Markstammkohl

Webmaster Jan

Admin
Teammitglied
Registr.
20. Mai 2005
Beiträge
3.879
Rufname
Jan
Hallo,

ich kann mich erinnern, daß früher mal Markstammkohl angebaut wurde. Kann mich aber nicht entsinnen mal dessen Ernte gesehen zu haben. Kennt das jemand von Euch? Mit was wurde der geerntet und für was verwendet? Und warum wird der nicht mehr angebaut?

Glaube wir haben den immer so gegessen als Kinder, schmeckte irgendwie süßlich....

Viele Grüße Jan
 
Hallo Jan

Wir haben in unseren Betrieb Markstammkohl angebaut aber nur zu Futterzwecke für die Kühe.Gerntet wurde Ende November Anfang Dezember mit den E280 mit Maisschneidwerk.

mfg 
 
hi jan,

ich muss roland zustimmen ernte mit maishäcksler, aber gesehen hab ich das zeuch auch noch nicht, kenn das nur aus der berufsschule.

gruß alex
 
Moin, das zeug hatten wir auch angebaut, wurde mit E 281 und Feldfutterschneidwerk geerntet und als "Frischfutter" täglich bis in Dezember zugefüttert.

Gruß Swen
 
Hallo Jan!

Ich habe als Lehrling und Jungfacharbeiter den Markstammkohl vom Langgutlader (umgebauter, ehemmaliger E301) abgefahren.

Ernte war meist, wie hier richtig geschrieben, November, Dezember, als letzte vitaminreiche Kost für die Kühe.

Manchmal lag schon Schnee, dann nur oberhalb abgeschnitten und den Schwadmähermotor, nur durch Zuhalten des Luftfilters, früh in Gang gebracht.  ;-)

Das waren Zeiten!
 
Moin Männer, 

Vielen DANK für die Infos. Ja schon komisch, war paar Jahre im Bullenstall, aber das der Markstammkohl ist da bei uns nicht verfüttert worden, bekamen vlt nur die Milchkühe?

Auch die Ernte nie gesehn, schon eigenartig. Als ich ab 86/87 in der Pflanze mitgefahren bin, kann ich mich auch nicht erinnern das Zeug noch gesehen zu haben.

Warum wird der heute nicht mehr angebaut als Futter? 

Viele Grüße Jan
 
Moin Jan. Ich habe 2005 angefangen Landwirt zu lernen und bin also 08 fertig geworden. Habe also Tier,Werkstatt und Pflanze gelernt. Warum das Zeug heute nicht mehr angebaut wird ist ganz einfach. Sowas wird durch Pulver oder Pallets ersetzt. Das ist einfach billiger und einfacher. Heute wird nur Gras und Mais im großen Stil silliert. Der Rest kommt aus Tüten. Ich weiss gar nicht mehr was das alles fürn Zeug war was mit in die Ration kam. Angefangen habe ich mit Stroh, dann Gras, dann schrot und die ganzen Zusatzmittel dann Mais. Alles gut vermengt und rauf auf den Futtertisch. Es geht nur ums Geld. Das ist keine Landwirtschaft sondern einer Raubwirtschaft. Eine Kuh wird heute Max 3 Jahre alt. Allerdings hat es sich nach dem Milchpreisverfall nun langsam etwas geändert. Die Landwirte sehen es wieder ein Nachhaltiger zu produzieren und nicht auf Gedei und Verderb.
 
Hallo

Geerntet wurde wie Swen schon sagt frisch.jeden Tag den Häcksler in Schwung zu bringen bei Frost war schon eine Herausforderung,wenn ich mich recht erinnere waren im Häcksler nur 4 Messer um es nicht zu kurz zu schneiden.Die Bedeutung als Rationszuteilung und Abwechslung in der Ration sind dem Bitterstoffen in der Pflanze geschuldet,was die Qualität der Milch beeinträchtigt ähnlich dem Rübenblatt.

mfg
 
Hallo,

ich hab hier mal einen Link:

Markstammkohl kurz und bündig

In den 1960er Jahren hatte Markstammkohl in unsere Gegend einen hohen Stellenwert bei der Fütterung des Milchviehs am Anfang des Winters. Geerntet wurde damals mit dem E062 Mählader. Bis Mitte der 1970er Jahre ist er bei uns fast gänzlich verschwunden und spielte keine Rolle mehr.

