Kindliche Prägung zur Landtechnik

FrankFamulus

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17. März 2006
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Schon in der frühen Kindheit werden viele Charaktereigenschaften festgelegt. Dazu zählt auch das Interesse an Landtechnik.

Diese Bilder stammen aus dem Album meiner Mutter.
Ich denke, hier findet sich noch so einiges ein...

Getreideernte in Robschütz 1985, links mein Bruder, rechts ich


Auf dem Heimweg vom Kindergarten wurden vorm Mittagsschlaf schnell noch anfallende Arbeiten mit dem "alten Utus" erledigt

Das war 1985, der UTB 650 war damals schon ziemlich schrottreif, leider ist nix mehr von ihm übrig...

Gruß Frank
 
Hallo Frank,

so siehts aus, dass prägt fürs Leben. Hatten gleich neben uns die Werkstatt von einer 4500ha LPG. Da gab es jeden Tag etwas zu sehen und zu höhren, wenn früh um fünf der K 700 aus der Garage gefahren wurde. So etwas vergisst man nicht...

MfG Daniel
 
Hallo leute,
also es muß wirklich was dran sein mein vater war werkstattleiter auf unserer lpg und ich als piefke am wochenende und in den ferien zur ernte immer mit dabei.

MFG Jörg
 
Hallo,

schön das mal so ein Thema angeschnitten wird. Da fängt man gleich an in seinem Gedächtniss zu wühlen und es kommen einen wieder schöne Erinnerungen. Mein Vater war damals Werkstattmeister und machte Strohkomplexbetreuung, ich als 4-5jähriger durfte ihn manchmal begleiten in seinem "Werkstattwagen". Es war ein grüner Framo-Pritsche, vollbeladen mit Bindestrickrollen für die Pressen. Ich hatte aber auch eine Aufgabe als Beifahrer und die habe ich immer ganz stolz ausgeführt, ich war nähmlich für die Blinkerei verantwortlich. Wer es nicht weiß, beim Framo befindet sich der Blinkschalter rechts vom Fahrer am Amaturenbrett. Ich konnte es gar nicht erwarten, das die nächste Abzweigung kam und ich wieder blinken durfte. Das ist zwar so eine kleine Sache und trotzdem hat sich gerade das in mein Gedächtniss eingenistet. Auch habe ich heute noch den Geruch der Werkstatt und der Traktorenhalle in der Nase, es war ein Gemisch aus Diesel-, Öl- und Staubduft.
Ich glaube schon das solche Erinnerungen uns geprägt haben und wir den späteren Berufswunsch auch damit in Verbindung bringen können. Bei mir war es jedenfalls so, ich habe Motorenschlosser der Landwirtschaft gelernt und wollte mich später zum Meister weiter qualifizieren, daraus wurde leider nichts mehr, da ja dann die Wende kam und damit auch das Aus für die LPG und somit auch für meinen Beruf, den Landwirtschaftsschlosser wurden plötzlich nicht mehr gebraucht.
Heute bin ich in einem völlig anderem Gewerbe tätig, aber was man einmal gelernt hat vergisst man nie und so lebt es wenigstens im Hobby weiter.

MfG Jens
 
Hallo Jens,

da kann man mal sehen wie sich die Zeiten ändern. Heute werden wieder Landmaschinenschlosser gesucht, von Lehrstellen mal abgesehen... Fakt ist, gute und natürlich auch einigermaßen Erfahrene Landmaschinenschlosser sind hoch im Kurs und werden nur allzu gerne untereinander Abgeworben. Denn spätestens nach dem Gesellenabschluss kristalisiert es sich herraus ob jemand den Beruf nur erlernt hat das er überhaupt etwas hat, oder mit vollem Ergeiz und Interesse Landmaschinenschlosser ist.

