Ostalgie

Nennen wir es mal mit den typischn Kader-Worten: Kritik und Selbstkritik, wobei wir auch verbal abrüsten... ;-)
 
Maitre V., ich gebe Dir da völlig Recht.

Alle die hier etwas anderes behaupten haben etwas nicht ganz mitbekommen und sind mit der "tollen" jetzigen Situation wohl sehr zufrieden.

Gruß

Lars
 
Hallo,

der Anspruch der Plakate hört sich ja auf den ersten Blick gut an, aber...

Was ist denn mit Menschen passiert, die die sozialistischen Ideale nicht widerspruchslos hingenommen haben? Ich habe vor etwa zwei Wochen mit einer Frau aus Amsterdam gesprochen, die seit langem im ehemaligen Westberlin lebt. Sie sagte mir, als wir uns über den Mauerbau unterhielten, dass sie das DDR-System wegen des Mauerbaus und dem damit verbundenen Verlust der Reisefreiheit für die Bürger als "krank" empfand. Sie verstand nicht, warum ein Staat seine Bürger einsperren musste, um zu überleben. Sie sagte mir, sie könne sich ein Eingesperrtsein in einem Staat um der Systemerhaltung Willen nicht vorstellen.

Zu "ulli-wgs": Warum empfindest Du es als so schlimm, wenn die ehemalige Pionierleiterin Dich mit 11 Jahren vor den Fahnenappell zitiert und Dich kritisiert? Lass sie doch im Beamtenstatus verweilen, Du hattest eben einen anderen Standpunkt. Du könntest ihr heute z. B. sagen: Der "Klassenfeind" hat uns finanziert, warum haben Sie mich für meine Sicht der Dinge verurteilt. Vielleicht war die Dame auch gar nicht richtig überzeugt von der DDR. Viele sind nur in die SED gegangen, weil sie ohne Parteimitgliedschaft ein berufliches Ziel nicht erreichen konnten.

Es ist immer unbequem, wenn man einen anderen Standpunkt hat, als andere Menschen, oder, wenn man sich durch persönliche Merkmale unterscheidet.

Zum Thema Landwirtschaft würde ich sagen, dass die technischen Möglichkeiten hinter den Planvorgaben zurück blieben, das ZK hätte die Mittel anders verteilen müssen.

Zum Thema Mieten, subventioniertes Brot und subventionierte Fahrkarten: Was nützen all diese Dinge, wenn ein Staat sie sich eigentlich nicht leisten kann? Das heisst doch, dass man die Fahrkarten und die sozialen Errungenschaften auf Kredit finanziert hat und sie sich, von der Wirtschaftskraft her gesehen, nicht leisten konnte.

Oh, hoffentlich bin ich nicht zu weit vom Thema abgekommen. Lars, ich finde es in Ordnung, dass Du die Bilder hier eingestellt hast und wir darüber diskutieren können.

Und ich bin der Meinung, weder damals noch heute gab und gibt es eine gerechte Gesellschaftsordnung für alle Bürger eines Staates. Diejenigen, die eine starke Lobby in der Politik haben, können ihre Position gegenüber den Politikern besser durchsetzen, als die Menschen, die leider keine Lobby haben.

Ich persönlich bedauere nicht, dass ich, trotz einiger Schwierigkeiten, die ich im Leben hatte, sowohl die DDR in Ansätzen als auch die heutige BRD miterlebte und miterlebe. Es gab in der DDR gute Seiten und schlechte Seiten, genauso ist es hier in der BRD.

