Eine Ost-West-Debatte ist falsch. Eher eine Stadt-Land-Debatte wäre richtig. Es gibt auch im Westen Regionen, die hohe Netzendgelte (Stromdurchleitunggebühr) haben. Die Gebühr dient zum Unterhalt der Infrastruktur. Die höchsten Netzendgelte im Osten fallen in den Netzen der WEMAG und E.DIS an. Problem ist, das die Sahnestücke in diesen Netzen durch die Kommunen herausgepickt wurden. So wurden aus Netz der WEMAG Schwerin heraus genommen und als Stadtwerke neu gegründet. Aus dem Netz der E.DIS wurde z.B. Rostock herausgenommen. Die Stadtwerke können günstige Netzendgelte anbieten, da sie zwar eine recht aufwertige Infrastruktur haben, aber gleichzeitig x-mal so viele Abnehmer wie auf dem Land. Die ländlichen Netze haben deutlich mehr Probleme:
- wenige Abnehmer, sogar noch eine Abnahme durch Landfluch und allgemeinen Bevölkerungsrückgang
- viel zu wenige industrielle Abnehmer auf dem Land
- die Windräder und Biomasseanlagen stehen auf dem Land und die müssen an die Infrastruktur die Netze angeschlossen werden. Und wer trägt die Kosten? Die Abnehmer in dem Netzgebiet. In der Stadt steht kaum in Windrad. Berlin hat aktuell garade mal 1 Windrad.
Allerdings muss auch erwähnt werden, dass die EEG-Umlage (bundesweit einheitlich) mit 6,24 ct/kWh anfällt. Das billigste Netzendgelt liegt im Westen: Infrasite Griesheim 1,76 ct/kWh. Aber auch das teuerste Netzendgelt liegt im Westen: E-Werke Hindelang 8,44 ct/kWh
Aus meiner Sicht ist das Problem, dass man die Netze in den letzten Jahren zerkloppt hat. Die Sahnestücke haben sich die Kommunen geschnappt. Daduch ist keine Mischkalkulation für die Netzbetreiber möglich. Leidtragende sind die, die in einer bevölkerungsschwachen und wenig industriell geprägten Region wohnen.
LG Stefan