MfG Daniel
 


Hallo,

schönes Thema und da habe ich auch ein Foto gefunden, dass 1974 gemacht worden ist. Auf dem Bild ist mein täglicher Weg zum Kindergarten zu sehen. Wenn meine Geschwister, die auch dort lang mußten, um zur Schule zu kommen, mich nicht öfters an die Hand genommen hätten, wäre ich wohl später oder gar nicht im Kindergarten aufgetaucht. Am Ende der Strasse war links der VEG Hof. Dort stand dann auch oft der K-700 mit seinem B 501 hinten dran zum Schare wechseln oder andere Reparaturen, die gemacht werden mußten. Begeisterung kam dann immer auf, wenn der Kasimir im Stand lief oder vom Hof fuhr. So war für mich früh klar "Treckerfahrer" werden und dann bin ich als Schüler oft in den Ferien mit dem K-700, später K-700A, mit gefahren. 1987 bekann ich dann meine Lehre als Agrotechniker, Vorkenntnisse hatte ich ja reichlich sammeln dürfen. Leider war dann 1990 alles vorbei und ich bin Not gedrungen in eine andere Berufsbranche eingestiegen, aber für die KIROVETS Traktoren kann ich mich nach wie vor begeistern.

Gruß Jens, Mecklenburg
 
Hallo Jens,

ein schönes Bild was Ihr da gemacht habt. Schade, man hätte von der damaligen Zeit viel mehr Bilder machen sollen. So etwas kommt nie wieder!
P.S.
Ich war als Kind auch öfters verschwunden...man durfte ja auf dem Technikhof nichts verpassen. Ganz zum Leid der Eltern, die dann immer suchen durften.

MfG Daniel
 
Solange ich noch im Kindergarten war, ging es mit der Mutter bis zum Feldrand zum zukucken, später dann alleine nach der Schule.
Im Frühjahr und im Herbst war immer Mitfahren angesagt. Das Ackern und Grubbern haben bei uns in der Gegend immer die gleichen Traktoristen gemacht. Einer mit nem K700A und einer mit nem ZT 303, zum Schluss dann mit nem 323er. Beides ehemalige Kollegen meines Vaters. Er war seit den 70ern als Schlosser auf der LPG, zeitweise auch im Ersatzteillager. Zuvor war er bei den Traktoristen, bis er eben zum Schlosser umgeschult hatte. Den Rest des Jahres war jedenfalls zukucken angesagt. Im Winter dann am nahegelegenen Kuhstall, wenn das Rübenblattsilo angefahren wurde.... "Leckerer Duft"....
Wenn wir unser Futterrübenkontingent vom LPG- Feld abgeholt haben, waren wir Kinder auch dabei. Je weiter weg von dahei, desto besser. Denn diese Arbeit wurde immer mit dem allrad LD gemacht. Ein Jahr durfte ich immer von Rübenhaufen zu Rübenhaufen weiterrücken. Das hieß Kupplung treten und loslassen....
Wenn der Vater manschmal am Wochenende zwischendurch auf die LPG musste, um ein Teil rauszugeben oder eben den LD zurückzushaffen, durften wir auch manschmal mit. Kann mich entsinnen, dass er uns (mich und meinen Bruder) einmal für vielleicht ne viertel Stunde im Fahrerhaus ner 6ORCS in der Werkstatt "geparkt" hatte....
Hätte es die Wende nicht gegeben, wäre ich garantiert auch in der Landwirtschaft gelandet... Als Traktorist oder Schlosser sicherlich.... Letztlich bin ich dann nach der Wende LKW- Schlosser geworden, mittlerweile aber im Stahlbau gelandet.
Aber etwas ist eben doch geblieben. Landtechnik und Landwirtschaft als Hobby.

Ich bitte um weitere Beiträge.

Gruß, Frank
 
Moin,stelle gerade fest das die kindliche Prägung auch bei mir gewirkt hat,war als Schüler schon bei der LPG helfen und 1988 durfte ich schon K 701 fahren. den hab ich jetzt in der Scheune als Oldi.
 
Hallo Freunde,

bei mir gegenüber war auch eine LPG. Da hab ich immer als kleiner Junge den Stall ausgemistet mit nem RS09 und hab die Kälber gefüttert. Ach das waren noch Zeiten.

