50 Super, 3011, 4011, einige 25A, sein Triumph und immer sind es Vollrestaurationen und 1A Ergebnisse.

Das war mal einer seiner Zetor 25A - wo ich mir heut noch einen abärgere den ihm nicht abgekauft zu haben. Meiner Meinung nach einer der schönsten 25A die ich bisher zu sehen bekommen habe, auch wegen der Farb-Kombi.
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Aber zurück zu On-Topic - Dänemark und MF - da war doch was...
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Aufgenommen in "dem" dänischen MF-Museum - der Kenner weiß wo, auch da ein super netter aber leider schwer erkrankter Museumsgründer.
 
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Hallo Joachim. Ja, DK und auch Schweden, sind eine Goldgrube für Oldtimerfreunde. Auch in Finnland kommt man da auf seine Kosten. Hier läuft auch noch einiges an russischer Technik, gerade im familiären Nebenerwerb. Grüße, Buddi
 
Guten Morgen. Gestern konnte ich diesen Youngtimer fotografieren. Einen gut erhaltenen Fendt Xylon 524. In den 90ern lief in meiner Nachbarschaft auch einer. Wenn ich mich recht erinnere, mit Terrareifen und Sämaschinen-Front-Heck-Kombination. Joachim sollte den bestens kennen;). Schöne Grüße, Buddi

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Beitrag automatisch zusammengeführt:

Und noch einen absoluten Exoten, den wir hier so schnell nicht zu Gesicht bekommen werden: Eine Fendt-Momentum-Einzelkorn-Direktsaatmaschine. Eigentlich gebaut in Beloit/Kansas (USA) für den Nord-&Südamerikanischen Markt:
 

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Geh weg mit den Xylons - wir hatten 2 fast zeitgleich auch 524er aus der ersten Serie. Am Ende mussten wir uns aus wirtschaftlichen Gründen von beiden viel zu früh wieder trennen, weil die nur noch in der Werkstatt standen. Katastrophe beim Qualitätsmanagement...

Hier mein 524er - damals bei der Feldprobe 1996 ob er die 6m Drillkombi mit 6m Rüttelegge und knapp 4 to Fronttank schafft. ;-)
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Hier mal unsere beiden, link/rechts vom 310er Pflegeschlepper
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Und auch mal bei der Arbeit.
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Hallo Joachim. Ja, die Xylons waren nicht der große "Wurf". Vor allem thermische Probleme des Motors und Undichtigkeiten, machten den Xylon zum Stammgast der Werkstatt. Danke für die schönen, alten Bilder. Da kommen Erinnerungen hoch. Und ja, die Front-Heck-Kombination meinte ich. Schöne Grüße, Buddi
 
Ich kann mich bei unseren beiden nur an eine Art von thermischem Problem erinnern: Feuer ;-)
Stahldieselrücklaufleitung am Motor und Rahmen befestigt - ist halt nicht die beste Idee gewesen.

Außerdem:
- ESP komplett locker geworden
- Batteriekabel von innen korrodiert (kein Winterdienst, standen nie über Nacht draußen) (wurde in der 2. Serie verbessert)
- Bowdenzüge der Schaltung hat man regelmäßig nachstellen müssen (wurde in der 2. Serie verbessert)
- Kabinenlager nach zu kurzer Zeit kaputt (schlägt dann durch)
- Zentraldrehgelenk mit starkem Verschleiß (wurde in der 2. Serie verbessert)
- Gelenkwellenschutz der Allradantriebswelle chronisch locker trotz mehrerer Reparaturversuche der Werkstatt
- die üblichen Fendt Elektronikprobleme wenn ein Fendt auch mal gewaschen wird (vor allem Drehzahlsensor Zapfwelle)
- Motorbremse
die Liste war am Ende eine A4 Seite lang, genau so lang wie die Liste der Verbesserungen bei Einführung der Serie 2 dieser Modelle (die mit den etwas kleineren Vorderrädern). ;-)
Finanziell haben wir am Ende drauf gelegt, war teures Lehrgeld.

Ansonsten hatten wir unsere 524er mit ihren MAN Motoren (im LKW bis 190 PS) nie getunt, immer Serie. Thermische Probleme hatten wir mit den Motoren auch bei maximaler Belastung über Stunden hinweg (Pflügen, Drillen mit 6m Drille + Fronttank + Rüttelegge, 7m Saatbettkombi "Kombinator" von Kverneland, 6m "Germinator" von Kongsgilde, Transport mit 18to Muldenkippern oder 2x HW 80).

Positiv:
- 2 gleichwertige Sitze
- Platz in der Kabine
- Sichtverhältnisse
- Sitzposition in der Mitte des Schleppers
- 50 kmh + gefederte Vorderachse
- gutes zuverlässiges Getriebe
- ausreichende gut dosierbare Hydraulik

Negativ:
- Kaufpreis
- Kinderkrankheiten der 1. Serie
- nur 140 PS und nur 4 Zylinder
- Zentraldrehgelenk für 50 kmh zu schwach ausgeführt bei Serie 1
- "schlagen" der Hinterachse bei schnelller Straßenfahrt auf nicht ganz ebenen Straßen (MB-Tac like ;-) ) mangels gefederter Hinterachse.
 
