Projekt Famulus

Michi S.

Brigadir
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26. Juni 2011
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Hallo zusammen,

Heute wollen wir uns mit unserem Famulus vorstellen. Mein Bruder Christian und ich hatten schon immer den Wunsch einen Traktor zu restaurieren. Dies ist für uns absolutes Neuland.
Bisher war ich immer mit Dampfmaschinen beschäftigt und habe eine R.Wolf Lokomobile restauriert.
Zum Famulus Traktor können wir leider nicht viel sagen. Weder Baujahr, noch Typ, sind bekannt. Das original Typenschild wurde anläßlich einer Grundüberholung 1972 in Stralsund entfernt und durch ein Schild des Instandsetzungswerks ersetzt.
Wir haben mal ein paar Bilder gemacht. Eins ist sicher, es kommt eine menge Arbeit auf uns zu.
Auch mit Fragen werden wir Euch bestimmt noch nerven.

Viele Grüße an alle Famulusfreunde aus Magdeburg,
Michael und Christian















 
Hallo erstmal
Willkommen im Forum.

Da habt ihr aber noch ganz ordentlich Arbeit vor euch, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

Gruß David
 
Hallo und Willkommen im Club.

Das Baujahr von eurem Famulus können wir bestimmt ermitteln. Die Fahrgestellnummer steht hinten rechts oben neben dem Anhängerzug. Wenn dort nichts ist ,dann habt ihr vielleicht ein Tauschgetriebe ohne Nummer. Einfach mal nachsehen!!!

Gruß Karsten
 
Hallo Michael, Christian,

willkommen im Forum. :-)

Wie Karsten schon sagte schaut mal nach der Getriebenummer, dann kann man das Baujahr ganz gut bestimmen.

An diesem Famulus war auch ein findiger Mechaniker am Werk.
Die Kotflügel vom RS09 (so schaut es aus) passen gut zu den Reifen hinten.
Vorn sind ja auch kleine Räder montiert.
Sieht gar nicht mal so schlecht aus. :-)

Wollt ihr den technisch aufarbeiten oder gar in den Originalzustand versetzen?

Gruß Andre

 
Hallo David, Karsten und Andre,

danke für die herzliche Aufnahme im Forum.

Eine Fahrgestellnummer hinten am Getriebe habe ich nicht entdecken können. Oder die 5 Lackschichten verdecken die Nummer.

Wir denken eher an eine technische Aufarbeitung. Die Motorhaube müßte wohl neu werden, falls es noch eine gibt. Ich werde auf jeden Fall am Samstag nach Markkleeberg kommen und nach Teilen Ausschau halten und mir ein paar Famulusschlepper genauer anschauen.

Gruß Michael
 
Hallo zusammen,

ich habe jetzt die Farbe am Heck entfernt und es kommen Nummern zum Vorschein. Ich denke mal die 46 steht für einen RS 14/46. Oder?





Wenn Jemand etwas über das Baujahr sagen könnte würden, würden wir uns darüber freuen

Gruß Michael
 
Hallo Michael

die 46 steht für die Bauart des Getriebes und die
33138 ist die Fahrgestellnummer.Baujahr müßte60/ 61 sein.

Gruß Tobias
 
Hallo Michael

Dein Famulus müsste Baujahr 1961 sein. Du kannst das aber auch selber nach lesen unter Famulus-Modellgeschichte und weiter bei Technische Daten. Dort hat Andre mal die Fahrgestellnummern den Baujahren zugeordnet.

Gruß Karsten
 
Hallo zusammen,

ich muss leider sagen, dass ich noch nicht dazu gekommen bin den Famulus zu zerlegen. Und jetzt in der kalten Jahreszeit ist es in der ungeheizten Garage etwas ungemütlich. Ich war aber in der letzten Zeit auf einigen Traktorentreffen um mich zu informieren. Auch konnte ich Gebrauchsanweisungen und Reparaturhandbücher, wenn auch nur als Kopie, erwerben.

Habt bitte noch etwas Geduld, Es wird weiter gehen.

Frohe Weihnachten und ein Gesundes neues Jahr

Wünscht Euch

Michael
 
Hallo zusammen,

nun soll es endlich weiter gehen. Hab mir ja Zeit gelassen. Der Famulus wird komplett demontiert.



Der Motor wird erstmal bei Seite gestellt. Das Getriebe ist zuerst dran.



Der Anfang ist gemacht.

Es ist jetzt schon zu sehen das einiges im argen ist. Defekte Zahnräder 1. und 2. Gang , weil ein Nadellager verschwunden ist . Defekte Pendellager an der einen Achse. Zerbrochene Aludeckel die die Wellendichtringe an der Antriebsachse halten und noch viel mehr.

Ich werde berichten.

Gruß Michael
 
Hallo Michael

Da warst du aber schon gut fleißig in der letzten zeit!
Meiner hat auch das Schild von der GR in Stralsund dran.