Gruß Andreas
 
Hallo, ein sehr interessantes Thema und ich kann Maitre V. nur zustimmen. Nur wer in beiden Systemen gelebt und gearbeitet hat, kann sich seine Meinung bilden. Es gab und gibt überall Vor- und Nachteile. Ich erinnere nur an den Satz aus dem Geschichts- und Staatsbürgerkundeunterricht = Ausbeutung des Menschen durch den Menschen = und wer heut in Lohn und Brot in einer Westfirma im Osten steht, wird oft genug daran erinnert. Besonders der Umgang der Menschen und Kollegen miteinander war damals bedeutend besser. Wen interessiert es heutzutage noch, ob da eine junge Familie auf der Strecke bleibt oder nicht? Solange du im jetzigen System rennst,tust und machst, deine Leistung stets im dreistelligen Prozentbereich liegt und du einen Tick besser bist als dein Kollege, sorry ein Ostbegriff,sollte Mitarbeiter heißen, dann ist alles in Ordnung, nur umgedreht darf es nicht sein. Oft ist es besser nicht nur die bunten Bilder anzuschauen, sondern auch schwarz-weiß Fotos zu betrachten, auf denen oft mehr Wahrheit zu sehen ist. Grüße aus dem Spreewald Mario
 
@Zetor5011 - du hättest mal dort stehen sollen (übrigens wäre ich auf deine damalige kindliche Entgegnung auch gespannt gewesen) - die DDR hat sich "ihre" Klassenefeinde teilweise selbst erschaffen. Un mal unter uns - es ist einfach schäbig, einem Kind zu erklären, das es womöglich am 3. Weltkrieg schuldig sein könnte. Das Ganze ist Einschüchtern auf hohem Niveau - didaktisch wertvoll war es auf keinen Fall. Es mag sein, das die Dame das auf der Parteischule beigebracht bekommen hat... Mit meinem heutigen Wissen würde ich sie als jetzt gut bezahlte Lehrerin gern nochmal darauf ansprechen. Es bleibt aber zu erwarten, das ich anschließend nur Ausflüchte zu hören bekomme oder Allgemeinplätze. Übrigens war ich nicht der einzigste, der deshalb vors Tribunal zitiert wurde... Das ist (nur mal zur Anmerkung) auch im Klassenverband via Lehrer (nicht alle), Pionierorganisation usw. fortgesetzt worden...

Schade, das dir meine Erfahrungen fehlen - ich weine der DDR absolut keine Träne hinterher
 
ulli-wgs:

Komm, auf das Niveau wollen wir uns lieber nicht herablassen (Stichwort Imes der KoKo und Kavelstorf)...
Es ist ja nicht so, dass ich die DDR für ehrlicher gehalten hätte. Für politische Interessen blieb auch da die Moral auf der Strecke. Nur ist die Bundesrepublik um keinen Deut besser. Die Kriegsbeteiligungen und die Kriegstreiberei auf dem Balkan sind ja nur ein kleiner Teil der Geschichte.

Dass die Türken mit Waffen aus Beständen der NVA die Kurden bekämpften oder die Waffenlieferungen an den Terrorstaat Saudi-Arabien sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache.

Zu Sozialismus (DDR) und Kapitalismus (BRD) kommt mir immer wieder eine Anekdote aus dem Stabü- Unterricht: Einer meiner Mitschüler ließ da den weisen Satz (Den er mit Sicherheit zuhause aufgeschnappt hatte) "Wenn man die Vor- und die Nachteile gegenüberstellt, nehmen sich beide Systeme nichts." fallen. Unsere Lehrerin hat es übrigens recht gefasst aufgenommen.
 
Hallo "ulli-wgs",

in der Tat war ich nie vor dem Fahnenappell. Aber, auch wenn ich diese Erfahrung nicht machen musste, so gab es auch bei uns in der Familie gewisse Schwierigkeiten. Mein Vater ist Offizierssohn, mein Opa war sehr überzeugt vom sozialistischem System. Auf der Seite meiner Mutter hatten wir Verwandschaft im Westen. Kannst Du Dir vorstellen, auf was für einem schmalen Grad man sich in so einer Situation bewegen musste. Der Opa hat z. B. bei uns zu hause am Fernseher herum geschaltet, um zu kontrollieren, ob meine Mutter Westfernsehen schaut. So, nun war die Frage, wie mit dieser Situation umgehen: Ich habe dem Opa immer gesagt, ich würde mir die Fernsehberichte beider Seiten anschauen, um mir dann eine Meinung bilden zu können. Ein anderer Großonkel meiner Mutter war Postbeamter, der durfte eigentlich auch keinen Kontakt haben in den Osten.

