Schwere Technik im Oderbruch (Gestern & Heute)

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Jan
Hallo,

mit Hinweis von Daniel versuche ich mal den Beitrag von Jörg hierher zu holen.

Begonnen hatte alles mit einigen Infos von Jörg zu den beiden Kettenschleppern ATS-59 und AT-S 712, welche im Oderbruch im Einsatz waren.

Hier 3 Bilder welche ein ATS-59 im Oderbruch zeigen:

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Viele Grüße Jan
 
Das ist auf den Technikstützpunkt in Alt Tucheband. Gehört aber zur Landwirtschaftsbetrieb von Golzow.

Jörg
 
Hallo Jörg,

die Golzower waren Challenger-Pioniere der ersten Stunde, nicht zuletzt wegen der schweren Böden.  Daher konnte Ich mir denken, dass es der Betrieb ist. Naja und die Kennzeichen...

Gruß,

Daniel
 
Hallo Daniel,

ja da hast du ein interessantes Thema angeschnitten. Hab Dazu gleich mal meinen Vater zu den ersten Challenger gefragt. Er war Einkäufer von der damaligen LPG Golzow. Das ging auf der Messe in Leipzig 89 los. Da hatten sie die Challenger entdekt. Da ja hier im Oderbruch alle schwere Arbeiten mit der Kette erledigt wurden musste für die Raupen T 100/130 sowie ATS 712 und 59 Ersatz her. Da sollte dann auf der Messe eine Vorführung ausgehandelt werden. Aber die Verkäufer glaubten noch nicht so richtig Daran dass da ein ernsthaftes Interresse bestand. Da wure dann aus der Vorführung nichts. Dann war noch eine Vorführung irgengwo in Meklenburg. Da den hinn und da wurde dann gleich die Vorfürmaschine vom Acker weg gekauft. Das war dan 89 natürlich eine Sensation. Da stannt Man dann Stundenlang am Feldrand. Ich glaub die hatte 280 Ps. Heute sind das mindestens das doppelte an Leistung. Natürlich zeigte Sich bei den großen Feldern und den langen Arbeitstagen auch schwächen am Fahrwerk. So musste dann auch wieder Was gebastelt werden. Die zweite war dann glaub ich mal eine weiße Sonderedition.

Das sollte die erste gewesen sein. https://de.wikibooks.org/wiki/Traktorenlexikon:_Caterpillar_Challenger_65

Gruß Jörg
 
Hallo Jörg, dass ist eine interessante Geschichte und die betrifft nicht nur die Schlepper,  sondern auch die Bodenbearbeitungsgeräte und die Sätechnik,  die im Anschluss für die neuen Schlepper beschafft werden musste und zu den schweren Böden passt. 

Gruß,  Daniel 
 
Hallo Jörg,

was ist eine ATS 712 bzw. 59? Ich kann mit dieser Bezeichnung nichts anfangen bzw. kann die nicht zuordnen. Kannst du mir sagen, worum es sich handelt?

Gruß Andreas
 
Hallo Andreas,

das sind Artelerieschlepper. Die wuren bei der Armee als Zugmittel für Geschütze eingesetzt. Hier im Oderbruch war es sehr wichtig dass bei der Frühjahrsbestellung so wenig Bodendendruck wie möglich verursacht wird. Da eigneten sich die ATS wegen des geringen Eigengewichts und den langen und breiten Ketten besonders gut. Da wurden dann die ausgemusterten Kettenschlepper von der NVA übernommen. Die wurden dann immer im Frühjahr zun Eggen eingesetzt. Dazu wurden dann von der LPG eigens Eggenbalken für die schweren Eggen entworfen und gebaut. Die werden übrigens auch heute noch benutzt und von der Challenger gezogen. Hier in Golzow waren mindestens 5 ATS im einsatz. Die letzten wurden glaub ich so um 95 verschrottet. Zu den Kettenschleppern gibs noch viele weitere interresante Sachen wie Ersatztelversorgung und umbau auf andere Motoren zu berichten.

Gruß Jörg
 
Hallo Jan, hallo Jörg,

danke schön für die Links und die Info zu den beiden Kettenschleppern. Kann es sein, dass einer von den beiden Kettenschleppern bei der Verfilmung des Kinderbuches: "Die Reise nach Sundevit" zu sehen war?

Gruß Andreas
 
Hallo Jörg 

Sehr interessante Details die du zu berichten weisst! Wirklich Schade das da keiner erhalten wurde....

Viele Grüße Jan
 
Hallo,

zu meiner Zeit bei der NVA, Herbst ‘75 bis Frühjahr ‘77, waren in der Fla-Raketenabteilung, in der ich diente, insgesamt 12 ATS beiden Typ‘s im Dienst.