Gruß Nico
 
Hallo zusammen,

es wird Zeit, daß ich mich mal wieder melde und vom Stand der Renovierung berichte.

Nachdem alles demontiert wurde, bis auf das letzte Zahnrad, wurde der Getriebekasten gereinigt und die alten Farbschichten abgekratzt.





Das Getriebe war mal Rot, Blau,Hellgrün und Dunkelgrün. Die Farbschichten gingen recht gut ab.



Dann der erste Anstrich mit Grundierung.



Das gleiche mit dem Kupplungsgehäuse. Da mußten auch einige Gewindebohrungen repariert werden. Wenn auf dem Gußteil des Kupplungsgehäuses die eingegossenen Ziffern ein Datum sein sollen, so ist es vom 29. 10. 57. Das Getriebe hat aber ein Datum vom 31.7.61? Was aber zur Getriebenummer gut passt.





Als neue Farbe habe ich mich für RAL 3020, Verkehrsrot, entschieden.In Seidenmatt und daher auch nur mit Rolle und Pinsel aufgetragen.



Der Anfang für den Neuaufbau ist gemacht.

Gruß Michael
 
Hallo zusammen,

nun war es Zeit das Getriebe wieder als erstes zu montieren. Bis auf die Kegelrollenlager des Ausgleichsgetriebes wurden alle anderen Kugel - und
Rollenlager durch neue Lager ersetzt. Schäden am Getriebe waren ein völlig zerriebenes Nadellager an der Schaltvorgelegewelle und wahrscheinlich dadurch defekten Zahnräder vom 1. und 2. Gang. Der Rest an Getriebeteilen war noch brauchbar. Die Hinterachsen und die Antriebshohlwelle wurden gegen regenerierte ausgetauscht, wegen den Einlaufspuren von den Wellendichtringen. Es wurden auch alle Wellendichtringe ersetzt.

Ich habe jetzt mal ein paar Bilder von der Montage.Angefangen mit der Zapfwellenantriebswelle.











Die Abdeckung für den Riemenscheibenantrieb war eingebrochen und hatte ein Loch. Da habe ich einfach noch mal eine 3 mm starke Alublechplatte drüber geklebt.





Die jetzt noch blanken Aluteile wollte ich erst einmal so belassen.



Gruß Michael
 
weiter geht’s:



Die Kegelritzelwelle:



Kegelritzel, was auch noch gut aussah:



Die Schaltwelle:



Die Gruppenvorgelegewelle:



Das Nadellager auf der Schaltvorgelegewelle wurde durch ein eingepasstes Broncelager ersetzt. Ist die Idee eines Bekannten. Mal sehen ob das halten wird. Dieser Schaden am Nadellager ist wohl häufig.



Alle Wellen und Zahnräder zusammen:



Die gesplitterten Schaltvorgelegezahnräder vom 1. und 2. Gang wurden durch neue ersetzt.

Gruß Michael
 
Nun konnte das Kupplungsgehäuse angebaut werden.



Eingebaute Antriebswelle:





Die Ausgleichswelle mit Abdichtung:



Das Tellerrad:



Die überarbeiteten Achswellen:



Mit neuen Lagern:



Gruß Michael
 
Hallo zusammen,

Weiter geht es mit den Achsen.
Es gab da noch einen Schaden am rechten Achstrichterdeckel. Der Rand zum Wellendichtring hin war mehrfach deformiert und würde auch mit einem neuen Dichtring allein nicht mehr abdichten. Da habe ich mir mal so gedacht warum nicht mal einen neuen selber aus Alu gießen. Aluguß wollte ich schon immer mal ausprobieren und etwas Gußsand war vorhanden.





Vielleicht hätte man bestimmt auch noch einen brauchbaren Deckel auf den Teilemärkten bekommen können, aber so ging das auch ganz gut. Nach der Bearbeitung auf der Drehbank sah das dann so aus.





Das Stirnrad:



Und das fertig montierte Getriebe:



Das war bis hierhin für mich schon ein ordentliches Stück Arbeit, da ich mit Getrieben so noch nie was zu tun hatte. Hat aber Spaß gemacht ( Ein wenig Fluchen war auch dabei.)

Gruß Michael
 
Hallo Miachael,

saubere Arbeit! Das Bronzelager wird schon halten, bei den Simsonmotoren(S51) waren die Nadellager der oberen Pleulbuchse auch anfällig und die alten Bronzelager(KR51-1) hielten ewig. Das lag sicher auch am damals verwendetem Material.

Gruß Robin
 
Hallo Michal
Toller Beitrag, da kann man sich einiges Abschauen.
Mit den Achsdeckel selbst giesen ist mal eine Ide.
Was hast du als Formsand benutzt ?

Gruß Lothar
 
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