Ja, und dann war da noch mein Onkel, Zivilangestellter der NVA. Der hatte zur Hochzeit die Tante meiner Tante, also meine Großtante, aus dem Westen, eingeladen. Auf der Arbeit hatte er einen Riesenärger deswegen.

Nun zu meinen Erfahrungen mit Pionierleitern: Also, ich habe zwei Pionierleiter erlebt, eine ältere, durchaus überzeugte Kommunistin, was ich aber nicht verurteile. Der zweite Pionierleiter war dann wesentlich jünger. Er hatte auch die Wende an meiner Schule noch mit erlebt. Nach der Wende konnten wir mit ihm offen diskutieren und haben ihn gefragt, warum denn die DDR nun unter gegangen sei. Er sagte uns dazu seine ehrliche Meinung, dass er es so sehe, dass sich Macht verselbstständigt habe. Er hat dann auch eine Wandzeitung aufgehängt, an die jeder schreiben durfte, was er sich jetzt, nach der Wende, von der Schule erwarte. Neben unrealistischen Forderungen hatte auch jemand geschrieben, Pionierleiter gehörten abgeschafft. Mein Pionierleiter hat die Konsequenzen gezogen, als er merkte, dass er den Staatsbürgerkundeunterricht nicht mehr durchführen konnte. Er verließ unsere Schule und ging zur SED-PDS.

Ulli, ich denke, Du solltest nicht verbittert sein, ob Deiner Erfahrung mit der Pionierleiterin. Du solltest stolz darauf sein, was Du Dir erschaffen hast. Wenn die Dame ihre Meinung heute noch vertritt, warum möchtest Du sie bestrafen? Was würde Dir das helfen?

Gruß Andreas

P. S. Ich möchte meine Meinung nicht als Angriff auf Deine Persönlichkeit verstanden wissen. Ich schildere nur meinen Eindruck von der Sache. Achso, ich war 1990 16 Jahre alt.
 
was gibt es hier zu diskutieren:? die DDR war besetztes Land und die große Politik wurde in Moskau gemacht sodass manche Weichen falsch gestellt wurden, und zum Ruin dessen führten. lm Ansatz waren Dinge wie Bildung und Soziales wohl Welten besser wie jetzt. und Pleite sein ist ja wohl relativ,das kommt eben davon wenn ein Land , 1/4 so groß wie die heutige BRD dazu ausgebombt und deindustralisiert nach 1945, versucht von der kleinsten Madenschraube bis hin zum Hochseefrachter allen Bedarf für Wirtschaft und Bevölkerung selbst im eigenen Lande zu produzieren und zu decken und eben NICHT auf billig Produktionen aus der 3. Welt setzt. 

Geiz ist ja geil....wenn das die Zukunft ist-> 1A-> in Teilen ist man ja schon fast so verblödet. Die Medien und Propagandagesellschaft heute ist wohl kaum ein deut besser wie damals, nur die Methoden sind feiner.   

Wenn man hier manche Kommentare liest,  hat man das Gefühl: hier haben einige zuviel "Guido Knopp´s "history" gesehen...tzz.

und eines nur am Rande:´ 89 haben sich die sogenannten Sozialisten friedlich entmachten lassen, ob das die Kapitalisten von heute auch noch machen würden? 

gruß...
 
Die DDR war kein besetztes Land, die BRD ist ein noch immer besetzes Land und keiner von den Politikern traut sich gegen die USA zu sprechen.

Gruß
 
@Ihmillemille - oh ja, dir schleichen täglich bezahlte US-Söldner und revanchistische Hetzer hinterher... Manchmal weis man nicht mehr, wo hier hinten und vorn ist...

