Hallo zusammen meine Nachforschungen zu den Schneefräsen und den Fräsenmotor sind nun fast beendet, bis auf eine Kleinigkeit möchte ich euch nun meine Ergebnisse zeigen.
Wie ich bereits vermutete kommt man auch leicht auf Falsche Spuren….
Die Daten sollten nun soweit stimmen wobei ich trotzdem kein Gewähr gebe!
Ein großes Problem stellt die Russische Sprache dar, da Einzelbuchstaben von Motorenbezeichnungen immer wieder anderes übersetzt werden, außerdem bekamen die Motoren in ihrer Entwicklung auch andere auch andere Bezeichnungen dadurch ist nicht immer eindeutig festzustellen in welchen Fahrzeug welcher Motor jemals verbaut war. In dieser Beschreibung geh ich daher nur auf die Fräsenmotoren näher ein und gebe auch die original russische Bezeichnung an. Die Daten beziehe ich auf die Originalmotoren von damals.
Zum Motor der Fräse ist erstmal folgendes zu sagen, es handelt sich um einen Universalmotor der als halber Panzermotor bezeichnet wird, er stammt vom W2 (russ.B2) Motor des T34 ab.
Nach dem Krieg wurde die W-6 (V-6) (russ.B6) , (später UD6) Familie als Reihenmotor und die W2 (später 1D12) als V-Motor auch für den zivilen Einsatz weiterentwickelt, vorallem ging es dabei auch immer um die Erhöhung der Haltbarkeit.
Die W2 Motoren kamen z.b. auch im MAZ-525 (russ.МАЗ-525) zum Einsatz
Die UD6 (russ.УД6) Familie wird immer noch in vielen Bereichen eingesetzt, so werden diese Motoren in Schiffen, Kranen, Baggern, in Kleinrangierloks und als Stationärmotor für Pumpen oder als Kleinkraftwerk eingesetzt.
U2D6 sollen als (V-6)auch im SPW50,… verbaut gewesen sein…
Bei den Motoren gibt es zwei Varianten, einmal den U1D6 und den U2D6
die Motordaten sind bei diesen Varianten jeweils gleich, allerdings besitz der U2D6 eine Reibekupplung die mechanisch oder Hydraulisch betätigt werden kann.
Die Aktuellen Motoren der U2D6-Reihe habe noch die gleichen Daten wie damals…
Der Grundmotor U1D6 bzw. U2D6 hat eine Leistung von 110KW/ca.:150PS bei 1500 U/min.
Sein Drehmoment liegt bei rund 685Nm, dieses liegt fast unverändert von 1000U/min bis 1500U/min an der Kurbelwelle an. Hubraum sind 19100ccm
Ein weiterer Motor der Baureihe UD6 ist der U1D6-250TK bzw.U2D6-250TK
Dieser Motor besitzt einen Turbo, durch ihn steigt seine Leistung auf 184 KW bei 1500 U/min sein Spitzendrehmoment von 1250Nm (Näherungswert) liegt bei 1100U/min an der Kurbelwelle an. Hubraum sind 19100ccm
Die aktuellen Motoren der U2D6-250C4 Reihe haben auch noch die gleichen Daten wie die U2D6-250C2, die C4 haben aber nun aber eine höhere Nutzungsdauer , ca. 20000 Betriebsstunden statt ehemals 15000
Es scheint nicht üblich zu sein, Leistungsstärkere Motoren auf die vorhandene Fräse zu setzen, da Schäden vorprogrammiert sind, somit kann man davon ausgehen, dass eine D 470 auch nur einen 150PS Motor hat und eine D 707 eben einen 250 PS Motor, die notfalls auch auf weniger Leistung eingestellt werden können um das Material zu schonen.
Mir ist bekannt, dass die D 707A aus Gornau mit nur 230 PS Leistung läuft.
Die nicht komplette Angabe der Motorbezeichnung kann also zu Missverständnissen und falschen Daten führen! So kommen sicher die viele Falsche Informationen im Internet und unter den Besitzern zustande.
