Aufbauhilfe WEST

s445

LPG-Vorsitzender
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09. März 2010
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Hallo habe gerade einen interessanten Beitrag im Radio gehört die Stromdurchleitungsgebühr beträgt in Brandenburg 8Cent pro Kwh in den gebrauchtenBundesländern liegt sie bei 2 Cent , in den nächsten Jahren soll diese Gebühr in den neuen Bundesländern bis auf 18Cent pro Kwh steigen , ist doch ein toller Preis bei einem Durchschnittsverbrauch von 4000 kwh /Jahr und das alles nur damit im Westen der Strom genutzt werden kann, der im Osten erzeugt wird durch Windräder ,Solaranlagen ,Tagebauen (die man im Westen nicht haben will),weiter so,und immer schön GRÜN wählen.
 
Genau das ist das Problem, wenn man wichtige Infrastrukturzweige in die Hand von Privatunternehmen gibt. Der Staat hat nur noch begrenzte Möglichkeit Preise mitzubestimmen. Es lebe die "soziale" MARKTWIRTSCHAFT. Fragt sich nur was an einer Mehrbelastung des Osten zugunsten des Westen sozial oder solidarisch ist. Ist ein Traum 25 Jahre dieselbe Fahne aber von Einheit keine Spur.

Ich appeliere an alle, infomiert euch über die Politik, redet mit und bestimmt mit, Politik wird auch bei euch im Ort gemacht.

Brandenburger geht im September wählen!!
 
Genau ,mit der Hetzerei wird es nich besser. Nehmt euer Wahlrecht in Anspruch und macht selber Politik in eurer Kommune .mfg Roland 
 
Eine Ost-West-Debatte ist falsch. Eher eine Stadt-Land-Debatte wäre richtig. Es gibt auch im Westen Regionen, die hohe Netzendgelte (Stromdurchleitunggebühr) haben. Die Gebühr dient zum Unterhalt der Infrastruktur. Die höchsten Netzendgelte im Osten fallen in den Netzen der WEMAG und E.DIS an. Problem ist, das die Sahnestücke in diesen Netzen durch die Kommunen herausgepickt wurden. So wurden aus Netz der WEMAG Schwerin heraus genommen und als Stadtwerke neu gegründet. Aus dem Netz der E.DIS wurde z.B. Rostock herausgenommen. Die Stadtwerke können günstige Netzendgelte anbieten, da sie zwar eine recht aufwertige Infrastruktur haben, aber gleichzeitig x-mal so viele Abnehmer wie auf dem Land. Die ländlichen Netze haben deutlich mehr Probleme:

- wenige Abnehmer, sogar noch eine Abnahme durch Landfluch und allgemeinen Bevölkerungsrückgang

- viel zu wenige industrielle Abnehmer auf dem Land

- die Windräder und Biomasseanlagen stehen auf dem Land und die müssen an die Infrastruktur die Netze angeschlossen werden. Und wer trägt die Kosten? Die Abnehmer in dem Netzgebiet. In der Stadt steht kaum in Windrad. Berlin hat aktuell garade mal 1 Windrad.

Allerdings muss auch erwähnt werden, dass die EEG-Umlage (bundesweit einheitlich) mit 6,24 ct/kWh anfällt. Das billigste Netzendgelt liegt im Westen: Infrasite Griesheim 1,76 ct/kWh. Aber auch das teuerste Netzendgelt liegt im Westen: E-Werke Hindelang 8,44 ct/kWh

Aus meiner Sicht ist das Problem, dass man die Netze in den letzten Jahren zerkloppt hat. Die Sahnestücke haben sich die Kommunen geschnappt. Daduch ist keine Mischkalkulation für die Netzbetreiber möglich. Leidtragende sind die, die in einer bevölkerungsschwachen und wenig industriell geprägten Region wohnen.

LG Stefan
 
Natürlich sind die regionalen Unterschiede der Netzentgelte durch den unterschiedlichen Ausbau der Netze und den damit zusammenhängenden Energiebedarf in den ländlichen Regionen bestimmt. Ohne Frage. Jedoch gäbe es andere Möglichkeit den Ausbau zu finanzieren, und nicht auf Kosten derjenigen die in ländlichen Regionen wohnen, oder? Meiner Meinung nach ist der Ausbau wichtiger Infrastrukturnete Angelegenheit des Staates, denn auch dafür sollen unter anderem Steuern dienen, zur finanzierung von Infrastruktur und damit meine ich nicht nur Straßen.

Noch kurz zum Thema Ost - West. Wir sollen unseren Staat nicht fiktiv trennen, aber alle Politiker tun es und werden es weiter tun. Oder wer bekommt von euch eine gerechte Entlohnung für die gleiche Arbeit wie Sie auch in den anderen Bundesländern verrichtet wird? Umdenken fängt im Kopf an aber muss auch faktisch umgesetzt werden. Bin gespannt wann das passiert.
 
Schwieriges Thema, ich habe dieses Jahr von BaWü nach Thüringen zurück gewechselt. Ob das klug war wird die Zeit zeigen. Stundenlohmäßig liege ich jetzt allerdings bei dem was in meinem alten Betrieb die Mechaniker verdienen. Da wir nicht weit weg von Kassel und Göttingen wohnen, habe ich eine neue Bewerbungsinitative gestartet.

Ich bin jetzt Netto nach Abzug der Aufwendungen um in BaWü zu arbeiten (Wohnung, Fahrten) ungefähr beim gleichen Verdienst und für den Preis für den ich hier n schönen Resthof o.Ä. bekomme (ca.80000€), kriege ich dort wo ich gearbeitet habe nicht mal das Grundstück für ne Doppelgarage. Dort wo die Grundstücke bezahlbar sind wohnt man auch soweit vom Schuss, dass man ne Stunde zur Arbeit fährt.

Im Filstal bezahlt man 150000€ für ne 4-Zimmerwohnung und die liegt dann nicht mal schön.

Das ist ja auch sehr individuell. Wenn jemand als Leiharbeiter nen 5er Verdient versteh ich den Wunsch der Angleichung.

Bei den Netzgeschichten kenne ich mich zu wenig aus.

Gruß Thomas
 
@ stem85Das funktioniert nicht, da es z.B. in einigen Kommunen extreme finanzielle Löcher reißen würde. Die Kommunen verdienen gut an den Konzessionsabgaben, die ein Netzbetreiber dafür zahlen muss, damit er seine Leitungen in der Erde verlegen darf. Das sind auch so zwischen 1,3 und 2,6 ct/kWh bei Privatkunden. Diese finanziellen Löcher müssten dann durch Steuererhöungen aufgefangen werden.Indirekt gehört das Netz auch den Kommunen. Der Staat hat per Gesetz Vertrieb und Netz getrennt. Die Netz-Unternehmen sind Kapitalgesellschaften mit Gesellschaftern bzw. Aktionären. Doch wer sind diese Gesellschafter bzw. Aktionäre? Es sind die Kommunen. Teilweise sind diese als kommunale Gemeinschaften zusammen gefasst. Die Gewinne daraus werden z.B. im Land Brandenburg zur Stützung des ÖPNV genutzt. Fehlen diese, muss der ÖPNV ausgedünnt werden und gleichzeitig wahrscheinlich die Fahrpreise erhöht werden. LG Stefan
 
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