Die Startbatterie hatte für die 6 St. mobilen Startrampen je eine  ATS 712 -genannt russische ATS- ;-) . Diese wurden während meiner Zeit durch geländegängige KrAZ Pritschen-Lkw ersetzt. Die ausgesonderten Maschinen wurden von den umliegenden LPG abgeholt. Wie ich hörte auch zum Silowalzen ...

Die Funktechnische Kompanie, in der ich diente, hatte "polnische" ATS 59 als Zugmittel für die Stromversorgung und Funkmeßstationen je 3 ATS.

Als Gerätewart in der Stromversorgung war ich gleichzeitig Fahrer; mit zwei Anhängern war das Fahren schon gewöhnungsbedürftig. Im Gelände und solo gegen die T 813 konnte man dann schon mal die "Sau raus lassen ..." :-) :-) :-) . Allerdings mußte man auf dem Sand aufpassen, das man nicht die Wanne aufsetzte; wenn sich dann die Ketten frei "schaufelten", war Schluß mit Lustig!

Anlassen mit Batterien oder Luft; LuftFlaschen unter der kurzen Motorhaube. Das Mitfahren für die Bedienungen auf dem hinteren Teil der beplanten Pritsche, -hinter dem "Faherhaus" war der Motorraum, erkennbar auch die 6 Auspufföffnungen je Seite-, war allerdings nicht angenehm (zum Ko...) :( .

Gruß Wolfram
 
Hallo Wolfram, da haben wir ja mit Dir einen alten ATS-Fahrer unter uns. Da müssen wir uns mal im Detail unterhalten.  Anlassen mit Luft...Das musst Du mir mal genauer erklären. 

Gruß Daniel 
 
Hallo,

bei Wikepedia sind 2 Bilder zu sehen die definitiv die ATS 59 aus Golzow zeigen. Das 2 und 3 Bild zeigt eine ATS aufgenommen zwischen Gozow Bahnhof und Dorf. Das Gehöft im Hitergrund sieht heute genau so aus wie im Bild aufgenommen so um anfang der 80er Jahre. Denn an die blinde ATS ( ohne Scheinwerfer )kann ich mich noch gut erinnern. Am wochenende oder nach Schichtende blieben die Kettenschlepper am Feldrand stehen. Da haben wir Kinder dann öfters drauf gespeilt.

Hier der Vergleich vom 2. Bild auf wikipedia und von Heute.    PS. Könnte mann aus dem Thema ATS in der Landwirtschaft nicht ein eigenes Thema machen. Denke da gibs noch eine Menge interresante Sachen.

https://de.wikipedia.org/wiki/ATS-59   Hab noch mal den Link eingestellt. Weiß nicht ob ich das Bild aus wikepedia so einfach hier reinstellen kann.

Jörg

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Hallo Jörg,

ich denke mit der Verlinkung auf Wikipedia bist Du auf der sicheren Seite, solange keine genaue Quellenangabe über die Herkunft der Bilder etwas verrät, bzw. der Eigentümer nicht vorab gefragt wurde. Ich denke das Thema wäre sogar noch größer aufzuziehen, denn der gesamte Oderbruch war mit seinen Super-Schweren Böden eine Eigenbaudomäne, da die Industrie kaum etwas brauchbares dafür liefern konnte. Quasi: " Sonderbauten für die Pflanzenproduktion im Oderbruch", oder so...

Gruß,

Daniel
 
Hallo Jan,

danke für die Eröffnung dieses Beitrages. Nun liegt es an Euch allen, Ihn mit Leben zu füllen. Auf gehts!

Gruß,

Daniel
 
...dann kann ich diesen hier beitragen, der B 080-1

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ein Video mit bewegten Bildern vom Pflug gibt es HIER im LINK

Der Mirko ist ja auch hier, vlt kann er noch etwas aus dem Nähkästchen plauern ;-)

Viele Grüße Jan

edit: LINK ergänzt
 
Hallo Jan,

danke für die erstellung von diesen Thema.

Mit dem Golzower Pflug warst du schneller. Hierzu wollte ich auch noch Was zu beitragen. Werde mich aber nochmal mit meinen Vater über den Pflug unterhalten. Denn Er steht auch in der Namensliste vom ,,Neuererkolliktiv"

Der Pflug ist an der Königsmühle in Zechin mit noch weiteren Geräten ausgestellt.

Jörg
 
Hallo Jörg,

dass wäre Super. Eventuell hat Er ja auch etwas über den schweren Anhängegrubber, den Eggen oder zur Sätechnik zu berichten.

Gruß,

Daniel 
 
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