Dir hätte (nur mal um dem ganzen NSA-Gedöns die Spitze zu nehmen [weil die Vergleiche ja sehr häufig bei Kommentaren aufkamen]) mal die Stasi die Familie zersetzen sollen... anschließend reden wir nochmal. Ich frage mich auch ehrlich, wass du überhaupt von der DDR bewusst mitbekommen hast!? So long - ich will hier keinen Unfrieden stiften, aber so einen Unfug kann ich auch nicht unkommentiert stehen lassen! Ich hoffe, du hast keinen Reichsbürgerausweis?
 
Oh oh oh 

Man kommt aus dem Staunen nicht raus,wenn man so manchen Kommentar hier liest. Die DDR oberen haben schwarze terroristen in unserem Land ausgebildet und das soll kein Unrechtsstaat sein ? In Teterow und Prora wurden Hunderte leute vor uns versteckt damit die eigene Befölkerung nichts mitbekommt.warscheinlich wegen dem "guten" Vertrauensverhältnis zwischen volk und Staat.

mfg Roland 
 
Ja Roland hat Recht und war gleich neben dem Bergring.Egal welche Gesellschaftsordnung und Politik,Dreck an Stecken haben alle.Nur man muß sich damit beschäftigen.

Gruß Tobias
 
lhmillemille:

Die DDR war kein besetztes Land, die BRD ist ein noch immer besetzes Land und keiner von den Politikern traut sich gegen die USA zu sprechen.

Gruß
Nix für Ungut! Du bist der Speichellecker in vollendeter Perfektion! Kannst Dich mit deinen Ami- Traktoren garnicht genug repräsentieren, stellst Deinen Auftritt im Fersehen beim "Suppenkoch" als Video hier ein und hinterläßt hier so einen geistigen Dünnschiß. Und promt fallen einige auf Deine Provokation rein!
 
Na Lars, kaum hatten sich hier die Gemüter beruhigt, kippst wieder Öl ins Feuer, wa? Ich persönlich mag deine Technik mehr, als das Lostreten von politischen Diskussionen. ... sorry, meine Meinung!

Schöne Grüße Thomas
 
Der Kugelhagel wird dichter. Volle Deckung also. Und Vollschutz vor ideologischen und intellektuellen Kleingärtnern ...

Ich habe 18 Jahre DDR erlebt, ungefragt. Danach bis heute 26 Jahre die neue BRD. Auch ungefragt. So kann ich doch recht gut vergleichen und Denken war zu keiner Zeit verboten. Eine eigene Meinung auch nicht. Das hat die DDR nicht verhindern können, ungewollt aus meiner Sicht sogar gefördert, letztlich hat es sie wohl gar die Existenz gekostet.

Und wenn all´die Menschen, die vom heutigen System in den Ars..h gekniffen werden, Lumpenproletariat/Leiharbeiter/Prekariat/Hartz IV?, einfach mal Hunger hätten, somit relevante existentielle Sorgen, und mit dem Denken anfangen würden, so sie es noch beherrschen, also jenseits von Brot und Spielen, Dosenbier und ASSI-TV, wie sähe es wohl aus in diesem Land? 

Aber, und auch das ist ein Fakt, es geht uns in diesem Land richtig gut. In jeder Hinsicht. Ich bin sehr dankbar dafür, hier zu leben. Wie viele Menschen auf dieser Welt können das ruhigen Gewissens so sagen? Mögen alle Deutschen, die andere Standpunkte vertreten, ihre Augen schweifen lassen durch die Welt. Unsere Probleme hätten die meisten Menschen RoW gerne. Jede Wette.

Auch schön, kraft meiner Biographie muß ich heute die Vergangenheit nicht idealisieren und die Gegenwart nicht schönreden.

Und lasst endlich die Pionierleiterin in Ruhe. Meine Oma wurde beim BDM auch öffentlich sehr stringent angezählt, sie ist darüber trotzdem 90 geworden und hat mehr Mist und Dreck gesehen - und natürlich überlebt - als wir alle hier zusammen. Hunger, Seuchen, Luftalarm, Standrecht, Vertreibung usw., keine Wohlstandssorgen und -probleme unserer Zeit.