Die Motorendaten hab ich nun von den Original Motortypenschildern, die ich nach langen Suchen gefunden habe. Auf dem Motortypenschild findet sich neben der Drehzahl von 1500U/min auch die PS Zahl und das Gewicht des Motors
Die Daten habe ich dann auf Russischen Homepage’s von Motorenanbietern abgeglichen, teils finden sich als Verwendungszweck auch immer die Schneefräsen, hier zwei Beispielseiten, man sollte aber immer daran denken, dass Motoren auch weiterentwickelt werden!
http://www.uralmotorzavod.ru/
http://www.rospromsnab.ru/catalog/C23/c3/
Zu den Fräsen
Die Fräse auf Zil 157
D 470 / DE 204, D 470A / DE 204A
(russ. Д 470 / ДЭ 204) (Д 470A / ДЭ 204A)
besaß in ihrer Grundausstattung einen U2D6-S2 (russ.У2Д6-C2)
der aus 19100ccm 150PS bei 1500 U/min lieferte.
Räumleistung: 625t/h
Produktion 1959-1986,
1966 waren bereits 1000 Fräsen gebaut.
Die D 470 soll insgesamt 88mal in die DDR geliefert worden sein.
Die Fräse auf ZIL 131
D 707 / DE 210 D707A / DE 210A
(Д 707 / ДЭ 210)
besaß in ihrer Grundausstattung den U2D6-250TK der aufgrund seines Turbos aus 19100ccm der eine Leistung von 250PS abgab.
Räumleistung: 900t/h und 1000t/h bei Modell A
Die Fräse auf Ural 375D / E und Ural 4320
D 902 / DE 211 und später DE 226
(Д 902 / ДЭ 211)
hatte einen V12 Motor namens 2D12B (russ.2Д12 Б) montiert
Der 300 PS bei 1500u/min lieferte, später wurde die Drehzahl bei diesen Motoren auf 1600U/min erhöht und es konnte eine Leistung von 400PS abgerufen werden…
Räumleistung: 1200-1500t/h
Bei diesen Fräsen ist etwas unklar wann, wie, was geändert wurde...
Diese drei Aufgeführten Typen waren die, die in der ehem. DDR hauptsächlich zum Einsatz kamen sicher sind auch einige andere Typen exportiert worden.
Wie man an den Bezeichnungen sehen kann gibt es für die Fräsen Doppelbezeichungen diese gab es seit 1968, ebenfalls gibt es noch viele Typen davor und Weiterentwicklungstufen zwischen drin.
Es kam auch vor, das Fräsen auf andere Fahrzeuge montiert worden.
Entweder weil das Basisfahrzeug defekt war, oder auch Entwicklungstechnisch, ebenfalls gab es Fräsen an Straßenbahnen…
Für die Fräsen gab es auch einen Verladekanal um Schnee auf LKW blasen zu können
diesen Kanal kann man noch an der Schneefräse im Eisenbahn und Technikmuseum am Bahnhof „Prora“ auf Rügen sehen.
Um 1970 gab es eine D-909s / DE 213S auf K-700A
Ab 1980 gab es auch eine DE 225 die auf dem Kirovets K-701 basierte
Produktivität ca: 1250t/h
„Neue“ Fräsen gibt es heut noch immer auf Zil 131 oder Ural Ural 4320
ДЭ-226 Weiterentwicklung der ДЭ-211
ДЭ-210У und KO-605 Weiterentwicklung der ДЭ-210
teilweise sind noch 1D12 Motoren verbaut , meist aber
YMZ-238BE ( V8 Motor mit 300PS ) und YMZ-236BE (V6 Motor mit 250 PS) verbaut
Die Daten habe ich von meheren Russischen Homepages zusammengetragen, dort sollten sich sicher weniger Fehler finden, ingesamt hab über 100 Seiten Lesematerial durchgearbeitet, da gab es zwar auch kleine Ungereimtheiten aber das waren Einzelfälle. Die Drehmomentangaben habe ich nun aus Motordiagrammen, die ich zufällig bei einem Händler entdeckte, daher sind sie nur Näherungswerte.
Ebenfalls hatte ich noch ein Telefonat mit einem Herren der Selbst drei Fräsen besitzt und einst auch ein Motorseminar besucht hat.
Alle Daten wusste er auch nicht mehr auswendig aber seine Aussagen brachten mich erst auf die Richtige Spur...
Sollte jemand noch andere Infos finden, dann immer her damit, aber bitte keine Vermutungen.
Mfg Steffen