Hallo Jörg,
dass ist ein sehr umfangreiches und interessantes Thema, welches Antriebskonzept auf welchen Böden das richtige ist. Dabei sollte man sich jedoch nicht verführen lassen, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Denn richtig aussagekräftige Gegenüberstellungen, die nicht vertriebspolitisch Geschmückt sind, in denen Schlepper der gleichen PS und Gewichtsklasse im Zukraftvergleich antreten, gibt es nicht. Zumindest keine die ordentlich und wissenschaftlich fundiert, aufgearbeitet wurden. Zumindest ist mir dazu keine bekannt. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren

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Eine 27 Tonnen Raupe mit einem 9-10 Tonnen Standard-Radschlepper kann man in Punkto Kraftübertragung und Traktion nur schwer vergleichen, auch wenn die PS -Klassen beider Fahrzeuggruppen sich immer mehr angleichen. Mittlerweile gilt ein 240PS-Schlepper ja als Mittelklasse. Verrückt.
Ein anderer wichtiger Punkt dabei ist, dass ein Schlepper auf dem Acker nur das ziehen kann, was Er wiegt (Def. Triebkraftbeiwert). Physikalisch nicht anders möglich. Dazu kommt der Reibungskoeffizient, der je nach Aufstandsfläche, Verzahnung der Stollen im Boden und natürlich Untergrund stark variiert. Wenn dann eine schwere Raupe, dass gleiche Arbeitsgerät zieht, dass eigentlich für einen Schlepper mit 250-300PS gedacht ist, schneidet die Raupe natürlich besser ab, als der viel leichtere, wenn auch PS-Starke Standardschlepper. Für mich sollte so ein Test bei nassen Bedingungen wie folgt aussehen:
- Nasse, bindige Böden (ggf. mit Ernterückständen wie Körnermaisstroh)
- Rad-Knicklenker mit ca. 20 t GGW und 500-600PS (entsprechend angemessen Bereift)
- Raupe mit ca. 20t GGW und 500-600PS
- Gleiche Stollen- und Laufbandprofiltiefe bei Beiden
- Das selbe Arbeitsgerät, bevorzugt schwerer Pflug oder Schwergrubber, der zu der PS-Klasse passt
- Es sollte entweder ein Heckhubwerk oder ein Zugpendel bei beiden Fahrzeugen gleich, installiert sein
Ziel des Tests sollte sein, zu ermitteln wie weit die einzelnen Konzepte kommen, bzw. welches Konzept in einem zeitlich vorgegebenen Zeitrahmen, wieviel ha schafft. Dabei sollte auch der Kraftstoffverbrauch und der Schlupf untersucht werden.
Meine Erfahrungen fußen auf den Einsatz von einer Claas 95E (410PS) im Vergleich zu einem K 744 (~350PS). Mit beiden Fahrzeugen nutzten wir die gleichen Geräte. Bevorzugt 10m Lemken Smaragd-Grubber oder 12 Schar-Kuhn-Pflug. Bei Trockenen Bedingungen zog die Raupe den K 744 davon. Die Königsdisziplin war jedoch, auf 50-90er Böden, im Spätherbst die Körnermaisstoppel oder den Rübenacker umzubrechen. Erstaunlicherweise haben wir es öfters geschafft die 95E zu versenken, statt den K 744. Die 95 E begann irgendwann an mit schwimmen und spätestens beim Umdrehen am zerfahrenen Vorgewende, war dank der Panzerlenkung Schluss und die Raupe steckte fest. Dabei muss man fairerweise sagen, dass die Challenger-Raupen nicht viel Bodenfreiheit haben, so dass diese irgendwann auf der Bodenwanne aufsaßen. Das ist ein ganz klarer Nachteil dieser Baureihe. Der 744er "fräste" sich dagegen durch den Schlamm. Hier galt es im sehr nassen Spätherbst, den Winterweizen in den Boden zu bringen, bzw. die Winterfurche auszuführen.
Gruß,
Daniel