Heute im Fernsehen

Hallo Thomas,

volle Zustimmung auch von meiner Seite zu deiner Meinung.

Es ist schon wichtig, durch Gehölze die Menschen selbst, die Tier-und Pflanzenwelt und auch die Äcker selbst zu schützen!

Doch der Beitrag ist sehr oberflächlich und einseitig angelegt. Tatsachen wie Eigentum an den Flächen, oder Agrarsubvention auf Basis von Satellitenaufnahmen usw. werden überspielt.

Das der Straßenverkehr mit dem dazu notwendigen Winterdienst (Streumitteleinsatz) auch zum Baumsterben führt, kann sich dieser Bürgermeister an seine Fahne heften!

Gruß Wolfram
 
Bauern sind nunmal die auserwählten Prügelknaben für die Ökoreligioten. Ich hatte vor einigen Monaten in einem anderen Forum eine Diskussion mit einem solchen Ökobewegten zum Thema Pflanzenschutzmittel. Der beschloss angesichts aller meiner Argumente hinsichtlich erlaubter Anwendungszeiten, Dokumentationspflichten, erlaubten Ausbringungsmengen, Verdünnung usw. schließlich, dass ich ein Spinner sei, der von der Materie keinerlei Ahnung habe und auf den er nicht hören muss. Seiner Meinung nach wird jeder Quadratmeter Acker mit literweise reinem Glyphosat getränkt. Er sieht ja schließlich die großen Tanks, randvoll mit Glyphosat.

Das Problem ist, dass diese Leute Argumenten gegenüber komplett unzugänglich sind.
 
Hallo David,

nun, dann frage ihn doch mal, was er sagen würde, wenn sein Brot plötzlich 10 Euro kosten würde, wenn seine Naturschutzmaßnahmen Anwendung finden. Immer gehen diese Leute auf das schwächste Glied in der Kette. Wirklich befasst haben sich diese Öko-Aktivisten nicht mit der Thematik. Das scheint nur Propaganda zu sein.

Gruß Andreas
 
Hallo Andreas,

das Problem ist ja gerade, dass wir in sogenannten "postfaktischen" Zeiten leben. Du und ich und die meisten hier im Forum hatten und haben Berührungspunkte zur Landwirtschaft und kennen viele Hintergründe und Zusammenhänge. Diesen Ökoreligioten kommst du aber mit Wissen um Hintergründe nicht bei. Die argumentieren grundsätzlich nur auf der Gefühlsebene und lassen sich nicht beirren, selbst wenn du sie mit aufs Feld nimmst und ihnen vorführst, dass sie Käse erzählt haben.

Gruß, David 
 
Hallo,

danke für Eure Beiträge, nun will ich Euch auch meine Sicht auf das Ganze schildern.

Wie hier Bauern diffamiert werden ist das Allerletzte - meiner Meinung nach, entspricht der ganze Beitrag dem derzeitigen Zeitgeist, daß jeder der sich zum Umweltexperten berufen fühlt ungestraft und unwidersprochen auf einen ganzen Berufsstand, verbal und medial eindreschen darf - mit mehr oder weniger Hintergrundwissen.

Alles was in dem Beitrag über Artenvielfalt, ökologischen Nutzen von Feldgehölzen, die Ursachen von Erdrutschen u.s.w. gesagt wird, ist erwiesen und findet meine volle Zustimmung.

Wie sich "Apfelbaummann" und Jäger, aus Überzeugung, engagieren - wunderbar. Wenn einem das Grundstück nicht selbst gehört, sollte man sich aber mit dem Eigentümer absprechen - die DDR ist vorbei.

Wie aber die Bewirtschaftung durch die Bauern dargestellt wird, ist das Letzte.

Dabei wird im Beitrag klipp und klar gesagt warum es dazu gekommen ist: Feldgehölze zählten bis 2007 zur begünstigten Fläche dazu - heute jedoch nicht mehr, die Ämter rechnen jeden Quadratmeter heraus.

Dem öffentlich rechtlichem MDR hätte es besser zu Gesicht gestanden, die wirklichen Ursachen der beängstigenden Probleme an den Pranger zu zerren - u.a. die fragwürdigen Förderrichtlinien die auch dem Umweltschutz dienen sollen.

In meinen Augen ist dies Meinungsmache der übelsten Art, hart an der Grenze zur Hetze.

Die Äußerungen des Bürgermeisters der Gemeinde Klipphausen, Gerold Mann - würdelos wie er über einen Teil "seiner" Bürger spricht.

Übrigens hab ich noch was auf der Internetseite der Gemeinde Klipphausen gefunden.

Interessant die Darstellung des Ullendorfer Landwirts Hermann Schmick - da gibts keine Fernsehsendungen dazu.

