Normalerweise halte ich mich bei solchen Themen hier im Forum lieber zurück, da die Meinungen hier immer sehr weit auseinander gehen und das Ganze in der Regel in Unsachlichkeit endet.
Ich selbst habe im Tief- und Ingenieurbau als leitende Person gearbeitet und habe auch selbst einen landw. Nebenerwerbsbetrieb und weiß somit auch zu welchen Mitteln man manchmal greift.
In dem Baubetrieb, bei dem ich meine Brötchen verdienen durfte, sind im Laufe der Zeit auch so manche Unfälle passiert welche zum Teil einen Ausgang mit Schrecken sowie aber leider auch einen schrecklichen Ausgang hatten.
Zum Beispiel löste sich bei einem Vorführbagger beim schwenken der Schnellwechsel vom Greifer. Der Greifer schlug neben einer Person ein. Dieser ist glücklicherweise nichts passiert, bis auf das Öl, welches er durch die abgerissenen Hydro.-Schläuche abbekommen hat. Das war Glück im Unglück. Wem möchte man da aber eine Schuld zuteilen? Dem Baggerfahrer, weil er nicht kontrolliert hat, ober der Schnellwechsel verriegelt war und weil er gearbeitet hat, obwohl eine Person im Schwenkbereich stand? Oder vielleicht der Person, die im Schwenkbereich stand?
Ein anderer Unfall ging leider weniger gut aus.
Dabei führte ein Arbeiter ein Rüttelplatte, welche am Bagger hing. Der Arbeiter stand auf der vom Fahrer abgewandet Seite (weil diese im Verkehrsraum vom Verkehr abgewandt war) und wollte bei langsamer Fahrt die Rüttelplatte nur vor starkem pendeln halten. Der Bagger fuhr durch ein kleines Schlagloch, wobei die Rüttelplatte einen solchen schlag bekommen hat, sodass der Arbeiter von dieser getroffen wurde und zu Boden ging. Ehe der Baggerfahrer das mitbekommen hatte, hat er seinen Kollegen schon überfahren. Der Mitarbeiter verblutete innerhalb von Sekunden.
Sicherlich ist es Unvernuft bzw. Fahrlässigkeit sein Kind in die Radladermulde zu setzen und auf der Straße mit so hoher Geschwindigkeit zu fahren, sodass es bei einem Schlagloch aus der Mulde katapultiert wird. Aber solche Dinge sind in den meisten Fällen Entscheidungen von Sekunden, bei welchen man i.d.R. nicht groß nachdenkt, weil: ist ja schon immer gut gegangen, warum sollte denn jetzt etwas passieren.
Ich selbst habe solche "s. g. verbotenen Dinge" schon getan, wie jeder Andere unter uns auch, bloß bei mir ist es halt immer gut gegangen.
Wenn es passiert ist, wissen es alle Anderen natürlich besser.
Der Vater des Jungen ist mit Sicherheit für sein restliches Leben bestraft, genauso wie alle Angehörigen der Familie. Diese Situation hängt mit Sicherheit für ein ganzes Leben an.
Um so schlimmer ist es, wenn außenstehende Personen es besser wissen und diese auch niemals Fehler machen.
Wie ausgangs schon geschrieben, jeder macht mal solche "Dummheiten" und man denkt i.d.R. erst darüber nach, wenn etwas passiert ist.
Es geht schon los, wenn man ein Kind auf dem Kotflügel eines Traktors mitnimmt, wer hat dafür einen zulässigen Sitz???
Manch einer sollte schonmal ein bischen nachdenken, bevor man einen solchen geistigen Unfug in die Öffentlichkeit bringt....