Guten Morgen,
solche Sachverhalte kommen hier ja immer mal wieder zur Erörterung.
Hier meine Meinung zum Thema vom 18.11.2013 aus dem Thema "Roundup/Glyphosat", die ich auch heute noch so vertrete:
"Hi Leute,
ist ja wieder voll n Thema für mich.
Tja ich denke viele Millionen Jahre kam das Leben ohne Menschen ganz gut zu recht so im Großen und Ganzen. Da hat auch keiner gespritzt und kunstgedüngt und der Kram ist prächtig gewachsen. Aber wir meinen wir könntens besser. Bei soviel Ignoranz hilft nur Galgenhumor.
Die Tasache das der Kram (Kunstdünger) vor dem ersten Weltkrieg erfunden wurde und untrennbar mit der Sprengstoffproduktion verbunden ist, finde ich bezeichnend. Das Haber-Bosch-Verfahren ist übrigens sehr energieintensiv.Ein anderer nachhaltiger Aspekt neben umkippenden Gewässer usw.
Dünger und Sprengstoff
Zum Rounup:
Ich hab mal den Film "Good Food, Bad Food" gesehen, da wurde gezeigt wie man Herbizide und Pestizide auf natürlicher Basis herstellen kann. Wäre ja vielleicht auch ein Ansatz. Und dann muss es eben mit etwas weniger Flächenertrag gehen. Wer den streamen will, soll aber gewarnt sein das letzte Drittel ist etwas esoterisch. Den ersten Teil find ich aber nachvollziehbar und plausibel.
Ich denke eingesetzt wird der Spaß aus finanziellem Druck und Bequemlichkeit. Warum heute jeder Krebs kriegt, dass fragen sich in diesem zusammen wohl auch nur sehr wenige. Wir vergiften uns aus Faulheit und die Medizin solls dann richten. Is halt bequemer zu McD zu fahren, anstatt Pflanzen zu ziehen und dann selber was zu kochen. Und da muss ich mich an die eigene Nase fassen. Das mache ich auch viel zu selten.
Das totgespritzte Getreide darf glaube nicht in menschlische Nahrungsmittel, an Tiere wird es aber wohl verfüttert und dann nimmt man sicherlich noch einen Teil über deren Fleisch auf.
Ich habe auch den Eindruck der Hersteller von diesem Zeug probiert die Landwirte voll von seinen Produkten abhängig zu machen. Wenn das so ist, finde ich das ne sehr ungesunde Entwicklung.
Für mich gibts da nur einen weg. Auf lange Sicht alles erarbeiten was notwendig ist, um sich selbst zu versorgen. Eigene Samen, eigenes Land eigene Maschinen, kein Kunstdünger, keine Pflanzen- oder Insektenvernichtungsmittel. Wünscht mir Glück.
Gruß Thomas"
Der Link von Wolfram ist doch sehr aufschlussreich. Nur die dicksten Maschinen im Bild. Erst mit x-tonnen schweren Maschinen über den Acker und den Boden verdichten. Hinterher mit dem Bodenmeißel/Tiefenlockerer wieder lockern.
Wobei es an sich gut klingt, was dort beschrieben wird. Aber da steht nirgendwo was von Pestiziden und Herbiziden. Da ist der Denkfehler meiner Meinung nach. Wenn die Mikroorganismen im Boden vorhanden sind, kann die Grünsaat einfach eingearbeitet werden, wird dann zersetzt und steht als Dünger zur Verfügung. Vermutlich stehen die Nährstoffe durch eine langsamere Zersetzung länger und konstanter zur Verfügung. Wenn im Garten Mist mit eingegraben wird, entspricht das in etwa dem Einarbeiten der Gülle oder anderen organischen Düngerm wie in dem Link beschrieben. Ich denke nicht, dass das beschriebene Verfahren nicht ohne Planzen und Insektengifte einzusetzen ist.
Interessant, dass der Mais die Beispielpflanze ist. Ich glaube direkt esse ich im Jahr kein Kilo Mais. Aber näturlich Fleich und Wurst und Strom brauche ich auch zuviel...
Dennoch kann ich verstehen, dass es so läuft. Am Ende muss unter dem Strich unter der Jahresbilanz eine schwarze Zahl stehen. Und sicher trage ich mit meine Konsumverhalten auch dazu bei, dass es es ist, wie es ist. Ich bin da kein Freund von Doppelmoral, nach dem Moto ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit und kaufe Bio, jetzt habe ich eine weiße Weste und darf an anderen herumkritisieren.
Ich frage mich einfach wie lang das alles noch so gut geht. Vor allem, wenn Öl und Gas alle sind und eine Alternative zu diesen Treibstoffen in Massen gebraucht wird und der Klimawandel die Landwirtschaft gleichzeitig noch schwieriger macht, davor graut es mir. Einen ersten Geschmack auf das was da kommen könnte, bieten die Flüchtlingswellen aus Afrika.
Ich finde das hängt alles sehr voneinander ab. Ich habe oft das Gefühl, wenn ich in Städte fahre oder als ich selber in welchen gewohnt habe, dass dort viele nichts so recht mit sich anzufangen wissen (Ich weiß, dass ist sehr vereinfacht und pauschal.). Gleichzeitig reden alle von Industrie 4.0 und das viele Tätigkeiten wegfallen. Das heißt zu der zeitlichen Kapazität die an vielen Stellen schon frei ist, kommt nochmal welche hinzu. Ich finde, es ist ein guter Zeitpunkt darüber nachzudenken, wie man diese Menschen dafür gewinnen könnte sich mit Garten-/ oder Landwirtschaft zu beschäftigen, denn wenn wieder mehr Menschen diese Arbeit machen, dann werden technische ( riesen Maschinen) und chemische ( zb. Glyphosat) Helfer wieder unwichtiger und ein paar Menschen mehr haben am Ende vom Tag das zufriedene Gefühl was vollbracht zu haben.
Ich finde die Technisierung der LW hat es durch die freigesetzten Arbeitskräfte möglich gemacht, dass die Produktion von Konsumgütern und Dingen des täglichen Bedarfes heute soweit technisiert ist, dass die nun dort wieder frei werdenden Arbeitskräfte sich eigentlich wieder mit LW beschäftigen könnten. Nicht weil es sein muss, sondern weil es vielleicht gut tut. Wir haben dieses Jahr das erste mal den Garten bestellt und ich finds super alles so wachsen zu sehen und neuerdings freue ich mich über Regen, weil ich dann nicht gießen muss und die Wasserfässer wieder voll werden. Ein weiterer positiver Effekt, in der Bevölkerung würde sich vielleicht wieder mehr Verständnis und Anerkennung für die Bauern entwickeln.
Ohne Essen trinken, sind alle Autos, Urlaube und schicken EFH nichts wert. Ich finde es nicht gut, wenn die breite Bevölkerung kaum einen Bezug zu der Arbeit mehr hat, die mit der Erfüllung dieser Bedürfnisse verbunden ist. Es gibt nur wenige Tätigkeiten die wichtiger sind!
So das war mein Plädoryer (eines an sich Ahnungslosen) zur Lage der Landwirtschaft. Irgendwie fühle ich mich gerade noch dazu genötigt was zu ökonomischen Effizienzsteigerungen und dem ständigen Bedarf nach Wirtschaftswachstum zu schreiben. Aber lass ich. Der Beitrag ist eh schon zu lang.
Gruß Thomas