Wird sicher auch das von Saschapeters gesagte eine Ursache sein.

Bis vor ca. drei Jahren hab ich selbst ab und zu noch paar Quadratmeter angebaut.

Gruß Thomas
 
Hallo Zusammen,

wie unser ZTass schon geschrieben hat, wurde häufig der E-280/281 für die Ernte verwendet. Hierfür gab es einen Serienmäßigen Umbausatz, bzw. eine Einstellempfehlung wie die Häcksler umgebaut werden müssen, damit Markstammkohl oder andere Langgut-Futterpflanzen nach den Tierproduktionsvorgaben geerntet werden können.

Soweit ich weiß, wurde die Anzahl der Häckselmesser bis auf 2! reduziert, die Motordrehzahl herabgesenkt und Änderung am Auswurf vorgenommen.

Gruß,

Daniel
 
Hallo Leute,

nettes Thema, Markstammkohl (MSK) war ein Element des "Grünen Fließbandes", die Frischfutterperiode konnte damit weit nach hinten verlängert werden. Jeder Betrieb konnte selber entscheiden ob er ihn in die Anbauplanung aufnimmt oder nicht (keine Planvorgabe vom Kreis). Das wurde dann in den Kooperationsratssitzungen gemeinsam mit den Pflanzenbauern und den Tierproduzenten abgestimmt ob es paßt oder nicht.

Er wurde als Haup- und (meistens) Zweitfrucht angebaut, dann sollte er aber nach früh räumenden Vorfrüchten gesät werden, denn er wollte schon seine 100 Tage Vegetationszeit bekommen um sein Potential auszuschöpfen. Das wird auch der Grund sein warum er in höheren Lagen selten bis gar nicht angebaut wurde.

Wir hatten den bei uns im Betrieb nicht angebaut, nur Ölrettich. Aber ein Nachbarbetrieb hat den als Hauptfrucht angebaut, auf grundwassernahem Standort mit Stalldunggabe und allen pflanzenbaulichen Raffinessen. Und die Bestände waren jedes Jahr prächtig.

Aber Bilder sagen mehr als Worte.

MSK-Ernte im November 1980 in der LPG (P) Wessin mit Feldfutterschneidwerk (Keine Ahnung was das am Auswurfrohr ist)eup-1133068045-29f0df45580bc289d66c0dabb4bc05cf-1498674317_big.webp

MSK-Ernte sogar "zweimal" im Jahr, im Januar 1988 in der LPG (P) Parchim, normale Ausführungeup-1133068045-6227c74d63a6665bfdcc58fd707da83b-1498674449_big.webp

und im November 1988 in der LPG (P) Cobbelsdorf mit dem Langgutladereup-1133068045-35a5bb03dd268f78a5c840425531097b-1498674517_big.webp

Wenn die Bestände aber größer waren, dann wurde mit dem Maisschneidwerk geerntet.

im November 1979 im VEG (P) Malchow, schöner Bestand, manche hatten in dem Jahr Mais der gerade mal so hoch wareup-1133068045-b3f38bbf09dc595177fa55f93ec14dd6-1498674712_big.webp

oder im November 1980 in der LPG (P) Jävenitzeup-1133068045-9a6b1d14b281fa6ce5b92715a6a8999a-1498674795_big.webp

Gruß Mirko
 
Hallo Mirko,

Vielen Dank für deinen sehr informativen Beitrag zum Thema MSK.

Der Langgutlader in Cobbelsdorf, das SW sieht auch etwas komisch aus, als ob da eine extra Bürste noch über der Schnecke läuft, oder täuscht das?

Edit: Drebach liegt übrigens auf 477m NN.