Hallo Joachim. Danke für den detaillierten Schadensbericht. Zu dieser Zeit wollte Jeder Hersteller noch einmal einen großen Wurf mit der Trac-Technik landen. Viel aus MB-Trac, Schlüter und Intrac ist da mit beim Xylon reingeflossen. leider nicht nur das "Gute". Generell muss man sagen, dass was damals 140/160PS leisten mussten, machen heute 300PS-Schlepper im neuen mittleren Segment. Gerade die Großen Flächen und hohen Stundenleistungen, haben die Westdeutsche Landtechnikindustrie eiskalt erwischt. Dazu kommt, dass Fendt zu dieser Zeit fast am Abgrund stand. Man hat bei Fendt damals verpasst, brauchbare Technik, vergleichbar mit den damaligen John Deere/Case Modellen/Eisenschweinen, für den neuen großen Markt zu entwickeln. Für die 30ha Kartoffelernte in Oberbayern hat der Xylon sicherlich gereicht, aber nicht für mindestens 200ha drillen mit 6m Front/Heck-Kombi oder Saatbettbereitung mit 7m Kongskilde. Schau nur zu dem netten Herrn aus Augsburg, der 1990 mit seinen 14 MB-Tracs in Queis ankam und meinte, die werden jetzt das "Ruder herumreißen". War schön anzusehen, wie Sie da standen in Silber/Blau. Aber waren auch Dauergast in der Werkstatt und irgendwann nur noch zum Spritzen da.
 
Also wir waren damals ein ü500 ha Betrieb und hatten neben den 2 Xylon 524, einen Favorit 310 und als großen einen Favorit 824.
Kein Schichtbetrieb, aber oft 7 Tage die Woche und tgl. 10-16h am Stück damals. Meist war der Tank der limitierende Faktor bei den Fendt.

Kleine Anekdote von Amazone:
Wir hatten damals auch 2 Amazone Airplanter Einzelkornsämaschinen, beide neu gekauft und waren im Sonnenblumendrillen - wie so oft, auch 16h Arbeitstage. Bei beiden hatten sich nach ca. 470ha die Gebläsezerlegt. Damals reichte ein Anruf beim Händler und bei Amazone, und noch am Sonntag stand ein Monteur und ein Konstrukteur mit interims Ersatz vor der Tür, dezent fassungslos ob der Hektar mit den Maschinen in der kurzen Zeit (keine 2 Jahre).
Damals Anlass die Gebläse zu verbessern und uns anschließend die verbesserten auch noch kostenlos einzubauen. Das war Kundenservice in den 90igern.

Mit aufkommen des Russland Marktes, hat man auch bei so Traditions-Herstellern wie Amazone, die sich selbst gern als Premiummarke inszenieren, die deutschen Bauern vergessen. Als uns ein 52-adriger Hauptkabelbaum einer 100.000 DM Drillmaschine nach 8 Jahren Einsatz brach, hieß es lapidar: nicht mehr lieferbar.
Als dann knapp ein Jahr drauf die erste Ostblock-Krise aufkam, hatte man den Nerv uns anzurufen, ob man so einen Kabelbaum noch bräuchte, man könne einen anfertigen... wir lehnten dankend ab, hatten uns zwischenzeitlich schon selbst geholfen.
Dazu muss man wissen das wir in den 90igern eng mit den Amazonewerken zusammen gearbeitet haben, immer wieder 0-Serien Maschinen da hatten und auf Grund des Wachstums an Fläche bei uns, sehr häufig die Maschinen durchwechselten - stehts Amazone. Aber Gier macht halt blind nur das man als Bauer eben auch nicht vergisst wer einen in einer Krise hat hängen lassen. Für uns damals ein Bruch, nur noch da Amazone zu kaufen wo es unumgänglich war. So kam unser erster Selbstfahrer (Spritze) dann auch von Hardi Evrard und nicht von Amazone und auch Grubber wurden bevorzugt von Lemken und Köckerling bezogen statt wie früher alles von Amazone.

Aber ja - die 90iger waren anders, das ist freilich auch war, und kommen auch nicht mehr zurück.

