Hallo,
nach einem Bericht eines alten Bauern, der noch (in den 1940er/1950er Jahren) mit so einer Maschine gearbeitet hat, möchte ich mal versuchen diesen halbwegs verständlich wiederzugeben.
Der Rotklee wurde, wenn die Köpfe richtig braun waren, mit der Pferdemähmaschine gemäht.
Er blieb einige Tage (ca. 3) zum Nachreifen und Nachtrocknen liegen. Anschließend wurde er wie Heu von Hand geladen, eingefahren und in der Scheune hochgesteckt.
Der Drusch erfolgte im Winter am besten bei trockener Kälte, da sollen die Samen am besten rausgegangen sein.
Der Klee wurde durch die normale Drescherei geschickt, dabei soll Fingerspitzengefühl, vor allem für den "Wind", erforderlich gewesen sein, um möglichst viel Abfall wegzubringen, aber keine Samen in das "Geringe" zu verlieren.
Die abgedroschenen Stengel (ich sträube mich Stängel zu schreiben) wurden per Hand gebunden (zu dieser Zeit gab es auf dem Hof noch keine Selbstbindepresse) und im Laufe der Zeit an die Pferde verfüttert.
Der Rest - Samen, Blütenköpfe und Bröckelverluste (von den Blättern) - wurden nach Abschluß des Druschs mit dem Kleereiber weiterbearbeitet, wobei dieser sehr behutsam beschickt werden mußte (wegen Überlastung).
Das Ergebnis ging dann anschließend noch über die Windfege. Teilweise soll auch noch außerhalb des Hofes eine weitere Reinigung erfolgt sein.
Nach Aussage des Bauern war die Saatgutgewinnung sehr zeitaufwendig und es gab reichlich "Dreck zu fress.n".
Deshalb soll die Kleesamengewinnung auch nicht auf jedem Hof erfolgt sein.
In dieser Zeit war Kleesamen sehr begehrt, und soll beim Kauf und Verkauf von Zuchtvieh bzw. von Technik, neben dem Geld, eine gewisse Rolle gespielt haben.
Gruß Thomas