MfG Marcus
 
Hallo Fortschritt-Fans,

habe heute bei meiner Freundin den Dachboden aufgeräumt und ‘ne Lese-Fibel aus der 1. Klasse von 1979 gefunden. Beim durchlättern mußte ich bißchen schmunzeln - "DDR-Landtechnik" pur.







Der gute alte K-700 durfte da natürlich nicht fehlen, für Propaganda war der ja immer gut.



ZT 300, schön am qualmen.

Ich denke mal, auch solche kleinen Dinge haben dazu beigetragen, dass wir uns heute noch mehr oder weniger mit der DDR Landtechnik beschäftigen.

Ich wünsche euch allen noch eine schöne Woche.

Gruß Jens, Mecklenburg
 
keine ahnung ob das video schon oft verlinkt wurde.
bei fortschritt-landmaschinen.de gibts ein super film über den e 512. da is ja alles dabei. ob fuchs gefangen, ob kleine ddr-bierflaschen oder einfach nur der drescher selbst. als lehrling hat man den schein für so n ding gemacht. herrlich.
 
hallo
die geschichten laufen im osten ähnlich wie im westen.komme aus hessen.
habe von hause aus keine landwirtschaft, beide opas hatten einen kleinstbetrieb wo ich das schlepperfahren gelernt habe.

war aber bei den anderen bauern im dorf "stammgast" stundenlang auf dem mähdrescher mitfahren (ohne Kabine)beim maishäckseln und futterrüben ernten (alles mit einreiher) zusehen oder bei der heuernte helfen.
das hat natürlich spuren hinterlassen so das erst landmaschinenmechaniker gelernt habe dann kam die bundeswehr und schliesslich noch eine lehre als landwirt, wobei ich in der berufsschule meine frau kennengelernt habe.
dann kam die weiterbildung zum agrartechniker,hochzeit, kinder(mitlerweile4stück) und seit fast zehn jahren bewirtschaften wir den betrieb miner frau mit ackerbau und ferkelproduktion.
tja leute so kanns gehen.
mfg
alexander
P.S. übrigens auch in west schulbüchern waren Fortschritt maschinen zu sehen. in unserem erdkundebuch wurde landwirtschaft west und ost verglichen und da gab es ein bild mit einem mährescherkomplex (wahrscheinlich e512) und einem w50.
 
Hallo FrankFamulus!
Dann halt mal das Original von Deinem ersten Bild fest, das hat gute Chancen für den 2012er Kalender!
Das war schon ´ne geile Zeit, auch neben meinem Kindergarten war gleich ´ne LPG. Wehe es war Silierzeit, da waren die drei Gruppen am Start. Deshalb stande bei mir 1975 schon fest: ZT oder Russe :-)
Und Gott sei´s gedankt: Wir alle haben die selbe "Meise" heute noch! Wir alle leben diese Technik und haben eine Menge Spaß daran und nur dadurch hab ich eine Menge ECHTER Freunde im Forum gefunden!

Gruß Jan

Wir bringen Profil auf´s Feld.
FORTSCHRITT.
 
Hallo Jan,

das Bild ist heilig und sicher im Album meiner Mutter. Wenn ihr es in den Kalender nehmen wollt, sagt Bescheid. Wir finden nen Weg.

Ja jeder braucht seine Meise. Schade, dass man nicht probehalber mal in ner anderen Zeit leben kann.... Das wäre es doch mal... 2 Wochen in den 60er Jahren Dutra fahren oder so.... :-)

MfG Frank
 
Hallo,
ja da erinnert man sich gern an die Kinderzeit zurück als die beiden neuen Dutra´s durchs Dorf fuhren.Ich musste da auch immer gleich bis ran an den "grossen Blauen" wie wir ihn damals nannten.Ich habe im Kindergarten der Erzieherin immer sagen können wer gerade durchs Dorf fährt,auch wenn ich nicht zum Fenster konnte.Ich habe alle Maschinen am Klang erkannt und den Fahrern zugeordnet.Die haben sich immer gewundert das man 2 gleiche Maschinen am Klang unterscheiden kann.Die Gabe ist mir bis heute erhalten geblieben.
Gruss Ralf

http://www.albert-line.de
 
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