PS: Ist nur ein ganz persönliches Resümee.
 
*Uwe:

Ich habe 18 Jahre DDR erlebt, ungefragt. Danach bis heute 26 Jahre die neue BRD. Auch ungefragt. So kann ich doch recht gut vergleichen und Denken war zu keiner Zeit verboten. Eine eigene Meinung auch nicht.

Hallo Uwe,

Diese 18 Jahre DDR beinhalten Schule und Ausbildung? Ich glaube, daß Du recht gut vergleichen kannst, etwas weit hergeholt ist.

Gruß Oskar
 
Uwe: Die Pionierleiterin aus dem Spiel zu lassen, wäre eine fahrlässige Unterlassung.

Genau dieser Typus Mensch ist es nämlich, der sich jedem System anpasst, Abweichler drangsaliert und stets den eigenen Vorteil fest im Blick hat. Unter diesem Menschentyp haben dessen Mitbürger in aller Regel zu leiden.

Wie wir aus der Schilderung von Ulli entnehmen, hat die Dame es ja offensichtlich wieder in eine bequeme Position geschafft. Genau das ist der wirkliche Skandal.

Ansonsten hat mich die Geschichte jetzt nicht sooo beeindruckt. Ich war von der zweiten bis zur siebenten Klasse permanent schwarzes Schaf der Schule, da als einziger Schüler der ganzen Schule kein Pionier. Wieder eingetreten bin ich auch nur, um meiner Klassenlehrerin einen Gefallen zu tun. Daraus machte ich auch keinen Hehl, was den Wiedereintritt wohl mächtig abwertete. War ich deswegen "Widerstandskämpfer"? Nee. Das überlasse ich anderen. Da kenne ich leider genug Leute, von denen ich weiß, dass sie fleißig mitgemacht haben und sich heute exakt gegenteilig darstellen.
 
Hallo,

hm, also, was kann ein Traktor für das System, in dem er gebaut wurde? Ich denke, es gab in der DDR schöne Seiten und schlechte Seiten. Ich bin der Meinung, jeder von uns hat hier und da Konflikte mit einem Gesellschaftsystem. Aber, machen uns die durchgestandenen Konflikte nicht stärker. Jeder von uns musste sich zu DDR-Zeiten behaupten und muss sich jetzt auch behaupten, damit er nicht unter geht. Das heisst, man erleidet aus persönlichen Gründen eine Niederlage, dann muss man eben wieder aufstehen. Wie sagte doch im Film "Forrest Gump" die Mutter zum Sohn: "Hinfallen kann man, danach muss man wieder aufstehen."

Schade finde ich, dass hier Hartz-IV-Leistungsempfänger so schlecht dargestellt werden, man sollte nicht alle Menschen über einen Kamm scheren.

Man kann ja auch mal über die Unterschiede in den Systemen diskutieren, aber, Schwarz-Weiss-Malen hilft trotz dem nicht weiter. Die Leute mussten sich damals behaupten und müssen sich heute auch behaupten.

Ich finde es übrigens schön, dass hier sowohl Leute aus der ehemaligen DDR als auch aus der ehemaligen BRD vertreten sind. Wir sollten uns hier nicht um Dinge streiten, die wir jetzt nicht mehr ändern können. Sollten wir nicht eher nach Gemeinsamkeiten streben, anstatt über das nachzudenken, was uns Politiker in der Vergangenheit aufgezwungen haben und was sie uns heute zumuten.

Wenn ich einen RGW-Traktor im öffentlichen Raum sehe, drücke ich ab, genauso, wie ich das bei einem MAN, JD, Fendt oder anderen Westfabrikaten tun würde. Die Technik kann ja nichts für die Umstände, unter denen sie produziert wurde.

