RS 04/30-Mitte der 70er in LPGs noch im Einsatz

zetor5011

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Hallo,

vor kurzem bin ich bei Youtube auf eine Reportage über schwere Unglücke in der DDR gestoßen. Als es um einen Flugzeugabsturz einer TU 134 in Leipzig ging, der im September 1975 passiert ist, sah ich das Bild eines RS 04/30 als Illustration zu diesem Vorfall. Dieser RS 04/30 war mit einer Kabine ausgestattet. Ist das denn so realistisch? Ich bin 1974 geboren, habe die angesprochene Zeit nicht bewusst miterlebt, nun wollte ich mal fragen, ob das Bild eines RS 04/30 im Einsatz damals noch real war oder ob es ein Fake ist.

Bei ca. 1:11 Minuten ist das fragliche Bild zu sehen.

Gruß Andreas

https://www.youtube.com/watch?v=KhIaZhqul38
 
Hallo

Haben sie das nicht einfach so eingeblendet!? Der Fahrer sagte doch, das er bei der Bodenbearbeitung war und nicht bei der Ernte.

Gruß Timo
 
Hallo Timo,

da das Bild bei mir Fragen aufwarf, habe ich nachgefragt, ob das Bild in den 70ern noch realistisch war.

Gruß Andreas
 
Wie sonst hätte so mancher alte Schlepper und nicht nur die die Wende erleben sollen, als durch fleissige Arbeit???

VG Gerd
 
Hallo Andreas

Ich kann nicht Nein oder Ja sagen! Als junger Bengel bin ich kaum aus dem Ort gekommen.

Es war die Zeit, wo sich die LPG,s gefestigt hatten, es schon  in die richtung der KAP,s, also aufteilung in Tier- Und Pflanzenproduktion ging.da bei uns in Thür. verhältnismäßig kleine LPD,s bestanden war der Fuhrpark auch nicht so groß.

So weit wie ich das zeitlich einordnen kann liefen bei uns ein Famulus, Ferguson, MTS 5, Ortrack, GT (kam nagelneu, riche ich heute noch die verbrannte Farbe, da meine Mutter diesen lenkte), MTS 50, dann noch einen ZT 300, dann wars ruhig. 

Da es aber mit der Produktion nicht so rosig in der DDR war, ist es durchaus Realistisch, daß solche Technik 1975 

im Einsatz war!

Es gab Betribsleiter die setzten auf stetigkeit, es gab auch welche die hatten halt einen Draht nach oben da kamm ständig neues!

manny
 
Hallo,

ich würde sagen der RS 30 bei 1:11 min war nur eine Beispielsequenz. Der ZT300 bei 1:14 min im Hintergrund bei dem Interview ist da schon realistisch, der hat auch einen Grubber angebaut.

Wir waren bis 1989 LPG Typ I. In der LPG liefen davon abgesehen bis ca. 1987 noch aktiv 2 Famulus Schlepper. Das weiss ich noch genau, da mir die Radgewichte in dem einen Famulus immer so gefallen haben. Vom Schulfenster konnte ich die immer vorbeifahren sehen. Danach standen sie als Reserveschlepper mit einen 60PS D4K in der Garage.

Nach der Wende wurden sie verkauft als die LPG aufgelöst wurde.

Grüße Otto
 
Hallo Andreas,

Von Famulus bis 1989 in den LPG das weiß ich auch ganz sicher ! Und warum soll da ein RS 04 als Hofschlepper auch irgendwo die Wende erlebt haben? Ich halt das für möglich..... ;-)

Vlt hat ein Briefsammler eine Info dazu von einer Ab oder Ummeldung?

Viele Grüße Jan
 
Hallo Andreas,

ich weiß, dass bei uns im Dorf zwei Bauern ihre RS 04-30 mindestens bis zur Wende gefahren haben, beide mit der großen Kabine. Der eine hat ihn nur privat genutzt, der andere war in der LPG Typ 1 - da wurden auch schon mal die privaten Schlepper gemeinsam auf den Feldern genutzt. Ich denke aber auch, dass der im Film hier nur als Beispiel gezeigt wurde. 