Cobbelsdorf, das waren übrigens die wo die selbstfahrenden Kartoffelroder mal liefen. .... ;-)

Viele Grüße Jan
 
Hallo Jan,

Auch scheint der Langgutlader wieder eine andere Variante zu sein, als die bisher bekannten E 280L.

Die üblichen Langgutlader auf E 280-Basis besaßen den HW80-Drehkranz auf dem das Überladeband drehbar montiert war.

Bei dem abgebildeten Cobbelsdofer sieht das eher so aus, als würde es Seitlich am Häcksler montiert sein, wahrscheinlich noch mit einem Querförderband, was vom Schrägförderer das Erntegut übernimmt.

PS:

Was ist aus den selbstfahrenden Kartoffelroder geworden?
 
Hallo,

schön das bei dem Thema so interessante Fotos sichtbar werden.

Wie Thomas bereits schrieb, kam zuerst der Mählader zum Einsatz.

ich durfte in meiner Zeit vor der Fahrerlaubnis in dem Betrieb zwischen F 175, F 176 und Mulde noch "Kombi"-Bediener auf so einem Mählader sein (Haspel bedienen, Funktion beobachten und Anhänger "unstöpseln"  ;-) ). Die beiden Männer auf dem Anhänger stiegen vom vollen direkt auf den leeren Anhänger über und hatten derweil Pause ... ;-)

In diesem Betrieb kam dann vor dem E 280 zunächst ein umgebauter E 175 mit seitlichem Überladeband zum Einsatz. Vorteile waren eine größere Leistung (größere Schnittbreite und keine Standzeiten wegen Anhängerwechsel) und die Einsparung von "Handarbeitskräften"; die waren damals schon Mangelware ;-) . Statt vier Personen wurde nur noch der Fahrer für den Lader benötigt. Leider habe ich keine Foto‘s.

Zum Einsatz des E 280 mit Zwei-Messer-Trommel (oder auch drei Messer?) -Beitrag von Daniel-

Ich bin später selbst für die Frischfutterversorgung E280 gefahren; und ich kann mich nicht erinnern, daß da die Motordrehzahl herabgesenkt worden wäre.

Wenn ich mich recht erinnere, war die Häckseltrommel direkt mit dem Motor, ebenseo wie Hydraulikpumpe und Fahrantrieb verbunden. Eine Reduzierung der Drehzahl hätte auch deren Funktion beeinträchtigt.

Und, Da die Häckseltrommel gleichzeitig als Wurftrommel funktionierte, wäre die Wurfleistung schlechter geworden.

Gruß Wolfram
 
Hallo , ich habe selber zu ddr Zeiten markstammkohl gehaeckselt , bis Kurz vor weihnachten , immer mit e280 und maisschneidwerk , wir hatten extra noch einen mit einzugkette ,das ging bei Schnee besser ,weil die mit Walzen vereisten ,ob das alles Sinn gemacht hat steht in Frage,die Häcksler sprangen meist schlecht an und hatten zusätzlich eine kabienenheitzung bekommen.aber es war Ebene so der Plan bis Weihnachten gruenfutter.geil war,s trotzdem😀

Mfg ronny
 
Hallo

Genau so wie Ronny es beschreibt haben wir auch gearbeitet.Ich hab damals als unverheirateter Bengel ab Dezember immer Urlaubsvertretung in der Futterbrigrade gemacht und es war wirklich kein Vergnügen bei Eises Kälte den Bock zum laufen zu bringen.eine Zusatzheizung war bei unseren auch eingebaut ,es wurde ein Ölkühler vomU650 vor der Lenksäulen gebaut.

mfg Roland 
 
Hallo Wolfram,

Es gab mal ne Info zum Umbau auf Langhäcksel, da stand das auch drin mit Absenkung der Drehzahl auf 1800 U/min um das mal konkretisieren. Umbau auf 2 Messer stimmt auch. Im Nachsatz hieß es zudem das die etwas geringere Drehzahl keine Auswirkung auf die Wurfqualität hat. Der Daniel ist da schon fit noch ;-)

Ja Ronny  und Roland das kann wohl jeder hier nachvollziehen mit dem Wintereinsatz, aber so waren damals die Zeiten. Gibt‘s sicher noch mehr Beispiele was heute undenkbar wäre... .