Gruß Andreas
 
Wieviele Jahre man in der DDR gelebt muss, um vergleichen zu können, wollen wir hier nicht auch noch ausdiskutieren. Ich sage einfach, je mehr DDR-Lebenserfahrung man hat, je besser kann man vergleichen, aber abhängig vom Lebensalter kann man sich das leider nicht aussuchen. Die letzten DDR-Kindern, zu den ich auch den Lars zähle, werden damit arge Probleme haben. 

Denken war lebensnotwendig, da muss ich Uwe rechtgeben, wer mit den typischen Ossi-Tugenden ausgestattet war und sich hat was einfallen lassen, denen hat die DDR nicht viel anhaben können, ohne sich vor dem System verbiegen zu müssen. Irgendwie ist man immer mit dem allerwertesten an die Wand gekommen, egal auf welchen Weg. 

In der jetzigen Zeit kommt auch weiter, wer seinen Kopf zu gebrauchen weiß. Kleine oder große Probleme wird es immer und überall geben. Geschenke fallen weder damals noch heute vom Himmel. Die meisten DDR-Probleme haben sich selber gelöst, aber dafür kamen andere, ganz einfach, weil kein Sytem perfekt ist. 

Leider gab es aber auch die "Wendehälse", für das Jungvolk: Das sind welche, die irgendwelche sozialistischen Posten gehabt haben, wie Parteileitung, Rat des Kresises usw.Die Handels- und Gewerbekammer war auch rot durchsetzt. Diese "Experten der neuen Stunde" haben 3 Runden Stühlerücken gespielt, also Ihre Posten getauscht und dann angefangen, uns das Vaterunser der Marktwirtschaft zu predigen. Auch König Stanislaw I. von Sachsen kann eine Karriere beim Rat des Kreises Kamenz aufweisen!!!

Ja Lars, was wolltest du uns mit diesem Betrag überhaupt sagen????

Ein Bild aus dem Web unter einer nicht gerade passenden Überschrift komentarlos einstellen, was soll das eigentlich???

Nichts gegen deine Technik und deine Arbeit, aber jede Veröffentlichung darüber hier zu posten, irgendwie liest man sowas hier nur von dir. Wie nötig muss man es haben, das hier allen kund zu tun??? Mir fällt da nur Selbstbeweihräucherung als Stichwort ein....

VG Gerd
 
@Oskar,

Deine Worte schickt der Himmel (?), Du aber ganz sicher - auf genau diese Rückmeldung habe ich gewartet. Du hast mich nicht enttäuscht und ganz vielen Dank dafür. Jedoch: Es ist gar nicht so wichtig, wie lange man was erlebt, entscheidend ist, daß Du genau hinsiehst, nachdenkst und etwas mit auf den Weg nimmst. Weil oder wenn Du was mitnehmen kannst.

Hat mit der Uhr, dem Kalender und der Zeit aber auch gar nichts gemeinsam. Lange auf der Welt zu sein ist leider doch nicht gleichbedeutend mit viel Erfahrung haben. Ein netter Trugschluß, mehr nicht.

@Maitre V.,

und ganz klar, auch darauf habe ich gewartet. Vielen Dank an dieser Stelle dafür.

Allein, was wissen wir nun, was wir vorher nicht wußten?

Nichts, was wir nicht auch schon vorher wußten. Diesen Typus Mensch braucht jedes System, gestern - morgen - heute. Das System kann nie schlecht sein, der Mensch macht, was daraus wird. Im guten wie im schlechten Sinne. Anständige und unanständige Menschen gab es zu allen Zeiten, gibt es heute noch und wird es immer geben. Die Anderen auch.

Nur andere Menschen, die wird es nicht geben, alle Versuche in dieser Hinsicht in den letzten 100 Jahren waren ergebnisneutral. Und was Du  und mach´anderer aufrechter Held in der entsprechenden Situation und unter den entsprechenen Bedingungen getan hättest, bitte lehnt euch nicht allzu weit aus dem Fenster. Der edlen Menschen waren es nie genug.

Angenehme Nachtruhe.
 
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