Große Nachteile für Äcker und Wald

Gruß Thomas

 
 
Es ist leider so, wie ich es in einem anderen Zusammenhang gehört habe

" Wenn wir im einklang mit den Lobbyismus sind, können wir Gesetze beschließen!"

So ist es auch mit Berichterstattungen! Es mag keine "Lügenpresse" geben, es kommt aber immer auf die Sichtweis der Berichterstattung an und muß ich alle Seiten in einem Bericht einbeziehen?

manny
 
Hallo,

ein öffentlich-rechtlicher Sender sollte unparteiisch berichten.

Im §11 des am 1.4.2004 novellierten Rundfunkstaatsvertrages heißt es zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks:

ZITAT aus Programmgrundsätze - ARD : ...der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe »bei Erfüllung seines Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit der Angebote und Programme zu berücksichtigen.«

Meines Erachtens ist das im betreffenden Fernsehbericht nicht nur daneben gegangen,sondern es wurde, vorsätzlich, gröblichst gegen die Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung verstoßen.

Ich Empfand es fast als das Format der Kauftageszeitung mit den vier großen Buchstaben.

Ich fühlte mich durch den Bericht dermaßen "angepisst", das ich folgende mail an den sächsischen Landesbauernverband schrieb:

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Sehr geehrte Damen und Herren,

am 16.05.2018 lief im MDR-Fernsehen in der Reihe "Exakt"  ein Bericht mit dem Titel "Überschwemmungsgefahr durch weniger Hecken an den Feldern"

Den Bericht an sich, möchte ich nicht in Frage stellen - nur die Art der Berichterstattung.

 Meiner Meinung nach eine sehr tendenziöse Berichterstattung, die einen ganzen Berufsstand diffamiert.

Die Bauern werden direkt als Schuldige für eine Entwicklung dargestellt, die durch die Herausrechnung von Feldgehölzen und Überhang aus der Basisprämie verschärft wurde, obwohl im Bericht diese Mitursache klar und deutlich angesprochen wird.

Am Ende fällt noch eine völlig unquallifizierte Äußerung des Klipphausener Bürgermeisters, Gerold Mann, auf, der für jeden verschwundenen Baum dem Bauern "eine vorn Latz" geben will.

Unter  folgendem Link ist der sieben minütige Bericht zu sehen:

 https://www.mdr.de/mediathek/video-197982_zc-89922dc9_zs-df360c07.html

 Ich würde es sehr begrüßen, wenn der sächsische Bauernverband, als Interessenvertreter der Bauern, sich zu dem Bericht in einer öffentlichen Form äußern würde.

 Mit freundlichen Grüßen

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Innerhalb von 24 Stunden erhielt ich sowohl vom Hauptgeschäftsführer, Manfred Uhleman, als auch von der Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit je eine Mitteilung, daß Herr Uhlemann  schon im Vorfeld der Sendung ein Schreiben mit einer Stellungnahme zur Art der Berichterstattung an den MDR geschickt hatte.

Im Anhang erhiehlt ich das Schreiben, in dem Herr Uhlemann auch die Bitte äußerte des Schreiben in den Kommentaren zur Sendung zu veröffentlichen, was ihm auch auf telefonische Nachfrage zugesichert worden sei.

Ich habe es bis jetzt noch nicht auf den Seiten des MDR gefunden ...

Gruß Thomas
 
Hallo...

Die industrielle Landwirtschaft von heute hat doch meiner Meinung nach nichts mehr mit Bauertum aus vergangenen Zeiten gemein. 

Es dreht sich wie überall nur um´s Geld, alles andere bleibt auf der Strecke....

mfg
 
Wo Du recht hast, hast Du recht...

... eben der Überlebenszwang.

Doch auch das sicher von Dir gemeinte Bauerntum, war für den größten Teil der Bauern von ökonomischen Zwängen und dem Überlebenszwang geprägt. Es bedeutete härteste Arbeit und zahlreiche Entbehrungen. Das Verhältnis zum Boden und zum Tier war aus ethischer Sicht sicher ein anderes als heute, aber letztendlich doch auch ein ökonomisches, denn das Überleben der Familie hing davon ab.

Dieses Bauerntum (nicht das romantisch, verklärte vieler heutiger Städter) ist, ohne hier jemanden auf die Füße treten zu wollen, am ehesten vielleicht noch bei den Nebenerwerbswirtschaften zu finden, die auf die Einnahmen nicht angwiesen sind und diese aus Liebe und Achtung zum Tier und zum Boden und aus Achtung vor den Leistungen der bäuerlichen Vorfahren betreiben.