Erst gestern hatte ein Koll hier gemotzt weil er statt einer modernen Elok eine alte Diesellok nehmen sollte..... :( Ich fand das ziemlich überzogen, bin zwar Fan der "Ludmilla" alias 232, aber das ist doch immernoch Arbeit und kein Wunschkonzert. ... ! Hab das dann noch kommentiert mit: "er solle dann doch für 800€ lieber Säcke in der Mühle schleppen gehn!" 

Is wie in den Agrars heute, ist derJohnny kaputt tut es in der Not halt auch der alte ZT noch. Und was uns noch umbringt macht uns härter ;-)

Viele Grüße Jan
 
Nordhausen-fan:

@ Jan:

Was uns n i c h t umbringt, macht uns härter ... ;-)
.....das hatte ich eigentlich auch so geschrieben, aber die Autokorrektur macht da glatt was anderes draus..... 🙈😕

Viele Grüße Jan
 
Hallo Jan,

das täuscht mit dem Schneidwerk vom Cobbelsdorfer Langgutlader. Das einzige was hier anders ist, sind die fehlenden Haspelzinken und es wurde ein Brett oder Metallschiene angebaut, damit der MSK schonend geerntet werden konnte. Der Übergabeelevator sieht mir doch stark nach Bauteilen vom ZR-Köpflader aus oder täusche ich mich da.

Cobbelsdorf war einer von den ganz großen Kartoffelanbauern damals. Das die E 688 dort lief, hatte ich auch gehört und ich hätte sie gerne live gesehen. Die LPG (P) "Pflückuff" Staupitz im damaligen Kreis Torgau hatte 1982 auch eine E 688 in ihrer Inventarliste.

Ja und Drebach, deine alte Heimat, gehörte doch zur LPG (P) "Am Greifenstein" Herold mit einer Größe von 4480 ha LN, klassische Mittelgebirgslage.

Hallo Wolfgang,

ich helfe dir mal mit Fotos aus, damit sich das jeder noch besser vorstellen kann was du uns erzählt hast. Sie sind zwar nicht von Zettlitz, aber ich denke sie zeigen genau das was du meintest.

Leider kein MSK, sondern Luzerneernte im Juni 1969 mit dem Mählader E 062 in der LPG Rogätz (gehörte später zur LPG (P) Angern).eup-1133123756-9ddc1166390a64621e518b75b15ced78-1499106616_big.webp

Auch in meiner Sammlung eine Rarität, ein umgebauter E 175 zum Mähgutlader. Hier zu sehen sogar bei der MSK-Ernte in Ermleben ein Ort der später zur LPG (P) Gamstädt gehörte. (Oktober 1970)eup-1133123756-716b3ae3689f2606763b0852bae04087-1499107010_big.webp

Zum Schluß noch eine andere Möglichkeit. Ein modifizierter E 062 mit seitlicher Übergabe. Allerdings hier genutzt für die Grünerbsenernte in Dörschnitz, später LPG (P) Striegnitz, im Juli 1971.eup-1133123756-2150153474b814e17458496e918472e2-1499107586_big.webp

Hallo Roland, wie sich doch manche Dinge ähneln. Hatte auch früher manchmal vertretungsweise Frischfutter am WE für die Frischfutterbrigade gefahren. Wir waren Jung brauchten das Geld und hatten einen Fahrriemen.

Bei uns waren alle unsere 18 Häcksler und ein Teil der Schwadmäher mit einer Zusatzheizung ausgerüstet. Die selbe Heizung hatte ich auch in meinem Traktor eingebaut. Sie wurde ans Kühlsystem angeschlossen und war zweistufig und hinter der Tiefenregelung auf der Ablage befestigt. Erst damit wurde es richtig warm auch bei klirrender Kälte und ganz ohne Seitenverkleidung, erleichterte dadurch erheblich das Haube öffnen. 

Gruß Mirko
 
Zurück
Oben