Zurück zu den Schleppern und Agco - da Fendt auch nur noch mit Wasser kochte, zogen bei uns dann auch nach einem Case CVX 170 (erste Serie) und einem Fendt 716 Vario (erste Serie) als bald ein MF 7495 DynaVT und auch ein großer 300PS Brocken MF 8480 DynaVT ein. Die waren billiger, leiser hatten das bessere Vorgewendemanagement und hielten ebenso gut oder schlecht wie die Fendt zuvor. ;-)
 
Die Amazone-Airplanter kenn ich noch. Mit roten Plattformwagen, für den Transport. Die Hersteller vergessen manchmal in Ihrer Hybris, wer Sie groß gemacht hat und Ihnen das Gehalt bezahlt. Vor allem wenn neue Führungskräfte, Ebenen in den Familienbetrieben einziehen, die nicht mit dem Geschäft zu tun haben oder ein Bezug zur Basis besitzen. "Wachstumsnarben" nennen die Mittelständler das...Das mit den Gebläsen kenne ich nur zu gut. Entweder durchgeschliffene Gehäuse (Crary-Gebläse), undichte Zahnradmotoren oder defekte/gebrochene Impeller. Die beiden MF sind in Ihrer letzten Ausbaustufe sehr gute Maschinen gewesen. gerade der 8480 hatte im letzten Jahr alle Kinderkrankheiten überwunden. Nur dann wurde Er vom 8S/9S abgelöst. Und das Spiel begann von vorne.
 
Wir hatten Anfangs die 4,5m Airplanter (2 Stück) die konntest angebaut (eingeklappt) fahren, der 6m Airplanter später ... ja, der musste auf den Transportwagen (war bei uns einer von Kverneland).

Der Hit in Sachen Gebläse und Amazone war dann aber unsere 6m pneumatische Drille mit Rüttelegge und Fronttank. Letzterer hatte zur Saatgutförderung nach hinten einen Honda Dieselmotor mit Gebläse dran. Den hab ich wie so oft schon zuvor eines Abends nach dem Feld-Abendbrot wieder angeworfen (Reißleine) und wollte zur Schlepper Kabine um weiter zu drillen... ich kam nur 2 Schritte (Gott sei dank!!) weg von dem Ding als es plötzlich fürchterlich schepperte und da wo ich gerade noch gestanden habe, Metallbruchstücke vom Gebläseläufer lagen, der hatte das Gebläsegehäuse aufgerissen.
1 Sekunde langsamer und ich wäre damals aufm Feld wohl zu Tode gekommen durch ein sich auflösendes Gebläse. Auch da war Amazone damals bemüht den Ball flach zu halten und schnell eine Lösung zu finden. Keine Ahnung ob es für andere damals einen Rückruf gab, aber das war lebensgefährlich.

Es ist bei Amazone wie bei Agco - es wird nicht hinreichend erprobt bevor verkauft wird, sondern es wird beim Kunden fertig entwickelt. Naja, machen ja leider fast alle so heutzutage.
 
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Da hattest Du wirklich Glück! Das mit den Gebläsen hatte so ziemlich jeder der Hersteller von pneumatischen Drillen. Oft schliffen die durch, weil Sie bei trockenen Bedingen zu viel "Staub" schluckten. Wir haben dann einen Ansaugzyklon gebaut, der Luft aus 3m höhe ansaugte, statt den Dreck vom Acker. Bei den Horsch waren die Gebläse keine "Witwenmacher", dafür die Terra-Grip-Federpakete der Terrano/Tiger-Grubber. Die waren mit 550/800kg Federvorspannung. Wenn da eine Feder oder das Gussgehäuse weggeflogen ist, musstest Du weit weg sein. Ähnlich der Rahmen der Terrano 3-Punkt-Geräte oder Pronto 6-AS. Oberlenkerbock weggerissen, Rahmen während der Fahrt weggebrochen. Da lag dann die Kiste auf dem Asphalt und hat 20m Bundestraße aufgerissen. Zum Glück ist bei den Unfällen kein Mensch zu schaden gekommen. Wir hatten nur einen sehr schlimmen Unfall, bei dem 2 Monteure es für eine gute Idee hielten, statt eines ausreichend hohen Unterstellbocks, ganz viele Holzklötze zum Abstützen der Spritze zu nehmen. Nachdem das Rad mit aller Kraft von der Nabe war, legte sich die Spritze auf die Seite und auf beide Monteure. Schlimme Sache, beide tot. Leider sind in der Landtechnikbranche die Entwicklungs- & Innovationszyklen viel zu kurz. Egal bei welchem Hersteller. Das erschafft immer wieder "Bananen-Maschinen", die auf dem Feld "reifen". Ich kann dazu nur sagen, nie was neues oder Nullserie kaufen. Es sei denn man hat eine gute Verhandlungsbasis, viel Nerven und ein "hohes Ansehen". Auch bei den Herstellern ist angekommen, dass Social-Media und Beraterkreise, schlechte Nachrichten in Rekordzeit verbreiten. Was manchmal nicht schaden kann.
 
Na das Gebläse der Drille war nicht durch geschliffen, sondern das Alu-Lüfterrad hatte es zerrissen und durch Brocken davon das Gehäuse gesprengt. Ist direkt beim hoch touren des Honda-Diesels passiert als er Drehzahl erreicht hatte, das waren die 1-2 Sekunden welche mir den Hintern gerettet hatten damals.
 
Da kann man mal sehen, was für Konsequenzen solche konstruktiven Patzer haben können. Du hattest echt Glück gehabt, dass hätte mehr als nur ins Auge gehen können. Zeigt aber auch mal wieder, dass wir es bei aller Faszination, auch mit großen, gefährlichen Maschinen zu tun haben.
 
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