Wer macht komunalen Winterdienst?

Belarus952

Traktorist
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05. Jan. 2012
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87
Hallo,

bin am Überlegen ab nächsten Winter mit meinem Zt 323 bei mir in der Umgebung winterdienst zu machen, wenn das überhaupt möglich ist?
Wer hat erfahrungen damit und was wird da ungefähr bezahlt?
 
Hallo, selbst Winterdienst hab ich zwar noch nicht gemacht aber bei uns ist es meist so, wenn mal der Räumdienst lange braucht und nichts mehr geht die ansässigen LW Betriebe die Straßen freischieben. Das aber auf freiwilligen Basis. Eine Sache würde mir spontan noch einfallen. Wie schauts bei sowas mit ner Versicherung aus. Denn beim schieben ist ja doch evtl. mal schnell nen Straßenschild oder Auto welches ins schlingern geraten ist beschädigt. Ich will jetzt nicht der mit dem Zeigefinger sein aber leider ist es heute so, dass der der helfen will am ende oft der dumme ist.
Mfg Sebastian
 
Hallo, so vom rechtlichen her sieht es eher etwas ernüchternd aus für die (ich nen es mal so) hobby Winterdienstfahrer.... Wenn kein Auftrag des Straßenbaulastträgers vorliegt, fällt der "JOB" unter "Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr" und kann im schlimmsten Fall mit einer Freiheitsstrafe ausgehen.... Es ist zwar wirklich selten das es dazu kommt, doch ist es nicht ausgeschlossen. Wenn ihr sowas ernsthaft in betracht zieht, in eurer Kommune Winterdienst zu machen, dann wendet euch am besten an euer Gemeinde Büro, die können euch da mit Sicherheit weiterhelfen.

gruß flo
 
Moin Leute
Bei uns ist das mit dem Winterdienst in Verträgen geregelt: wer was wann macht. Also der Markt ist aufgeteilt. Ohne Auftrag auf öffentlichem Gelände kann teuer werden. Ein Kratzer im Asphalt, weggedrückte Bordsteine, Leitpfosten u.ä. dafür kommste selber auf. Und Rechnungen von öffentlicher Hand sind sehr gepfeffert. Such´ne Private Firma wo Dir der Chef (schriftlich) erlaubt mal nen Weg zu räumen.
Ich hab 4000m² Firmengelände wo ich mich austoben kann.
fG Fiete

PS: es wäre übrigens Unfallflucht ein umgefahrenen Leitpfosten nicht anzuzeigen.
 
Also das Thema gehst du schon ziemlich naiv an. Wenn du gegen Endgeld räumen fährst, machst du das ja dann gewerblich. Das heißt, du mußt ein Gewerbe angemeldet haben und die Einnahmen ordentlich versteuern, kannst dafür aber auch die Betriebskosten, Reparaturen und den Zeitwert des ZT abschreiben. Aber ob sich der Aufwand wegen dem bisschen Winterdienst lohnt? Ich weis nur, daß bei uns einige Firmen auf das Räumen vom Kauflandparkplatz scharf waren. Dafür wird eine Pauschale bezahlt, in Wintern mit wenig Schnee haben die ihr Geld im Schlaf verdient, aber in Wintern mit viel Schnee ordentlich draufgelegt.

Alles nicht so einfach.
 
Ja und wenn Du Pech hast mit dem Winterdienst.....dann rückst Du genau 2 mal aus.....Weihnachten und Silvester......

mFg axel
 
Hallo,

wir fahren kommunalen Winterdienst mit 2 Zt´s,haben Gewerbe für Landwirtschaft und eine Erweiterung auf Kommunaldienste.
Im Einsatz sind wir schon 8 Jahre, nur nochmal würden wir dies glaube ich nicht machen, Du benötigst ein sep. Haftplicht ( ca. 600 Euro ) für die Winterdienstzeit, dann müssen wir ca. 250 to, Sand vorhalten sowie ca. 10 to. Streusalz zum zumischen das der Sand bei Minusgraden nicht klumpt, dazu kommen nochmal ca. 1500 liter Winterdiesel, summa sind ca. 5000,00 Euro erst mal wech !! Dann gibt es Kommunen da fährst du für ne psch und bei anderen nach km/Wegstrecke ! Die meisten machen richtige Knedelverträge, du musst zum bsp. bis 7.30 Uhr alles beräumt haben sonst...... ! Ständig ( 24 h ) klingelt das Telefon, da rufen welche an die sich festgefahren haben etc. oder bei Verwehungen irgendwo liegen bleiben. Dann musst die Technik auch zu 100 % Einsatzbereit sein . Wir fahren für 5 Gemeinden Winterdienst und das kann Stress pur sein , glaub es mir ! Und jeden km den Du fährst verdient das Finanzamt mit !
Dann ist ja auch das Thema wieviel Schnee hab Ihr bei euch , wir haben auch Winter gehabt wo net mal die Unkosten rausgekommen sind, Traktor musst du ja auch versichern, Ladetechnik muss dito vorhanden sein etc... könnte noch mehr schreiben,aber....

Hier ma noch een Foto !





Gruß der Mirko

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Was ich an dem Thema interessant finde - jedes Jahr fragt irgendwer ob und wie mans machen kann, dann kommen die, die es machen und jammern wie beschissen das Geschäft ist (nichts gegen dich Mirko - ich höre bei uns im Flachland das Gleiche ;) ) aber witziger weise wirds ja doch gemacht, trotz Knebelverträgen...