Grüße aus Rand-Berlin
Detlef
 
Im Einsatz.....naja ....bei uns gab es diese Technik noch weit über die Mitte der 70er. So zB. noch einen T170...RS30...KS07...usw.  Da waren aber meist auch Traktoristen drauf, welche kurz vor der Rente standen. und die machten dann auch nicht die anspruchsvollsten Arbeiten. So hatten wir zB noch sehr lange einen PIO zum Schrot und Milch ausfahren. Aber meist gingen dann auch mit den Traktoristen die alten Fahrzeuge in Rente.

axel
 
mein Senf noch mal dazu 

möglich ist es, aber in diesen Fall scheint es eine Einblendung von einem alten film

manny
 
Hallo Andreas,

die kurze Filmsequenz mit dem RS 04 ist definitiv reingeschnitten und hat nichts mit dem Unfall zu tun. Der Fahrer aus dem Interview war mit seinen Kollegen beim Grubbern mit ZT’s. Irgendwo habe ich ein Bild davon, habe es aber kurzfristig nicht zur Hand.

Deine Frage zielt aber auf etwas anderes ab. Der RS 04 wäre 1975 auch schon etwa 20 Jahre alt gewesen und viele wurden davon auch nicht produziert. Zu diesem Zeitpunkt war es unrealistisch einen RS 04 beim Maishäckseln im Einsatz zu sehen. Wenn du deine Frage aber ausdehnst auf den Famulus, dann war das schon möglich. 

Anfang der 70er waren sie noch häufig zu sehen, auch vor Schlüsselmaschinen wie Rübenroder/köpfer oder Kartoffelerntemaschinen und Drillen. 1974 und 1975 sah man sie meistens nur noch bei Transportarbeiten vor allem in der Hackfruchternte wo viele Traktoren gleichzeitig benötigt wurden. Ab 1976 war fast schlagartig Schluß damit, dann konnte man sie mit der Lupe suchen. Nur noch vereinzelt waren sie zu sehen, oft waren sie dann noch beim Gemüseanbau oder in der Tierproduktion im Einsatz. Oder bei den recht seltenen, aber doch bis 1989 existierenden LPG Typ I und III vorhanden. Die hatten es schwer an entsprechende Technik zu kommen, da sie nur geduldet waren.

Manny hat es schon gesagt, es hing mit dem Entwicklungsstand der LPG‘en und der Einführung neuer Maschinensysteme zusammen. Es standen ab Mitte der 70er schon recht umfangreich neue Halmfuttererntetechnik, Rübenerntetechnik, Bodenbearbeitungsgeräte, Mähdrusch- und Strohbergetechnik usw. zur Verfügung. Diese Technik benötigte einfach mehr Leistung.

Gruß Mirko
 
Hallo Otto,

Hallo Detlef,

könnt ihr mir bitte verraten wie die jeweiligen LPG Typ I hießen. Gab es sie tatsächlich eigenständig 1989 noch oder waren sie Teil einer Kooperation? 

Wäre für mein Hobby (Agrargeschichte) äußerst interessant zu wissen. Vielen Dank!

Gruß Mirko
 
Wer schon mal bei Filmen (oder Dokus) mitgewirkt hat, weiss doch wie das geht: Dort werden möglichst anschauliche Bilder genutzt, um einen Sachverhalt dazustellen. Und in dem Fall passte einfach der RS rein, obwohl die Szenarie absolut für den Kenner unwahrscheinlich wie unlogisch wirkt... es dient einfach der Illustration!

Wer wissen will, wie Dokus entsstehen, die Schnitte laufen und was der Drehbuchautor so denkt und ihm vor seinem geistigen Auge wiederschwebt kann sich dezent an mich wenden (jetzt bitte kein Hallejulja - aber ich weis wovon ich rede).

