Hallo Leute,
mein Beitrag zum Thema "Brennholzernte" ist jetzt zwar etwas weniger technisch, aber ich als "Heizungsfachmann" möchte doch einige Fakten im Wandel der Zeiten mal zum neuen "Hobby und Volkssport" prüfend dazu vortragen:
Vor ca. 15 Jahren machte mein Schwiegervater mich mit den Vorzügen der Holzvergasertechnik und dem "Nebenerwerb" einer günstigen Energieform vertraut. Soweit nachahmenswert, dachte ich. In unseren Wäldern wurde seitens des Staatsforstes der sogenannte "Waldumbau" begonnen, d.h. es wurde gefällt und nur die guten Stämme waren der Sägeindustrie gut genug- es blieb viel liegen, ich nutzte diese Gelegenheit. Mit ZT und Hitschhänger wurden viele Fuhren heimgeholt, ich freute mich auf irgendwann mal eine warme Stube und der Förster auch, wegen der Käfer. Die Nachbarn zeigten mir einen Vogel, ich wäre doch blöde, bei 0,27 DM/Liter Heizölkosten....mich im Walde rumzuschinden und die schöne Zeit extra noch fürs aufarbeiten.
Die Jahre vergingen, die Entwicklung der Preise ist allen bekannt, und wie weiter?
-der Staatsforst kann den gestiegenen Bedarf an Brennholz nicht mehr decken, wo gibt es überhaupt noch sturmfeste Hochbestände....
-die Nachbarn, die bis vor 3 Jahren an die globale Klimaerwärmung und ergo an den "Entfall" einer Heizungsanlage glaubten, fragen mich nach trockenen Scheitern Holz als Zusatz zu den gekauften Briketts für Ihre kürzlich eingebauten, unwirtschaftlich+ stinkenden Zusatzheizkamine! Es qualmt überall wie vor der Wende....
Sind wir bei dieser Entwicklung auf dem richtigen Weg in die Zukunft? Ich denke nicht. Solange, mal ehrlich zu uns selbst, die Nachhaltigkeit nicht gewährt wird, betreiben wir mit dieser Entwicklung wieder Raubbau an der Natur. Wer von euch Brennholzwerbern, hat mindestens die 3-fache Anzahl an jungen Bäumchen gepflanzt, wie er stolz und ohne Unfall mit der Kettensäge umgehauen hat? Wer macht sich schon diese Mühe und gibt, über 1,00 € für eine Bäumchenpflanze (z.B. Esche, Douglasie ca. 30cm hoch) aus, um diese mühselig in einen steinigen Waldboden zu stecken, damit das liebe Wild es verbeißt oder Trockenheit es eingehen lässt?... und 100 Pflänzchen sind echt nicht viel, gerechnet auf ....200m2?
Wer fährt mit seiner z.T. schweren Technik an den Waldesrand und "trägt" das Brennholz waldbodenschonend auf den Hänger? Ich habe auch schon den ZT bis zu den Achstrichtern im Morrast versenkt, arme Natur was danach sichtbar bleibt.
Ich für meinen Teil plädiere übertrieben gesagt: "weg vom Holz"!- Es wird nicht ohne gehen, klar. Aber je weniger Verbrauch, umso besser- es gibt nur 2 Alternativen dies umzusetzen:
1. Reduzierung des Heiz- und Energiebedarfes, da ist mit richtiger Sanierung und bewußtem Heizen vieles möglich
2. persönliche Nutzung einer kostenlosen Energiequellen, die Sonne
Eine thermische Solaranlage mit einer guten Heizungsanlage, ein geeichter Wärmemengenzähler wird es allen Ungläubigen bestätigen, hilft beim Heizen auch im Winter. Wo taut der Schnee auf den Dächern als erstes? Damit war für uns ein neues Projekt geboren. 2003 wurden Kollektoren aufs Scheunendach montiert, da gabs noch die fast höchsten, nicht wie bei Photovoltaik marktverzerrenden Fördermittel als Anreiz dazu. Und weil es so gut funktioniert im letzten Jahr weitere Kollektoren. Was habe ich davon? Abends freue ich mich nach einem sonnigen Tage, weniger oder gar kein Holz in den Ofen stecken zu müssen, incl. gesparte Zeit an Mühe für alles was sonst noch zum Betrieb einer Feststoffheizung notwendig ist.
Sorry, ich musste dies mal loswerden, denn vor 10 Jahren haben auch noch so viele an das Klischee von der unbequemen Holzheizung geglaubt, oder?
Auf eine sonnige Zukunft, bald durch lichte Wälder?!
Grüße Mirko