Aber: Ob Überlebenszwang, gut dastehender bäuerlicher Einzelbetrieb, Agrargenossenschaft, ... oder mehr oder weniger einträgliches Hobby - Bauer ist Bauer, Landwirt ist Landwirt, und die wurden hier, meiner Meinung nach, verunglimpft.

Gruß Thomas
 
Hallo Thomas,

gestern ist mir zu dem Thema noch folgendes durch den Kopf gegangen: Heute fällt man leider nur noch auf, indem man extreme Positionen gegenüber stellt. Moderate Positionen scheinen heute gar nicht mehr vorzukommen. Der MDR hätte in seinem Bericht alle Parteien und deren Standpunkte aufzeigen müssen, erst, wenn ich alle Standpunkte von allen Beteiligten gehört habe, kann ich mir ein Bild von einer Situation machen.

Gruß Andreas
 
Hallo Thomas (aus Luckau),

was willst du mit deinem Beitrag eigentlich sagen?

Das alles nur noch ums Geld geht, sollte doch spätestens seit der Entscheidung für die DM bekannt sein.

Und das Landwirtschaft nichts mit Romantik zu tun hat(te), weiß ich seit meiner Kindheit auf den elterlichem Hof. Da hieß "Bauerntum" frühzeitiges Mithelfen, um das Überleben des Hofes / der Familie mit zu sichern; Tag für Tag!

Erst mit der "Zwangskollektivierung"; Gründung der LPG (ca.61/62 bei uns) und der gemeinsamen Bewirtschaftung der Viehbestände, waren für meine Eltern mal paar freie Tage im Jahr von der Arbeit möglich.

Zurück zum Beitrag:

Die meißten Landwirtschaftsbetriebe bewirtschaften heute zum großen Teil Pachtflächen, für die jährlich Pacht an die Grundstückseigentümer zu zahlen ist. Diese Pacht ist allein durch die landwirtschaftliche Produktion nicht zu erwirtschaften. Da kann der Betrieb nicht einfach einen Streifen nicht bearbeiten; denn erstens wird dieser Streifen /Fläche, wie im Beitrag erwähnt, sonst nicht mehr gefördert und außerdem wird nach einer bestimmten Zeit aus Ackerland Wald, Wiese o. Ä..  Das bedeutet für den Grundstückseigentümer dann eine Enteignung vom Ackerland! Also muß des gepachtete Ackerland regelmäßig auch als solches bearbeitet werden!

Und das die Landeigentümer in vielen Fällen nur am Geld interessiert sind, zeigen mir immer wieder meine Fahrten über‘s Land. Die Eigentümer verpachten an den Pächter, der das vermeintlich beste Angebot macht; da werden die Flächen zerschnitten, ohne das die Verpächter noch eine Beziehung zur eigentlichen landwirtschaftlichen Produktion haben.

Noch ein Wort zu den sogenannten Nachfolge-LPG: oft sind es noch immer die größten Arbeitgeber und Steuerzahler in den Kommunen, die auch noch gemeinnützige Aufgaben übernehmen.

Gruß Wolfram

Edit:

Hallo Andreas,

gerade laß ich deinen Beitrag. Ich glaube, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Der "Mitarbeiter" des Landwirtschftsbetriebes hatte angesichts der Fragestellung wohl auch keine Lust mehr auf eine sachliche Argumentation ...

Anmerkung.

Auch der Umweltaktivist hat beim Anpflanzen von Bäumen Gesetze zu befolgen: § 10 Anlage.

https://www.baumpruefung.de/gesetze-und-verordnungen/nachbarschaftsrecht-der-bundeslaender/sachsen
 
Hallo Wolfram,...

romanik bzw bauern_romantik wie früher meine ich auch nicht. Beispiel:in unserem Ort brütet noch ein Storchenpärchen, dieses jedoch braucht um die Jungen groß zuziehen Wiesen und Feuchtgebiete, wie schon in den letzten Jahren wurden wieder alle Wiesen gemäht und mit Fugat aus der Biogasanlage befahren, der Storch wird wenn er Pech hat dadurch nicht mehr genug Nahrung finden, das kam in den letzten Jahren sehr häufig vor.

Auf Feldern sehe ich z.B keine Kornblumen mehr, wie einst früher....->durch massiven Chemieeinsatz....folgen Insektensterben usw

Grund und Oberflächenwasser wird durch massiven Einsatz von Düngemitteln stark belastet.....

ich meine damit das diese heutige Agrarindustrie arbeitet wider der Natur, die NAtur bleibt auf der Strecke...die Landwirte können nicht dafür es ist die Gier des Systems das sie dazu zwingt.

https://www.youtube.com/watch?v=FZmmgE7bLmc

Gruß 

  
 
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