In unserer Kolchose lief bis 1991 im Milchviehstall ein Famulus (dann wurden die Kühe abgeschafft, der Stall geschlossen und der Famulus war weg) und der hatte gleichzeitig die Aufgabe, den Spritzenhänger der Feuerwehr zu ziehen wenns mal brennt. Und dass hat er auch gemacht, der Fahrer war Mitglied der FFW und dazu verpflichtet... Bis zum Spritzenhaus waren es 300 Meter. War sehr beeindruckend beim letzten großen Brand vor der Wende 1987 (kokelnde Kinder in der Scheune eines Neubauernhauses - gab nur keine Handys, mit denen man Fotos machen konnte und alle waren mit Löschen beschäftigt).
 
Hallo Mirko,

ich kann dir leider nicht sagen, ob die LPG Typ 1 noch bis zur Wende existiert hat, bin Anfang der 80er von zu Hause weggezogen. Es gab in Neustadt / D. - Sieversdorf aber eine KAP, die glaube ich alles im Umlefd "geschluckt" hat. Ich weiß aber definitiv noch von gelegentlichen Besuchen bei meinen Eltern, dass die oben genannten RS 04-30 zu der Zeit immer noch (gelegentlich?) genutzt wurden. 

Grüße aus Rand-Berlin
Detlef
 
Hallo Detlef, 

danke für die Antwort. Vom Altkreis Kyritz liegen mir umfangreiche Daten über die PP-Betriebe vor. Dort gab es 1989 keine existierende LPG Typ I o. III mehr. Den Betrieb den du meintest war die LPG (P) Neustadt/Dosse und die Gemarkung Sieversdorf gehörte dazu. Eine Sonderform gab es aber bis 1989 in diesem Kreis, die ZBE (P) Kyritz. Von dieser Rechtsform als eigenständiger Pflanzenproduktionsbetrieb gab es nur ganz wenige 1989 in der Republik noch.

Das ist aber schon wieder ein anders Thema.

Gruß Mirko
 
Hallo Mirko,

bei uns war das die LPG Sudenburg, das ist ein Stadtteil von Magdeburg.

Meine Großeltern waren dort Mitglieder. Insgesamt haben dort 8 Familien gearbeitet.

Bewirtschaftet wurden Splitterflächen im südlichen Stadtgebiet von Magdeburg.

Die nächste große LPG war in MD-Ottersleben und MD-Diesdorf. Letztere LPG war mit der LPG Niederndodeleben irgendwie verbandelt. In MD-Rothensee gab es auch noch eine LPG.

Grüße Otto
 
Hallo Otto,

das ist ja irre, klar kenne ich Sudenburg, bin doch in MD-SO aufgewachsen. Das es eine LPG Sudenburg gab, wußte ich dann irgendwann auch. Hatte mich damals immer gefragt wer die kleinen Flächen dort bewirtschaftet z.B. in der Nähe vom Kirschweg. Ich dachte zuerst an die LPG (P) Langenweddingen weil Ottersleben dazugehörte oder an die LPG (P) Osterweddingen weil sie Flächen in Hopfengarten und Fermersleben/Salbke bewirtschaftete, denn schließlich gehörte zur Kooperation die LPG (T) Magdeburg-Südost.

Auf dem Weg zur Arbeit nach der LPG Hohendodeleben mußte ich immer über die Halberstädter fahren, dann habe ich dort in Sudenburg eine Truppe mit alten Traktoren und 3 reihiger Rübentechnik (gefühlt auf einem Feld eines Hinterhofes) ZR ernten gesehen und gestaunt. Das es so etwas noch gab, wo doch im Umfeld von MD leistungsfähige Betriebe mit äußerst modernem Maschinenpark ausgestattet waren (AIV Wanzleben).

Gehörte eigentlich Bauer Völcke aus Lemsdorf auch zur LPG Sudenburg? Weißt du sonst noch etwas über die LPG Sudenburg, etwa wieviele ha sie bewirtschaftet hatte? Über die LPG ist sonst nichts mehr herauszubekommen.

Übrigens die Flächen von Diesdorf und Olvenstedt wurden von der LPG (P) Niederndodeleben und Neustadt und Rothensee von der LPG (P) Barleben bewirtschaftet.

Gruß Mirko
 
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