Warum also? DAS würde mich dann doch mal interessieren, weil dazu bekam ich bisher noch nirgendwo ne plausible Erklärung.

Und zu den genannten Eckdaten - das ist regional extrem verschieden. Unsere Nachbargemeinde hat den örtlichen Winterdienst auf den nicht Kreisstraßen an einen gewerblichen mit nem Multicar mit Schild und Streuer vergeben. Pauschal. Salz oder Sand muss der nicht vorhalten und Winterdiesel Vorrat auch nicht - im Ort gibts ne Tanke und wir liegen geographisch nicht in Sibieren. ;)

Bei mir im Ort machts die Gemeinde selber mit 2 Unimog mit Schild und Streuer. Das sind die selbern, die Rest des Jahres mähen, Gräben räumen, Strasse kehren etc. .

Aber zur Kernfrage zurück - warum macht ihrs, wenn doch so schlecht ist? :)

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Hallo,

warum wir es machen, als LW- Betrieb ist man der erste Anlaufpunkt wo der Bürgermeister vor der Tür steht und bettelt, zu DDR Zeiten wurde bei uns die LPG verpflichtet die Wege frei zuschieben, heute möchte das keiner mehr machen. Dann hat man als LW- Betrieb auch viele Landverpächter im Umland und im Dorf , wobei man halt auch nicht "nein" sagen sollte !! Pachtland zubekommen (langfristig) ist ja bekanntlich auch so ein Problem, also ist das ganze Winterdienst Thema bei "uns" ein Kompromiss .
Nun hab ich ja nicht geschrieben das alles schlecht ist, nur sollte es jeder sich genau überlegen ( Kosten - und Nutzenrechnung ) ob er Winterdienst für die Kommune fährt.
Gibt auch positive Sachen, festgefahrende Kunden sind sehr Spendabel.
Gruß Mirko

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Ok, das ist dann mal ein klares Argument - und das mit den Spendablen ... kenn ich auch. Bloß nicht den Abschleppservice rufen. ;) :)

Vor Jahren haben wir mal ne 600PS Sattelzugmaschine "befreien" müssen - da lag vielleicht ne Hand hoch Schnee vor der Hinterachse und er war angenagelt. Er hatte dann die Wahl - Abschlepper für nen 3-stelligen Betrag oder den LW mal eben... ;)

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....also ich mach Winterdienst seit genau 20Jahren...und mache das heut noch gerne ! Natürlich muß man etwas verrückt dazu sein und man muß Spass daran haben und Interesse an der Geschichte, sonnst kommt nicht viel gescheites dabei raus! Ich hantiere gut mit dem kommunalen Winterdienst zusammen, die vertreten mich auch mal, wenn Not am Mann ist oder Unimog kaputt und so...und das Ganze beruht natürlich auf Gegenseitigkeit...und wir fahren schon die ganze Zeit "sehr gut zusammen"!Ja, dass mit Weihnachten und Silvester kann schon passieren...Ostern war auch schon da...aber das lässt sich bei uns gut organisieren! Und immerhin sind es ja bei uns im Thüringer Bergland heut schon der 10.Einsatztag....und irgendeiner muß es ja eh machen.....Reich werden tut man mit dem Winterdienst nicht zwangsläufig...aber es bleiben ja doch ein paar Euros im Frühjahr hängen.....

Grüße Ingo ;-) ;-) ;-)
 
ja , es gibt auch einige Erinnerungen wo ich heut noch ein Lächeln auf den Lippen habe, vor 2 Jahren hat unser Landesbetrieb für Straßenwesen wegen starken Schneefällen um Unterstüzung für einige Kreisstraßen gebeten, da ging es mit Vollgas über´s Land !

Oder wenn man Heiligabend unterwegs ist, kein Mensch ist dann auf den Straßen dann mach ick ma ne Weichnachts CD rin und die Zusatzheizung im 323 er läuft uff vollen Touren, das sind so positive Eindrücke !

Das hat dann halt so richtig Spass gemacht, und das sollte man( so wie Ingo auch meinte) auch dabei mitbringen.

Mfg Mirko

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Da muss ich mirko recht geben, am 24 nachmittags ist es am schönsten :-) :D
gruß flo
 
Hallo,
ich mach seit ca.10 Jahren Winterdienst für gewerbliche Betriebe.Das Problem an der Sache ist immer,wie viele Aufträge kannst du zuverlässig bedienen.Bei normalem Schneefall schaffst du früh locker 5-6 Kunden,kommt aber Wind und Verwehungen dazu hast du zu tun den eigenen Hof freizuhalten und bist mit 3 Kunden total überfordert.Deshalb würde ich mich niemals vertraglich dafür binden lassen.Man gibt freilich immer sein bestes,wenn es aber nicht zu schaffen ist,dafür dann noch Strafen einzufangen,dazu habe ich keine Lust.Wenn man mit dem Auftraggeber von Anfang an darüber vernünftig spricht funktioniert das auch ohne Vertrag.Ich rechne übrigens nach Stundensätzen ab.Zusätzliche Kosten habe ich keine,ich muß das Fahrzeug und das Streumaterial eh für den eigenen Betrieb vorhalten.
Gruß Ralf

www.albert-line.de
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